Böse Überraschung

Sportwagen für 31.000 Dollar in China bestellt – die Lieferung ist ein echter Witz

Der Elektro-Sportwagen Qiantu K50 vom chinesischen Hersteller Qiantu Motor.
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Einen solchen Qiantu K50 Elektro-Sportflitzer hatte sich ein Auto-Blogger aus den USA bestellt. Geliefert wurde allerdings ein „etwas“ anderes Fahrzeug.
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Ein Auto-Blogger aus den USA glaubte, er habe ein richtiges Online-Schnäppchen gemacht: Er bestellte einen Elektro-Sportwagen in China. Bei der Abholung traf ihn jedoch fast der Schlag.

Clovis (Kalifornien) – Der US-Blogger und YouTuber „The Inja“ hat auf die harte Tour lernen müssen, dass man heutzutage nicht alles einfach so im Internet bestellen kann. Wenn man nämlich nicht darauf achtet, dass es sich um einen seriösen Händler handelt, kann das Online-Shopping ganz schön schiefgehen. Denn in der weiten Welt des Internets lauern bekanntlich immer mal wieder Betrüger, die falsche Vorstellungen erwecken oder Kunden mit gefälschten Anzeigenbildern ködern. Läuft es blöd, bekommt der Besteller dann ein fehlerhaftes Produkt – oder auch ein gänzlich anderes. So wie in diesem Fall.

Sportwagen für 31.000 Dollar in China bestellt – doch geliefert wird ein echter Witz

„The Inja“, der auf seinem Blog „Cafe Racer Builds“ sowohl über Autos als auch Motorräder schreibt, hatte sich über die Online-Plattform Alibaba.com bei einem chinesischen Händler namens „Zhenjiang Zibon Electric Vehicles“ einen Qiantu K50 bestellt. Der Elektro-Sportwagen des Herstellers Qiantu Motor aus Suzhou nordwestlich von Shanghai kostet normalerweise um die 100.00 US-Dollar. Das Exemplar, das dem Blogger angeboten wurde, sollte allerdings schon für günstige 31.000 US-Dollar über den virtuellen Verkaufstresen gehen. Was für ein Schnäppchen, dachte sich zumindest Autofreak „The Inja“ und schlug zu. (Mann soll von Corona-Staatshilfen diesen Lamborghini gekauft haben)

Sportwagen für 31.000 Dollar in China bestellt: Container war kleiner als erwartet

Der Händler aus China versprach ihm so einiges: Unter anderem, dass er seinen neuen Wagen direkt aus Übersee bis vor seine Haustür geliefert bekäme. Dies geschah jedoch nicht. Stattdessen musste der Blogger aus Clovis bei Fresno bis in den 400 Kilometer entfernten Hafen von Los Angeles reisen, um sein Auto abzuholen. Dort erwartete er einen brandneuen, eleganten Elektro-Boliden. (Weil Besitzerin nicht ausziehen will: Chinesen bauen Autobahn um Haus herum)

Doch bereits beim ersten Anblick des Containers, in dem sich der Sportwagen befinden sollte, wurde „The Inja“ stutzig. Irgendwie war der chinesische Holzverschlag etwas klein geraten. Seine böse Vorahnung sollte sich nur kurze Zeit später bestätigen. Beim Öffnen der Box traute „The Inja“ seinen Augen nicht: Statt des von ihm georderten Qiantu K50 befand sich im Inneren lediglich ein klitzekleines anderes Auto – so winzig, dass sogar ein Smart dagegen groß erscheint. (Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch fliegt Kurzstrecke – fordert aber Diesel-Fahrverbote)

Sportwagen für 31.000 Dollar in China bestellt: „Wütend und frustriert“

Der Blogger durfte also keineswegs einen sportlichen neuen Flitzer sein eigen nennen – sondern war „stolzer“ Besitzer eines Kleinstwagens mit einer Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h. „Worte können nicht beschreiben, wie wütend und frustriert ich gerade bin. Ich bin wirklich sprachlos“, erklärt „The Inja“ in seinem Video. (Gebrauchtwagen verkaufen auf „wirkaufendeinauto.de“? ADAC fällt bitteres Urteil)

Das gelieferte Fahrzeug ist eine absolute Kuriosität: Auf einer Testfahrt, die der Blogger unternahm, wurde er sogar von Fahrradfahrern überholt. Auch um welche Marke es sich überhaupt handelt, ist nicht ersichtlich. Das höchstwahrscheinlich fiktive Logo sieht aus wie eine spiegelverkehrte Abwandlung des Symbols der japanischen Automobilmarke Lexus. („Asphalt Cowboys“ (DMAX): Jetzt kehrt Andreas Schubert († 45) noch mal ins TV zurück)

Sportwagen für 31.000 Dollar in China bestellt: Blogger bekommt Geld zurück

Am Ende hatte „The Inja“ noch einmal Glück im Unglück. Zumindest finanziell endete die Geschichte für ihn nicht in einem völligen Fiasko. Nachdem der Blogger mehrere Videos bei YouTube hochgeladen hatte, in denen er über die unschöne Affäre berichtet, bombardierten seine Anhänger die beiden beteiligten Händler mit zahlreichen E-Mails und schrieben entsprechend erboste Online-Bewertungen. (Inoffizielles GTI-Treffen am Wörthersee: Keine Rücksicht auf Corona – „Massenansturm“)

Aufgrund dessen sahen sich diese letztendlich dazu gezwungen, dem arglistig Getäuschten sein bereits überwiesenes Geld zurückzuerstatten. Das veranlasste „The Inja“ zu einem abschließenden weiteren Video, in dem er mit dem chinesischen Geschäftsmann abrechnet – und sich bei seinen Fans für die Unterstützung bedankt, wie auch tz.de berichtet*. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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