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Mann wegen unerlaubten Fahrens vor Gericht – Richter ist fassungslos, wo er gerade sitzt

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Von: Jasmin Pospiech

Da kann man sich nur noch an den Kopf fassen – so wie dieser Richter. Als er virtuell ein Gericht abhält, zeigt sich der Angeklagte wenig einsichtig. Am Ende wird es richtig teuer für ihn.

Detroit (Michigan) – Auch Gerichtssäle müssen während Corona-Pandemie mit der Zeit gehen: Verfahren werden nicht mehr vor Ort im Gerichtssaal abgehalten, sondern aus Gründen des Infektionsschutzes per Video-Call. Das bedeutet, dass sich alle Beteiligten, also Angeklagter, Anwälte und Richter, in einem virtuellen Konferenzraum treffen und die Verhandlung dort abgehalten wird.

Mann wegen unerlaubten Fahrens vor Gericht – Richter ist fassungslos, wo er gerade sitzt

Und was da jetzt ein Richter aus der Nähe von Detroit namens Jeffrey Middleton zu sehen bekommt, lässt ihn einfach nur fassungslos zurück. Der Fall ist eigentlich sehr simpel: Der Angeklagte aus dem US-Bundesstaat Michigan muss vor Gericht wegen unerlaubten Fahrens ohne Führerschein. An sich eine Sache, die sehr häufig vorkommt bzw. schnell abzuwickeln ist. Zumindest war das bei diesem Rüpel-Raser der Fall, dem das Gericht einen kurzen Prozess machte und ihm seinen Luxus-Ferrari einfach wegnahm.

Doch der Angeklagte scheint sich seiner Schuld nicht wirklich bewusst zu sein, denn im Gegensatz zu den anderen befindet er sich nicht in einem Raum, sondern ist gerade unterwegs. Dabei filmt er sich selbst, trägt dabei ein Cap. Er rechnet nicht damit, dass Richter Middleton mit ihm im wahrsten Sinne des Wortes „hart ins Gericht gehen“ wird.

Links und rechts oben: Richter Jeff Middleton im Gerichtssaal. Unten: der Angeklagte im Auto.
Da staunt Richter Jeff Middleton nicht schlecht, als er den Angeklagten auf dem Fahrersitz eines Auto erwischt. © YouTube (Judge Jeffrey Middleton)

Im Video fordert Letzterer ihn erst auf, sein Cap abzusetzen. Anschließend liest er ihm seine Vergehen vor und erwähnt auch die zahlreichen unbezahlten Bußgelder. Doch dann lässt er die Bombe platzen und spricht den Angeklagten direkt darauf an, ob es tatsächlich sein Ernst sei, dass er sich während der Verhandlung auf dem Fahrersitz eines Autos befindet – und das obwohl er eigentlich gar nicht fahren darf! (Ehemaliger VW-Mitarbeiter gibt freiwillig Führerschein ab: „Zu viele Egoisten am Steuer“)

Mann wegen unerlaubten Fahrens vor Gericht – „Botschaft bei Ihnen einfach nicht angekommen“

„Ich glaube, dass Sie in dem Auto, in dem Sie sitzen, dahin gefahren sind, wo Sie gerade stehen“, stellt Middleton fest und sein Ton wird sogar noch schärfer. „Und ich denke, Sie sind dumm genug, sich dabei zu filmen, wie sie auf dem Fahrersitz eines Wagens sitzen. [...] Das lässt mich glauben, dass die Botschaft bei Ihnen einfach nicht angekommen ist.“ So wie bei diesem 23-Jährigen, der 20-Mal geblitzt wird mit voller Absicht – und das ebenfalls ohne Führerschein.

Doch es kommt noch dicker: Als der Richter die zuständige Staatsanwältin um ihre Meinung fragt, packt die noch aus, dass sich bei der Fahrt, wegen der der Mann eigentlich angeklagt ist, vier Erwachsene, drei Kinder und ein Kleinkind im Auto befanden, allesamt nicht angeschnallt. Zudem fuhr der Angeklagte zu schnell (mit 120 km/h) über eine Landstraße. (Dieb klaut BMW M4 direkt vom Autohändler – und schleift Verkäufer auf Motorhaube mit)

Deshalb ist für die Staatsanwältin die Sache klar: Haftstrafe. Dennoch gibt Richter Middleton dem Mann eine Chance, sich zu erklären. Und der versucht sich schließlich damit herauszureden, dass er im Auto seines Vorgesetzten sitze und es gar nicht selbst lenke. Sein Chef habe ihn angeblich abgeholt, um ihn zur Arbeit zu fahren. Doch das zieht vor Gericht nicht – und am Ende muss er nicht nur eine hohe Strafe zahlen, sondern auch noch für ein Wochenende in den Knast.

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