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Video: Seltener Bugatti Divo ballert über den Nürburgring – und das ist der Grund

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Von: Sebastian Oppenheimer

Die Auslieferungen für den Hypersportwagen Bugatti Divo haben im April begonnen – doch nun wurde ein Exemplar in hohem Tempo auf der Nürburgring-Nordschleife gesichtet. Eine Testfahrt für den letzten Feinschliff? Wir haben nachgefragt.

Molsheim – Ein Bugatti Chiron ist nun wirklich kein alltägliches Auto: 16 Zylinder, 1500 PS und ein Kaufpreis von mehr als drei Millionen Euro. Doch mit dem Divo setzt die Volkswagen-Tochter Bugatti noch einmal einen drauf: Ein Kleinserie von 40 Exemplaren wird gebaut – zu einem Nettopreis von jeweils mindestens fünf Millionen Euro (Wenn der Preis ein Geheimnis ist: Das sind die exklusivsten Modelle der Nobelmarken).

Die Auslieferungen des Divo haben laut Bugatti im April begonnen und normalerweise verschwinden solche Preziosen in den Garagen wohlhabender Sammler. Doch nun wurde ein Bugatti Divo auf der Nürburgring-Nordschleife in flotter Fahrt gefilmt. Nimmt der Autobauer an dem seltenen Fahrzeug noch die letzte Feinabstimmung vor? 24auto.de hat bei Bugatti angefragt.

Bugatti Divo: 35 Kilogramm leichter als der Chiron

Der Bugatti Divo basiert auf dem Chiron, soll aber eher Käufer ansprechen, die das Fahrzeug auf kurvenreichen Strecken bewegen wollen. Das Gewicht wurde im Vergleich zum Chiron um 35 Kilogramm reduziert, der Abtrieb konnte dagegen um 90 Kilogramm gesteigert werden. Lenkung und Fahrwerk sind im Divo direkter abgestimmt („Du hast ja immer ein Bremspedal“: 78-Jähriger kauft sich McLaren 720S Spider).

Ein Bugatti Divo fährt auf einer Straße in der Wüste.
Ein Bugatti Divo kostet mindestens fünf Millionen Euro. © Bugatti

Die Sprintzeit des Divo von 0 auf 100 km/h – dessen maximales Drehmoment bei 1.600 Newtonmetern liegt – gibt Bugatti mit 2,4 Sekunden an (Tesla Roadster: Dank Raketenantrieb in unter 1,9 Sekunden von null auf 60 Meilen!). Auf dem 6,2 Kilometer langen Handlingkurs in Nardo soll der Divo laut Bugatti eine um acht Sekunden schnellere Rundenzeit auf den Asphalt gebrannt haben als der Chiron. Und das, obwohl die Leistung die Gleiche ist wie beim Chiron (Furioser Abschied von Dragster-Fahrerin: So spektakulär wurde ihre Asche verstreut).

Ein Bugatti Divo steht in der Wüste.
Mega-Spoiler: Der Bugatti Divo leistet wie der Chiron unglaubliche 1.500 PS. © Bugatti

Bugatti Divo: Benannt nach einem französischen Rennfahrer

Optisch hebt sich der Divo deutlich vom Bugatti Chiron ab: Ein feststehender Spoiler, neue Lufteinlässe auf dem Dach und die stärker als bisher zerklüftete Front lassen den Ableger deutlich aggressiver wirken. Seinen Namen hat das Sondermodell vom französischen Rennfahrer Albert Divo (71, †1966), der in den 1920er-Jahren mit Fahrzeugen von Bugatti zweimal die Targa Florio gewann – eine der kurvenreichsten Strecken der Motorsportgeschichte.

Ein mehr als drei Minuten langes Youtube-Video zeigt den Bugatti Divo nun auf dem Nürburgring (BMW M3: Neues Video zeigt Entwicklungsstand und verrät Details – Vorstellung im September):

Bugatti Divo im Video auf der Nordschleife: das ist der Grund für die Testfahrt

Das Youtube-Video (Wo ist der Tankdeckel? YouTube-Video zeigt Irrfahrt einer Frau – so lange dauert sie) zeigt das Fahrzeug allerdings nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch bei der Fahrt auf der Straße. Der Filmer verfolgt den Bugatti Divo aus nächster Nähe und hält dabei mit der Kamera auf das Heck des Fahrzeugs. Dabei sind Kabel zu erkennen, die aus dem Motorraum zu kommen scheinen. Diese Tatsache legt den Verdacht nahe, dass es sich um Teile einer Messeinrichtung handelt. Werden hier also letzte Abstimmungsmaßnahmen an dem extrem seltenen Boliden durchgeführt?

Wir haben bei Bugatti angefragt, was es mit der Fahrt des Divo mit dem Wolfsburger Nummernschild auf dem Nürburgring auf sich hat. Die Antwort: Die Testfahrten haben mit der Entwicklung des Bugatti Chiron Pur Sport zu tun. Das „Entwicklungsfahrzeug“ des Divo sei das aktuellste und werde deshalb als Referenzfahrzeug verwendet. Die ersten Fahrzeuge des Bugatti Chiron Pur Sport sollen im Spätsommer/Herbst produziert und noch Ende des Jahres ausgeliefert werden. „Das Fahrzeug muss in gewohnter Bugatti-Manier extrem präzise, vorhersehbar, aber auch einfach zu fahren sein – auf Rundstrecke wie öffentlicher Straße“, sagt Jachin Schwalbe, Leiter der Fahrwerksentwicklung.

Ein Bugatti Chiron Pur Sport bei Testfahrten auf der Nordschleife.
Feinabstimmung: Die Bugatti-Tester absolvieren letzte Handling-Fahrten mit dem Chiron Pur Sport. © Bugatti

Der Chiron Pur Sport kostet netto rund drei Millionen Euro – nur 60 Exemplare davon werden gebaut. „Die Nordschleife mit ihrer ungewöhnlichen Topografie, den vielen Kurven und dem Hochgeschwindigkeitsstück ab der Döttinger Höhe ist für Fahrer und Fahrzeug sehr anspruchsvoll und ideal für unser neues, auf Agilität und Schnelligkeit getrimmtes Fahrzeug“, sagt Stefan Ellrott, Entwicklungs-Chef von Bugatti.  „Daher haben wir die finalen Tests für die Feinabstimmung an Fahrwerk und Sicherheitssystemen hier an die Eifel gelegt.“

Blick in den Innenraum des Bugatti Divo.
Seltener Anblick: Das Interieur eines Bugatti Divo. © Max Earey/Bugatti

Bugatti Divo: Alle 40 Exemplare sind bereits verkauft

Übrigens: Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und zufällig mehr als fünf Millionen Euro auf dem Konto hat – laut Bugatti sind bereits alle 40 geplanten Exemplare des Divo verkauft. „Unsere Kunden haben den sportlichen Ansatz des Divo direkt verstanden und unser Projekt unterstützt“, sagt Bugatti-Chef Stephan Winkelmann (55).

Doch bei dem exklusiven Autobauer aus Molsheim geht es noch exklusiver: Der Bugatti Centodieci soll nur zehn Mal gebaut werden und mindestens 9,5 Millionen Euro kosten. Und der Bugatti La Voiture Noire ist sogar ein Einzelstück: Verkauft für angeblich mehr als elf Millionen Euro.

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