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Inoffizielles GTI-Treffen am Wörthersee: Null Rücksicht auf Corona – „Massenansturm“

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Von: Christian Schulz

Das alljährliche GTI-Treffen Wörthersee fand dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie offiziell nicht statt. Trotzdem trafen sich Tausende Autofans in Kärnten – und feierten eine wilde PS-Party ohne Abstand und Masken.

Velden (Österreich) - Obwohl das beliebte GTI-Treffen am Wörthersee im Jahr 2020 Corona-bedingt abgesagt werden musste, fanden sich trotzdem Tausende Auto- und Tuning-Fans in Kärnten ein – und zelebrierten das Happening einfach inoffiziell. Vom Donnerstag bis Sonntag (gestern) gaben sie trotz Corona Vollgas – und pfiffen dabei vielerorts auf die gültigen Corona-Bestimmungen hinsichtlich des Infektionsschutzes.

Inoffizielles GTI-Treffen am Wörthersee: Keine Rücksicht auf Corona – „Massenansturm“

Teilweise liefen die Feierszenen rund um Faaker See und Wörthersee völlig aus dem Ruder. Anwohner, Polizei und Politiker waren ebenso entsetzt wie die regionalen Tourismusverbände. Aus gutem Grund: Denn auch in Kärnten steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder an. Die 7-Tages-Inzidenz wächst und entsprechend musste die lokale Corona-Ampel von grün auf gelb gestellt werden. Nun befürchten viele einen neuen Hotspot – ausgelöst durch das hemmungslose Treiben auf dem GTI-Treffen. (Zu langsam: Lamborghini-Fahrer bittet um 100.000 Dollar Spende für Tuning)

Augenzeugen vor Ort berichten von Hunderten Feiernden ohne Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz. Viele Autofans feierten dichtgedrängt auf engstem Raum – ungeachtet der Ansteckungsgefahr. An manchen Stellen herrschte ein Massenandrang von bis zu 3.000 Personen. (Polizei legt Nissan von Tuner (25) still – Folierer hilft mit Spendenaktion)

Ein Brennpunkt entstand traditionell vor dem Casino in Velden. Völlig überfüllt waren auch die sogenannte „Turbokurve“ am Parkplatz Arneitz sowie die Umgebung des „Pyramidenkogel“. Dort versammelten sich die Autofans – und ließen bis tief in die Nacht die Reifen ihrer aufgemotzten Fahrzeuge qualmen. (98 km/h zu schnell: 39-jähriger Raser im BMW 7er duelliert sich mit Autobahn-Polizei)

GTI-Treffen 2020 am Wörthersee: Grenzwertiger Massenansturm

„Es ist noch viel schlimmer als befürchtet. Die Lage vor Ort ist absolut grenzwertig und extrem. Teilweise gibt es anarchistische Zustände“, schilderte Bernd Riepan, der verzweifelte Bezirkshauptmann von Villach-Land, die Szenerie. Auch die lokale Polizei sprach gegenüber 24auto.de von einem „Massenansturm“. (JP Kraemer: Mit 142 km/h durch Ort geheizt – kein Strafverfahren, aber dafür ...)

Den Unternehmern der Touristikbranche waren die lärmenden Autofreaks ebenfalls ein Dorn im Auge. Christian Kresse beispielsweise, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, sieht das Maß des Erträglichen „mehr als überschritten“. Wie heute.at berichtet vergleicht er das GTI-Treffen mit „Ballermann-Tourismus schlimmster Ausprägung“. Um die normalen Touristen zu schützen, müsse man „diese Verrückten von den Straßen bekommen“. (Frau verwüstet Supermarkt mit Hyundai Genesis – der Grund ist völlig banal)

GTI-Treffen 2020 am Wörthersee: Polizeikräfte im Dauereinsatz

Vor allem am Freitag und Samstag musste die Kärntner Polizei dutzendfach ausrücken, um die Situation irgendwie unter Kontrolle zu bekommen. Die Ursachen waren meist dieselben: Verkehrsdelikte, Lärm, Abgase, Müll und Verstöße gegen die geltenden Corona-Regeln. An manchen Stellen sahen sich die Beamten gezwungen, Straßensperren einzurichten. (JP Kraemer: Helikopter über seiner Firma – „Die Jungs finden mich nicht“)

Die Bilanz der Ordnungshüter spiegelt das Geschehen eindrucksvoll wider: Laut Angaben der Landespolizei Kärnten wurden von Donnerstag bis Sonntag etwa 700 Strafmandate direkt vor Ort verteilt. Wegen illegaler Umbauten an Fahrzeugen wurden zahlreiche Kennzeichen einbehalten. Hinzu kamen rund 400 Anzeigen wegen Lärmbelästigung, Verkehrsbehinderung und Verkehrsgefährdung. Einen Unfall mit Personenschaden habe es zum Glück nur einen einzigen gegeben. Drei Raser mussten ihre Führerscheine abgeben.

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