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Zu langsam: Lamborghini-Fahrer bittet um 100.000 Dollar Spende für Tuning

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Von: Arne Roller

Auf der Crowdfunding-Plattform GoFundMe hat ein Lamborghini-Besitzer allen Ernstes die Nerven, fremde Menschen um Geld für ein Turbo-Upgrade zu bitten – weil ihm sein Huracán zu langsam ist.

Yorktown Heights (New York) – Allgemein sollte man ja annehmen, dass man es als Fahrer eines Lamborghini Huracán ganz gut getroffen hat: Man verfügt über einen schicken, sehr sportlichen Luxus-Sportwagen. Man kann sich diese besonders spaßige Art der Fortbewegung leisten, das Leben ist gut zu einem. Das Dauergrinsen dürfte einem gar nicht mehr aus dem Gesicht gehen. Ganz anders ist das aber bei unserem Lamborghini-Besitzer. Der bemitleidenswerte Geselle, Johnny Mirdita, macht aber auch was mit: „Die Leute fragen mich andauernd: ‚Wieso ist der so langsam?‘ oder sagen ‚Dein Porsche war schneller‘“. So kann es wirklich nicht weitergehen. Und um diesen Zustand zu beenden, fragt er auf GoFundMe ernsthaft nach schlappen 100.000 US-Dollar – für ein dickes Tuning-Kit von UGR (undergroundracing.com). Man müsste ein Unmensch sein, um diesem Leid tatenlos zusehen. Also, fassen Sie sich ein Herz und tun Sie ein gutes Werk: Helfen Sie, seine Agonie zu beenden und werfen Sie dem armen Menschen ein paar Scheine zu. Dafür gibt es seiner Aussage nach auch „gute Vibes“:

„Hallo allerseits! Ich habe gerade einen Lamborghini 2015 (mein Traumauto) gekauft, der mein Bankkonto vollständig geleert hat. Schlechtes Timing, 2020 hat allen weh getan !! [...] Jeden Tag fragen die Leute: ‚Warum ist der so langsam?‘ ‚Dein Porsche war schneller.‘ ‚Wann kriegst du einen Turbo?‘ Ich brauche alles Geld, das ich bekommen kann, um ein UGR für meinen Lambo zu bekommen. Das geht nur mit der Unterstützung von euch allen. Wenn nicht, muss ich das Auto wahrscheinlich verschrotten [...] Eure Spenden werden sich in gute Vibes verwandeln !!“

Johnny Mirdita

Zu langsam: Lamborghini-Fahrer bittet um 100.000 Dollar Spende für Tuning

Herzzerreißend, nicht wahr? Würde es nach uns gehen, könnte sich der arme Lamborghini-Besitzer sein Gerede von den „guten Vibes“ sparen. Aber es gibt tatsächlich Leute, die bereits gespendet haben. Bisher sind ganze 1.000 US-Dollar zusammengekommen. Gut, 125 US-Dollar davon scheinen von seiner eigenen Frau oder zumindest seiner Mutter zu sein. Der Rest könnte gut und gerne von Freunden stammen, die sein Gequengel nicht mehr ertragen konnten. Aber sollten es wildfremde Menschen sein, muss man sich wirklich fragen: warum? Warum gibt man einem Kerl Geld, der seine ganze Kohle für einen Lamborghini verballert hat und jetzt jammert, dass er nicht schnell genug ist? Gibt es keine bedürftigeren Projekte, für die man spenden könnte? Brauchen die edlen Spender wirklich so dringend die versprochenen „guten Vibes“? (Mann soll von Corona-Staatshilfen diesen Lamborghini gekauft haben)

Lamborghini-Bettler: „Muss den Wagen sonst verschrotten“

Seine Erklärung, warum er den Huracán beim Scheitern der Spendenaktion verschrotten müsse: „... because it‘s been gapped.“ „Gapped“ kommt von „gap“, also der „Lücke“. Im Bezug auf (Straßen-)Rennen bedeutet „gapped“ also nichts anderes als „mit großem Abstand verloren“. Das ist ihm offenbar Grund genug, den Huracán verschrotten zu wollen, wenn ihm niemand in seiner großen Not hilft. Egoismus und Ausrufezeichen, davon hat dieser Spendenaufruf reichlich. Kreativ ist er dagegen nicht. (Viel kreativer: Polizei legt Nissan von Tuner (25) still – Folierer hilft mit Spendenaktion)

Lamorghini-Bettler: „Jeder Spender darf mal fahren“

Immerhin macht er in der überarbeiteten, verkürzten Version seines Ausrufs nochmal deutlicher, dass jeder Spender den fertigen Lamborghini auch mal fahren darf:

„Bitte spende alles, was du kannst, um diesen Umbau zu unterstützen !! Wir streben nach dem schnellsten Twin-Turbo-Huracan mit Serienmotor !! Wenn du bei deinem nächsten eigenen Umbau gute Vibes haben willst, schick ein paar Dollar !! Jeder, der spendet, darf das Biest fahren !!“

Johnny Mirdita

Es ist und bleibt amateurhaft und klingt – so unkonkret, wie es ist – nach leeren Worten. Zwar schreibt Johnny Mirdita jetzt, dass er nach dem „schnellsten Twin-Turbo-Huracán“ strebt ... aber macht das den Turbo-Einbau zu einem coolen Projekt, das es zu unterstützen lohnt? Es ist nichts Neues, nichts Außergewöhnliches. Es gibt kein Video von Auto und Besitzer, keine Details, keinen (Umbau-)Plan, keinen Ort und keine Zeit, an dem das Auto präsentiert werden soll. Eine Tuning-Messe oder ein Trackday auf einer Rennstrecke – hierzu könnte man die Spender einladen. Das wäre eine Lösung, aber nichts dergleichen. So sieht es einfach nach einem erbärmlichen Versuch aus, an Geld für privates Tuning zu kommen. (Video: Mann will offenbar Lamborghini Huracán betanken – doch dann passiert’s)

Mit den vielen Ausrufezeichen und der platten Dreistigkeit könnte es sich bei der Aktion definitiv auch um eine Satire auf neureiche Supersortwagen-Besitzer handeln. Wir gehen der Sache auf den Grund und haben Johnny Mirdita ein paar Fragen zukommen lassen. Es bleibt spannend.

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