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Tesla Cybertruck cruist durch New York: Elon Musk enthüllt Krankheit im TV

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Von: Christian Schulz

Kurz vor Elon Musks Auftritt bei „Saturday Night Live“ sorgt der Tesla Cybertruck am Times Square für Aufsehen. In der TV-Show lässt der Tesla-CEO dann eine Bombe platzen.

New York City (USA) – Wenige Stunden vor Elon Musks spektakulärem und von viel medialem Tamtam begleitetem Auftritt als Gast-Gastgeber der bekannten TV-Show „Saturday Night Live“ (SNL) des US-Senders NBC wurde am New Yorker Times Square der futuristische Tesla Cybertruck gesichtet. Der exzentrische CEO des amerikanischen E-Auto-Herstellers trat in der legendären spätabendlichen Satire-Sendung gemeinsam mit seiner Mutter Maye Musk auf – und gab dabei auch einige bis dato unbekannte Details zu Besten. Ausgestrahlt wurde die Show aus dem benachbarten Rockefeller Center. Die Menschen auf den Straßen Manhattans spekulierten natürlich sofort, ob der selbsternannte „Technoking of Tesla“ selbst am Steuer des extravaganten Elektro-Pick-ups saß.

Der Tesla Cybertruck am New Yorker Times Square sowie Elon Musk und seine Mutter (Symbolbild)
Vor dem Auftritt von Elon Musk und seiner Mutter bei „Saturday Night Live“ wurde am Times Square der Tesla Cybertruck gesichtet. (Symbolbild) © Twitter (@ericrihlmann) / dpa/ZUMA Wire

Tesla Cybertruck in New York: Elon Musk enthüllt Krankheit bei „Saturday Night Live“

Ob es so war – oder sich nur um einen zusätzlichen Marketing-Gag des kalifornischen Konzerns handelte? Man weiß es nicht. Doch ansonsten kann man die aufsehenerregenden Auftritte von Tech-Milliardär Elon Musk (49) mit dem Tesla Cybertruck eher an einer Hand abzählen. Da war zum einen die unvergessene Präsentation des Elektro-Ungetüms im November 2019, die zur legendären Peinlichkeit geriet: Eine Demonstration, welche die Stärke der Fenster von Teslas erstem Pick-up zeigen sollte, ging gehörig schief. Als Elon Musk vollmundig verkündete, quasi nichts könne seinem neuen E-Boliden etwas anhaben und sein Team aufforderte, eine Metallkugel auf selbiges zu werfen – gingen die Panzerglas-Scheiben zu Bruch. Das ließ erhebliche Zweifel an dem Fahrzeug aufkommen – und der Tesla-Boss verlangte umgehende Design-Änderungen.

Dann wurde Elon Musk noch entdeckt, als er mit dem vollelektrischen Prototypen 2019 zu einem Restaurant in Los Angeles fuhr. Recht viel mehr war da nicht. Da das Science-Fiction-Mobil noch weit von so etwas wie Serienreife entfernt zu sein scheint, verzichtete der Tesla-Chef wohl lieber darauf, zu oft mit dem Nutzfahrzeug gesehen zu werden. In jüngerer Vergangenheit steuerte Elon Musk allerdings höchstselbst einen Tesla Cybertruck zur Gigafactory. Seine Fans waren aus dem Häuschen, doch der illustre Tech-Milliardär hatte gar keine guten Nachrichten im Gepäck – und legte ein bitteres Geständnis ab.

Laut Tesla ist der Cybertruck "das mächtigste Werkzeug, das sie je gebaut haben". Es handelt sich um ein Sechs-Sitzer-Fahrzeug aus "ultrahartem, dreißigfach kaltgewalztem Edelstahl" und "Panzerglas", das mit drei verschiedenen Antrieben angeboten wird. Die dreimotorige Variante mit Allrad schafft den Standardsprint von 0 auf 100km/h in etwa 2,9 Sekunden. Da sieht selbst ein Porsche 911 alt aus. In dieser Konfiguration soll der E-Pick-up laut Herstellerangaben bis zu 800 Kilometer Reichweite bewältigen können – und 70.000 US-Dollar (58.000 Euro) kosten. Das Basismodell mit einem Elektromotor und Hinterradantrieb soll mit einem Preis von rund 40.000 US-Dollar (33.000 Euro) starten. Seine Reichweite liegt bei umgerechnet rund 400 Kilometern. (Tesla Cybertruck: Fan baut Billig-Version nach – „Ich dachte, ich hätte alles gesehen“)

Tesla Cybertruck in New York: Elon Musk erzählt von Asperger-Erkrankung

Beim anschließenden Fernsehauftritt ließ Elon Musk dann eine Bombe platzen: Der erfolgreiche Unternehmer erzählte vor laufenden Kameras, dass er das Asperger-Syndrom habe. „Ich schreibe übrigens heute Abend Geschichte als erster Mensch mit Asperger, der Saturday Night Live moderiert“, so Musk: „Oder zumindest der erste, der es zugibt.“ Das Asperger-Syndrom gilt als eine Ausprägung aus dem Autismus-Spektrum. Autismus kann laut den diagnostischen Kriterien bedeuten, dass Betroffene in sozialen und kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt sind. Asperger oder sogenannter hochfunktionierender Autismus wird oft mit einer höheren Intelligenz als „klassischer“ Autismus in Verbindung gebracht. (Tesla-Geständnis: Autonomes Fahren weit entfernt – doch Elon Musk verspricht „Full Self Driving“ für alle)

Elon Musk und Mutter zu Gast in der NBC-Show „Saturday Night Live“.
Tesla-Boss und Tech-Milliardär Elon Musk (r.) mit seiner Mutter Maye in der NBC-Show „Saturday Night Live“. © dpa/ZUMA Wire

Im Vorfeld der Show hatte es heftige Diskussionen um Elon Musks Rolle als Gastmoderator gegeben. Das liegt an seinen zahlreichen umstrittenen Äußerungen. Der Visionär ist einer der wenigen unter den reichsten Menschen der Welt, die nicht versprochen haben, den Großteil ihres unermesslichen Reichtums zu spenden. Einer, der Coronavirus-Bedenken als „dumm“ abtat und sagte, dass die Fälle bald von selbst zurückgingen. Einer, der die Maßnahmen zur Eindämmung der tödlichen Seuche als „faschistisch“ bezeichnete – während sein Vermögen in der Pandemie auf 166 Milliarden US-Dollar (136 Milliarden Euro) anwuchs. Elon Musk nimmt selten ein Blatt vor den Mund – und provoziert für sein Leben gerne: Im Jahr 2018 hatte er einen thailändischen Höhlentaucher, der Kinder rettete, als „Pädo-Typen“ bezeichnet. Auch über die US-Börsenaufsicht hatte er sich lustig gemacht. („Autopilot“ erst mal nicht vollautonom: Tesla-Mitarbeiter relativiert Aussagen von Elon Musk)

Tesla Cybertruck in New York gesichtet: „Habt ihr gedacht, ich sei ein entspannter, normaler Typ?“

In seinem Eröffnungsmonolog gab Elon Musk, der auch Gründer des Weltraum-Unternehmes SpaceX ist, eine vermeintliche Erklärung für sein gelegentlich sonderbares Verhalten: „Schauen Sie, ich weiß, dass ich seltsame Dinge sage oder veröffentliche, aber so funktioniert mein Gehirn eben.“ Jedem, den er beleidigt habe, wolle er jedoch sagen: „Ich habe Elektroautos neu erfunden und ich schicke Menschen in einer Rakete zum Mars. Habt ihr ernsthaft gedacht, ich sei ein entspannter, normaler Typ?“ (Tesla Roadster: Elon Musk will E-Auto schweben lassen – mit Raketen-Power von SpaceX)

Bei der Comedy-Show scherzte der Unternehmer auch über den außergewöhnlichen Namen seines Sohnes XÆ A-XII sowie die Kryptowährung Dogecoin. Die Währung mit einem Marktwert von rund 60 Milliarden Euro sei „ein unaufhaltsames Vehikel, das die Welt erobern wird“, sagte Musk – nur um Dogecoin kurz darauf als „Abzocke“ zu bezeichnen. Der Börsenkurs der Kryptowährung stürzte kurz nach der Ausstrahlung der Show regelrecht ab. (Mit Material von dpa und AFP)

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