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ADAC hilft Autofahrern aus der Ukraine gratis – nicht jeder findet das gut

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Von: Marcus Efler

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Die „Gelben Engel“ des ADAC helfen ukrainischen Flüchtlingen bei einer Panne nun unbürokratisch und kostenlos. Darum verwirrt das manche andere Autofahrer.

München – Der russische Angriff auf die Ukraine hat immense Folgen für Autoindustrie und -Fahrer. Darüber hinaus hat er eine große Fluchtwelle in Gang gesetzt: Etwa eine Million Menschen sind aus dem überfallenen Land bereits in westliche Länder geflohen, und täglich werden es mehr. Mehrere Tausend von ihnen sind mittlerweile auch in Deutschland gelandet, die meisten per Auto.

Viele der Fahrzeuge haben schon etliche Jahre und Kilometer auf dem Blech, die Strapazen der Flucht belasten das Material ebenso wie die Menschen, Autopannen sind deshalb keine Seltenheit. Mit einer besonderen Geste unterstützt der ADAC nun die Gestrandeten – und leistet bei Fahrzeugen aus der Ukraine in Deutschland kostenlose Pannenhilfe.

ADAC hilft Autofahrern aus der Ukraine gratis – nicht jeder findet das gut

„Die ADAC Pannenhilfe wird allen Flüchtenden und den Ukraine-Helfern, die in Deutschland unterwegs eine Panne haben, unbürokratisch helfen“, erklärte ADAC Technikpräsident Karsten Schulze. Damit schließt sich Europas größter Autoclub der Welle der Hilfsbereitschaft an, und schließt ausdrücklich auch deutsche Helfer ein.

Die Reaktion ist wie erwartbar positiv – allerdings nicht nur. Auf dem Facebook-Profil des Autofahrer-Vereins melden sich zunehmend auch kritische Stimmen. „So eine Aktion hätte ich von ADAC für die Corona-Pandemie erwartet, bin total enttäuscht als Mitglied“, postete ein User. „Hat Euch vom ADAC aber vor 2 Wochen nicht Interessiert, als wir mit einem Hilfskonvoi der Feuerwehr ins Ahrtal eine Reifenpanne hatten“, kritisierte ein anderer: „Sollten erstmal 1500€ per Visa vorab leisten. Hoffe, das läuft diesmal besser“. Gegenüber 24auto.de betonte ein ADAC-Sprecher allerdings, dass der Autoclub mit der Aktion „Engel helfen Engeln“ bei der Flutkatastrophe ebenfalls unbürokratisch geholfen habe – was jetzt als Vorbild für die Ukraine-Aktion gedient habe.

Auto des ADAC (Symbolbild)
Unbürokratische Hilfe für Flüchtlinge und ihre Helfer: Ein Fahrzeug des ADAC. (Symbolbild) © Ralph Peters/Imago

ADAC hilft Autofahrern aus der Ukraine gratis – und manchen anderen auch

Andere wiederum merkten an, dass der ADAC sowieso unabhängig von Mitgliedschaft Hilfe leisten müsse. Daraufhin erklärte der Club die grundsätzliche Regelung (die vielen Autofahrern nicht bekannt ist): „Der ADAC hilft im Interesse der allgemeinen Verkehrssicherheit, insbesondere auf Autobahnen, grundsätzlich jedem Autofahrer, der aufgrund einer Panne oder eines Unfalls Hilfe benötigt. Die Hilfe für Nichtmitglieder erfolgt dabei normalerweise aber auf freiwilliger Basis im Rahmen verfügbarer Kapazitäten“.

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ADAC hilft Autofahrern aus der Ukraine gratis – aber was ist mit Abschlepp-Diensten?

Falls der „Gelbe Engel“ das Pannenfahrzeug nicht mit Bordmitteln wieder fahrtüchtig machen kann, übernimmt dann ohnehin ein unabhängiger Abschlepp-Dienst (darum sollte man E-Autos übrigens nicht selber abschleppen). Für dessen Rechnung reicht eine normale Mitgliedschaft in der Regel nicht aus, da muss es schon ein Schutzbrief sein. Dass diese Firmen bei Fahrzeugen von Flüchtlingen und deren Helfern ebenfalls auf Bezahlung verzichten, ist bislang nicht bekannt.

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