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JP Kraemer: Mit 142 km/h durch Ort geheizt – kein Strafverfahren, aber dafür ...

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Von: Jan Schmidt

Der Dortmunder YouTube-Star Jean Pierre „JP“ Kraemer (39) hat kräftig Gas gegeben: Mit einem Porsche Taycan Turbo S ist er 142 km/h in einer geschlossenen Ortschaft gefahren. Aufgrund des veröffentlichten Videos hagelte es Anzeigen, die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Siegen – Der Moderator („Die PS-Profis“), Unternehmer (JP Performance) und erfolgreiche YouTuber Jean Pierre „JP“ Kraemer hatte vor rund zwei Monaten einen Termin bei H&R Spezialfedern in Lennestadt (Sauerland). Er hat sich und seine YouTube-Fans über das Thema Stabilisatoren informiert. (JP Kraemer mit 142 km/h innerorts: Staatsanwaltschaft verkündet Hammer-Entscheidung)

Im Anschluss an den Termin machte JP eine Testfahrt mit einem Porsche Taycan Turbo S. (JP Kraemer: So „billig“ will ihn die Bußgeldstelle davonkommen lassen)

JP Kraemer rast mit Porsche Taycan: In 9,8 Sekunden auf Tempo 200

Beim Porsche Taycan Turbo S handelt es sich um eines der spurtstärksten Automobile am Markt. Dank einer Leistung von 560 kW/761 PS und einem maximalen Drehmoment von 1.050 Newtonmeter sprintet der Elektro-Sportwagen aus dem Stand in 2,8 Sekunden auf Tempo 100 – nur sieben Sekunden später durchbricht der Taycan Turbo S die 200-km/h-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 260 km/h. (JP Kraemer: Muss er nach Vollgas-Fahrt für zwei Jahre in den Knast?)

Während JP den Fahrersitz entert, steigt der Mitarbeiter von H&R auf der Beifahrerseite ein und der Kameramann nimmt im Fond Platz. Vom Betriebsgelände geht es auf die Elsper Straße – die Hauptstraße von Lennestadt, wie auch ruhr24 berichtet*. JP lässt es gleich krachen und beschleunigt den Wagen auf 142 km/h (laut Tacho im Video). Dass er dabei einen Fußgängerüberweg und eine Straßeneinmündung passiert, scheint ihn nicht weiter zu stören. (JP Kraemer heizt im Porsche Taycan durch Ort: „Wie zum Teufel ...?“)

JP Kraemer rast mit Porsche Taycan: Hat er die „höchstmögliche Geschwindigkeit" erreicht?

Wie stark die Beschleunigung ist, lässt sich vom Kommentar des Beifahrers ableiten: „Dir wird richtig schlecht.“ Kaum war das Video online, ließ die Empörung nicht lange auf sich warten. Mehr als zehn Anzeigen gingen bei der Polizei in Olpe ein, so Sprecher Michael Klein. Kurz darauf nahm die Staatsanwaltschaft Siegen die Ermittlungen auf, wie ruhr24 ebenfalls berichtet*. Der Vorwurf: das Austragen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens nach § 315d Strafgesetzbuch. (JP Kraemer: Wie der Porsche-Raser auf die Hammer-Entscheidung reagiert)

Dort heißt es: „Wer sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ (JP Kraemer: Nach Vollgas-Fahrt durch Ort – warum hat keiner was gesagt?)

Nach der fast zweimonatigen Ermittlungszeit ließ die Staatsanwaltschaft Siegen nun verlauten, dass das Verfahren eingestellt wird. Als Begründung führt Pressedezernent Patrick Baron von Grotthuss gegenüber 24auto.de an: „Es liegt eine Auslegungsproblematik mit § 315d des Strafgesetzbuches vor.“ In diesem Fall kommt JP Kraemer die absolute Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h des Porsche Taycan Turbo S zugute. Die ermittelten 142 km/h reichen demnach nicht aus, um einen Renn-Charakter zu unterstellen, da die „höchstmögliche Geschwindigkeit“ nicht erreicht wurde. (JP Kraemer: Schon zwei Verfahren eingestellt – VIP-Behandlung für den Promi-Raser?)

JP Kraemer rast mit Porsche Taycan: In anderem Bundesland Gerichtsverhandlung wahrscheinlich

Justizrat und Fachanwalt für Verkehrsrecht Hans-Jürgen Gebhardt meint auf Nachfrage von 24auto.de: „In einem anderen Bundesland wäre eine Gerichtsverhandlung mit dem Vorwurf eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens wahrscheinlich gewesen, da eben auch eine andere Auslegung der ‚höchstmöglichen Geschwindigkeit‘ denkbar ist.“ (JP Kraemer: Hilft dem YouTuber das Gezerre um den Bußgeldkatalog aus der Patsche?)

Nun droht JP Kraemer „nur“ noch ein reguläres Bußgeldverfahren wegen Geschwindigkeitsübertretung. Die höchste Einstufung von „mehr als 70 km/h“ sieht ein dreimonatiges Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und ein Bußgeld von 680 Euro vor. Letzteres wird wohl aufgrund des erwiesenen Vorsatzes verdoppelt und steigt demnach auf 1.360 Euro. *ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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