Wegen Behindertenparkplatz

SUV-Fahrerin im Mercedes regt sich über Falschparker auf – und kassiert selbst heftigen Shitstorm

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Eine Mercedes-Fahrerin bringt einen Rollstuhlfahrer ins Krankenhaus. Ein Hyundai i20 blockiert den Behindertenparkplatz. Die Frau beschwert sich – doch am Ende wird sie selbst rundgemacht.

Perth (Australien) – Immer wieder stellen sich Autofahrer auf Behindertenparkplätze – aus Bequemlichkeit etwa oder aber auch, weil sie sonst keinen anderen mehr ergattern. Hierzulande müssen Falschparker auf einem Behindertenparkplatz allerdings mit einem Bußgeld von 35 Euro und dem kostenpflichtigen Abschleppen des Fahrzeugs rechnen. Auch in Australien wird dieses Vergehen streng geahndet. Doch dort hat jetzt eine andere Szene im Netz die Gemüter erregt.

Fahrerin von Mercedes-SUV beschwert sich über Falschparker – und kassiert heftigen Shitstorm

Die Mercedes SUV-Fahrerin hat sich schließlich auf Facebook beschwert. In ihrem Post schreibt sie, dass sie einen Freund, der im Rollstuhl sitzt, ins Fiona Stanley Hospital bei Perth (Australien) hat bringen wollen. Dazu stellte sie den Wagen auf einen Behindertenparkplatz des Krankenhauses. Daneben befindet sich ein Bereich, der nicht zum Parken gedacht ist, sondern um körperlich Behinderten ausreichend Freiraum zu lassen, um bequem ein- und aussteigen zu können.

Als die beiden schließlich zurückkehren, ist die Frau fassungslos: Ein weißer Hyundai i20 hat sich direkt neben ihren SUV auf die Sperrfläche gestellt. Dadurch muss sie ein Stück aus der Parklücke fahren, um dem Rollstuhlfahrer wieder ins Auto zu verhelfen. Zwar findet sich auf dem anderen Auto ebenfalls ein Nachweis darüber, dass hier auch eine Person mit Handicap unterwegs ist, dennoch wird die Mercedes-Fahrerin wütend. So wie kürzlich ein englischer Autofahrer, der einer Frau auf das Auto eine fiese Notiz gepinnt hat, weil sie „vermeintlich“ falsch auf dem Behindertenparkplatz steht.

Mercedes SUV-Fahrerin beschwert sich über Falschparker – „Muss lernen, wie man richtig parkt“

Sie schießt ein Foto und stellt es in das soziale Netzwerk. Dazu schreibt sie: Ich hoffe, dass, wenn Sie das sehen, Sie die Unannehmlichkeiten, die Sie meinem Freund bereitet haben, erkennen und das nächste Mal aufmerksamer sind.“ (Dieser Audi steht über Nacht unter Bäumen – so sieht er jetzt aus: „Neuer Anstrich fürs Auto“)

Doch mit den darauffolgenden Reaktionen der anderen User hat die Mercedes-Fahrerin wohl nicht gerechnet. Zwar geht der Post viral und mehr als 100 Leute kommentieren darunter, doch viele von ihnen solidarisieren sich stattdessen mit dem Hyundai-i20-Fahrer. Einige User kritisierten sogar die Mercedes-Besitzerin heftig. (Unbekannter fährt fremdes Auto an – und lässt freche Nachricht zurück)

Einer schreibt sogar: „Der Mercedes-Benz muss lernen, wie man richtig parkt.“ Ein anderer meint: „Das nächste Mal können Sie einfach ein Stück vorfahren und Ihr Freund hätte auch keine Probleme, wieder einzusteigen – wirklich keine Mühe“. Ein weiterer schließt: „Hat jemand mal an die Person im anderen Auto oder an deren Situation gedacht? Sie scheinen hier ungerecht behandelt zu werden und niemand kennt ihre Umstände.“ Denn nur weil jemand nicht behindert wirkt, heißt das nicht, dass er keine körperlichen Einschränkungen hat. Dennoch hat eine englische Mutter jetzt Beschämendes erhalten, berichtet tz.de.*

Rubriklistenbild: © imago images / Sven Simon

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