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Keramikversiegelung auf alter Mercedes E-Klasse besser als Wachsbeschichtung? Es gibt einen Haken

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Oppenheimer

Wassertropfen auf blauem Lack, Teil der Front einer Mercedes E-Klasse (Symbolbild).

Ein YouTuber hat an seiner Mercedes E-Klasse eine Keramikversiegelung getestet (Symbolbild). © imago images/McPHOTO / Daimler AG

Eine Keramikversiegelung fürs Auto ist alles andere als günstig. Bringt sie den gewünschten Effekt? Ein YouTuber hat es auf einer alten Mercedes E-Klasse getestet. Das Fazit ist zwiespältig.

USA – Wer den Lack seines Autos vor Umwelteinflüssen schützen möchte, kann dies auf verschiedene Arten tun. Die günstigste Lösung ist wohl, das Fahrzeug zu wachsen und anschließend zu polieren. Wesentlich teurer dagegen ist eine Folierung des Autos, denn die sollte nur ein Profi durchführen, um ein wirklich gutes Ergebnis zu erzielen. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten – beispielsweise eine sogenannte Keramikversiegelung. Auch diese ist allerdings mit Preisen von mindestens 500 Euro bei Fachbetrieben (teils sogar ein Vielfaches davon) nicht ganz billig. Ein YouTuber, der auf der Videoplattform den Kanal „Warped Perception“ betreibt, wollte nun wissen, ob so eine Keramikbeschichtung wirklich funktioniert. Und wenn ja – wie gut? Als Testobjekt musste dafür seine dunkelblaue Mercedes E-Klasse der zweiten Generation (W210) herhalten.

YouTuber testet Keramikversiegelung auf Mercedes E-Klasse – das Ergebnis spaltet das Netz

Zunächst mal brennt der YouTuber mit der unbehandelten Mercedes E-Klasse zehn Donuts in eine staubige Schotterstrecke. Anschließend bespritzt er das Auto mit reichlich Schmutzwasser und bewirft es schließlich noch mit Matsch. Nach dieser Prozedur spült er das Auto ab – nur mit reinem Wasser. Das Ergebnis: Nach dem Trocknen bleibt auf dem Lack eine deutlich sichtbare Schmutzschicht zurück. (Genervter Mercedes-Fahrer bremst Traktor aus – und wird mit voller Wucht gerammt (mit Video))

Nun teilt der YouTuber die Motorhaube in zwei Hälften und bringt auf der größeren davon die Keramikbeschichtung auf – und ist schon vom optischen Effekt begeistert: „Sieht aus, als ob eine dünne Glasschicht auf dem Lack wäre.“ Seiner Meinung nach sehe der Lack des Mercedes nach der Behandlung ganz anders aus als bei einer Wachsbeschichtung. Und er geht noch weiter: Beim Draufklopfen mit den Fingernägeln klinge der keramikbeschichtete Lack auch anders als der unbeschichtete – wobei das im Video nicht wirklich rüberkommt. (Teenager rasen mit Tempo 308 über die Autobahn – im Mercedes-AMG der Eltern: „Zeit fürs Gefängnis“)

YouTuber testet Keramikversiegelung auf Mercedes E-Klasse: „Sieht so aus, als würde das funktionieren“

Und es geht wieder zum Donut-Test auf die Staubpiste: Zwar legt sich auch diesmal der Staub auf beide Seiten der Mercedes-Motorhaube, doch schon auf dem Weg zur heimischen Garage weht der Fahrtwind auf der beschichteten Seite wieder viel davon weg. Und noch einmal überschüttet der YouTuber die E-Klasse mit Schmutzwasser (die auf der beschichteten Seite ziemlich gut abperlt) – zum Abschluss reibt er das Auto wieder mit Matsch ein. Als er die Motorhaube anschließend mit dem Wasserschlauch abspritzt, ist er beeindruckt: Der Dreck werde einfach weggespült. „Sieht so aus, als würde das funktionieren“, findet der Youtuber. (Mercedes-Fahrer sieht rot: Geblitzter SUV-Raser rächt sich dreist an Radarfalle)

Auch die Prüforganisation Gesellschaft für Technische Überwachung (kurz GTÜ, in Deutschland ein Mitbewerber von TÜV, Dekra und KÜS) hat bereits die Keramikversiegelung getestet – und kam zu einem ähnlichen Ergebnis (siehe Video):

YouTuber testet Keramikversiegelung auf Mercedes E-Klasse: Einige Nutzer üben Kritik

Dennoch üben einige Nutzer in den Kommentaren an dem YouTube-Video von „Warped Perception“ – durchaus nachvollziehbare – Kritik. So bemängeln sie, dass der Lack auf der nicht mit Keramik beschichteten Seite überhaupt nicht behandelt wird. Nachdem die bis 2002 gebaute Mercedes E-Klasse vom Typ W210 schon einige Jahre auf dem Buckel hat (und somit auch ihr Lack), wäre natürlich sehr interessant gewesen, wie der Lack nach einer Wäsche und einer Wachspolitur im Vergleich zur teuren Keramikbeschichtung abgeschnitten hätte.

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