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Elektro-Leichtfahrzeug: 44 Prozent weniger CO2-Ausstoß als Pkw

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Von: Simon Mones

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Elektrische Leichtfahrzeuge könnten den CO2-Ausstoß in Deutschland drastisch reduzieren. Denn: Fast die Hälfte der Autofahrten könnte so ersetzt werden.

Köln – Elektrische Leichtfahrzeuge wie der Electra Meccanica Solo oder ein E-Bike vom Augsburger Start-up Hopper Mobility mögen auf den ersten Blick kurios anmuten, doch sie wollen nicht weniger als die Lücke zwischen Auto und Fahrrad zuschließen. Doch sie könnten auch einen großen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase leisten, das zumindest legt eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des europäischen Interessenverbands für elektrische Leichtfahrzeuge (Leva-EU) nahe.

Der Untersuchung zufolge könnte die Hälfte der Kilometer, für die in Deutschland das Auto benutzt wird, auch mit einem solchen elektrischen Leichtfahrzeug zurückgelegt werden. Das würde die Treibhausgas-Emissionen um 44 Prozent senken – verglichen mit einem Pkw mit Diesel- oder Ottomotor. Pro Jahr würden somit rund 57 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Elektro-Leichtfahrzeug: 44 Prozent weniger CO2-Ausstoß als Pkw

Einem Bericht des Branchenmagazins „Bike Europe“ zufolge könnten sogar 76 Prozent aller Autofahrten mit elektrischen Leichtfahrzeugen absolviert werden – egal ob E-Bike, ein Mikro-Elektroauto oder ein Roller. Im Durchschnitt würden so 88 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes vermeiden.

Mehrere ElectraMeccanica Solo auf der Los Angelas Motor Show. (Symbolbild)
Mit Leichtfahrzeugen wie dem ElectraMeccanica lässt sich viel CO2 einsparen. (Symbolbild) © Gene Blevins/Imago

Entsprechend haben die Forscher der DLR-Institute für Fahrzeugkonzepte und Verkehrsforschung „die ganze Bandbreite“ an elektrischen Leichtfahrzeugen untersucht. Dabei wurden jedoch nur Fahrzeuge berücksichtigt, die nicht schneller fahren als 125 km/h.

Elektro-Leichtfahrzeug: Nur 1,4 Menschen pro Fahrt im Auto

Welche Auswirkung dieses Einsparpotenzial hat, zeigt ein genauer Blick auf den deutschen CO2-Ausstoß. Hier macht der Verkehrsbereich rund 20 Prozent aus. Allerdings stagnieren die Emissionen seit Jahren auf einem hohen Stand und steigen teils sogar an. Mehr als 60 Prozent davon machen die Autos aus – die noch immer das meistgenutzte Verkehrsmittel sind. Zeitgleich sitzen im Durchschnitt nur 1,4 Menschen pro Fahrt im Auto.

Die Strecken sind oft ebenfalls überschaubar: 80 Prozent der Fahrten sind dabei kürzer als 20 Kilometer. Besonders alarmierend: Jeden Tag gibt es jeweils rund 30 Millionen Fahrten, die kürzer sind als zwei oder fünf Kilometer.„Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass für solch kurze Distanzen nicht unbedingt ein großer Pkw notwendig ist, sondern LEV durchaus eine Alternative darstellen“, erklärte Laura Gebhardt, die für die Studie Mobilitätsdaten ausgewertet hat.

Elektro-Leichtfahrzeug: Nur Nischen-Thema „auf dem Fahrzeugmarkt, in der Wissenschaft und auf der politischen Agenda“

„Sie ermöglichen weiterhin individuelle Mobilität nur wesentlich nachhaltiger“, betont die Wissenschaftlerin des DLR. Zudem könnten die Leichtfahrzeuge die Lebensqualität in der Stadt erhöhen, da sie beim Parken deutlich weniger Platz benötigen. Außerdem befindet man sich oft auch an der frischen Luft, was einen gesundheitlichen Vorteil mit sich bringt, wie auch „heise.de“ berichtet.

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Um das in der Studie aufgezeigte Potenzial nutzen zu können, müsse aber die Akzeptanz der Leichtfahrzeuge in der Bevölkerung gesteigert werden. Hier nehmen die Forscher auch die Politik in die Pflicht. So seien Anreize für den Kauf und die Nutzung – ähnlich wie die Umweltprämie bei Elektroautos – aber auch der Aufbau einer Infrastruktur und mehr komfortable und sichere Fahrzeugkonzepte notwendig. Allerdings besetzten die Leichtfahrzeuge „nur eine kleine Nische auf dem Fahrzeugmarkt, in der Wissenschaft und auf der politischen Agenda“.

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