Handgedengelter Supersportler

Bugatti made in China: Video vom Bau einer Kopie wird Social-Media-Hit

Der originale Bugatti Vision Gran Turismo, darüber der China-Nachbau (Symbolbild).
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Eine chinesische Mechaniker-Truppe hat den Bugatti Vision Gran Turismo nachgebaut (Symbolbild).
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Das Video eines chinesischen Mechaniker-Teams ist aktuell der Hit in den Sozialen Medien: Die Truppe hat von Hand einen Bugatti nachgebaut – und zwar einen ganz speziellen.

  • Eine chinesische Mechaniker-Truppe hat einen ganz speziellen Bugatti Chiron nachgebaut
  • Den kompletten Arbeitsprozess an dem Supersportwagen hat die Mannschaft auf Video festgehalten
  • Vor allem eine Frage zu dem handgedengelten Bugatti beschäftigt das Netz

München – Ein Bugatti Chiron (Millionenschaden: Bugatti Chiron kracht in Porsche Cabrio – diese Aktion war der Auslöser) ist eine echte Rarität. Nur 500 Exemplare des Supersportwagens mit unglaublichen 1.600 PS werden gebaut. Unerschwinglich ist er für Normalverdiener obendrein: Mindestens rund drei Millionen Euro werden fällig, von den exorbitanten Unterhaltskosten mal ganz abgesehen. Eine chinesische Schrauber-Mannschaft namens „Mechanic Jack‘s Team“ hat sich deshalb einfach einen eigenen Bugatti gebaut. Und zwar einen, den es eigentlich nur ein einziges Mal gibt – und zwar als Studie: den Bugatti Vision Gran Tourismo. Den Entstehungsprozess hat die Truppe auf Video festgehalten und in verschiedenen Sozialen Medien veröffentlicht. Der erste Teil des Facebook-Videos wurde inzwischen über 15 Millionen Mal angesehen, mehr als 70.000-mal geteilt und mehrere tausendmal kommentiert. Nun hat die Truppe das finale Video bei Facebook online gestellt: Hier sehen Sie den kompletten Clip.

Handgedengelter Bugatti: Drei Monate Arbeit, V8- statt W16-Motor

Zu sehen ist in dem Clip unter anderem, wie die Männer den Rahmen zusammenschweißen, unzählige Metallteile zurechtschneiden und schließlich einen Motor einbauen. Als Vorbild für die Kopie diente den Video-Schraubern neben Fotos offenbar ein kleines Modell des Bugatti Vision Gran Turismo: Wer im Video genau hinsieht, kann es gleich mehrere Male entdecken. Drei Monate hat es laut den Machern gedauert, bis der China-Bugatti fertig war. Einen W16-Motor wie das Original hat der Nachbau natürlich nicht an Bord. Das verbaute Aggregat ist ein V8. So weit sich das von den Video-Aufnahmen her sagen lässt, scheint es sich um einen Audi-Motor zu handeln: den 4,2-Liter-V8-TFSI (Riesiger Shitstorm gegen Audi: „Wir entschuldigen uns für dieses unsensible Bild“). Zwar ist das Video größtenteils mit Musik unterlegt, doch an einigen Stellen kann man den Motor hören: Der Sound des China-Bugatti klingt auf jeden Fall ziemlich heftig.

Gut, wer sich schon mal etwas mit dem Thema Arbeitsschutz auseinandergesetzt hat, dem stellen sich bei dem Video vermutlich die Nackenhaare auf – denn Sicherheit scheint bei der Truppe von „Mechanic Jack“, die eigentlich auf die Reparatur von Lastwagen spezialisiert ist, nicht die allergrößte Rolle zu spielen. Da wird ohne Schutzbrille geschweißt, ohne Handschuhe mit scharfkantigem Metall hantiert und statt Sicherheitsschuhen trägt ein Arbeiter Flip-Flops, während er mit der Flex werkelt. „Ist der Schweißer eigentlich schon blind?“, fragt ein Facebook-Nutzer. „Sehr gute Arbeit, wenn ihr euch nur ein wenig mehr um die Sicherheit am Arbeitsplatz kümmern würdet.“

Die Studie Bugatti Vision Gran Turismo wurde auf der IAA 2015 in Frankfurt vorgestellt

Handgedengelter Bugatti: Diese Frage beschäftigt die Autofans

Und so erstaunlich genau die Chinesen die Karosserie des französischen Supersportwagens kopiert haben – beim Namen haben sie offenbar nicht genau hingeschaut: „BUGATTK“ statt „BUGATTI“ steht am oberen Rand der Windschutzscheibe. Und auch Leistungsdaten zu dem Nachbau gibt es leider nicht. Fahren kann das Auto jedenfalls: In dem Video (Familien-Fahrt im Mercedes Sprinter: Jessica Alba erntet Shitstorm – „echt jetzt?“) sieht man es in einem Innenhof rangieren. Wie schnell es fährt – und vor allem, wie es sich fährt – bleibt unklar. In den Sozialen Medien bezweifeln Nutzer, dass der Rahmen Marke Eigenbau wirklich etwas aushält, vor allem nicht so einen kräftigen Motor.

Doch es ist vor allem eine Sache, die die Autofans im Netz beschäftigt: „So viel Metall! Wie viel wiegt das Ding?“, fragt ein Nutzer auf Facebook. Und auch viele andere wollen das wissen. „Das Auto ist sicherlich superschwer“, vermutet ein Nutzer. Eine Antwort darauf gibt es leider nicht – aber vielleicht reichen die Chinesen die Daten ja noch nach.

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