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Frau zündet eigenes Auto an – kaum zu fassen, wem sie’s in die Schuhe schieben will

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Von: Christian Schulz

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Eine Frau soll in Hamburg ihre eigene Mercedes-Benz E-Klasse angezündet und die Tat G20-Chaoten in die Schuhe geschoben haben. Als die Versicherung nicht zahlte, versuchte sie angeblich, einen staatlichen Hilfsfond abzuzocken. Jetzt kommt sie vor Gericht.

Hamburg – Die Bilder gingen um die Welt: In den Nächten des 7. und 8. Juli 2017 brannten in Hamburg zahlreiche Autos lichterloh. Bei den Protesten gegen den G20-Gipfel der internationalen Staats- und Regierungschefs in der Hansestadt wurden von einigen militanten Splittergruppen der Protestierenden mehr als 100 Pkw in Brand gesteckt. Unzählige Fahrzeuge verschiedenster Hersteller und Größen wurden ein Raub der Flammen.

Frau zündet eigenes Auto an – nicht zu fassen, wem sie’s in die Schuhe schieben will

Gelegenheit macht bekanntlich Diebe – und so fühlte sich anscheinend eine heute 37 Jahre alte Frau durch die Ereignisse und die brennenden Automobile ihrer Mitmenschen zu einer besonders dreisten Schandtat inspiriert. Jedenfalls soll ihr eine Idee gekommen sein, die sie für richtig clever hielt. Laut Darstellung der Staatsanwaltschaft Hamburg gegenüber 24auto.de wollte die Frau erst ihre Versicherung leimen – und kassierte dann unberechtigterweise Geld vom Staat.

Der 37-Jährigen wird vorgeworfen, in der Nacht zum 9.7.2017 – also unmittelbar nach dem G20-Gipfel – im Hamburger Försterweg die Rückbank ihrer Mercedes-Benz E-Klasse angezündet zu haben. Das mehrere Jahre alte Fahrzeug mit einem Restwert von ca. 16.000 Euro brannte dabei nahezu vollständig aus – ein wirtschaftlicher Totalschaden. (Video: Frau steckt Jeep von vermeintlichem Freund in Brand – der Grund ist absolut kurios)

Frau zündet eigenes Auto an: Die Versicherung will die E-Klasse nicht zahlen

Tags darauf meldete die Frau den fatalen Brandschaden telefonisch ihrem Versicherungsmakler, um eine Auszahlung des Wiederbeschaffungswertes über ihre Kfz-Vollkaskoversicherung zu erreichen. Zum völligen Unverständnis der 37-Jährigen weigerte sich die Versicherung jedoch, den Flammentod des Pkw als Vollkaskoschaden zu regulieren. (So brennt ein Elektroauto – „5.000 Liter mehr Löschwasser“)

Das ist nichts Ungewöhnliches – denn oft sind Fälle von Brandstiftung an Fahrzeugen recht kompliziert. Meist ist unklar, wer für den Schaden letztendlich aufkommen soll: Normalerweise die Verursacher. Da diese im Falle der Hamburger G20-Krawalle nicht auszumachen waren, zahlt keine Haftpflicht. Bei einer Teilkaskoversicherung käme es ganz darauf an, wie das Auto beschädigt worden ist. Sie greift, wenn ein Pkw gebrannt hat – nicht aber bei zerstörten Scheiben, Kratzern oder Dellen. Nur eine Vollkaskoversicherung deckt alles ab. Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Erstattung des entstandenen Schadens schienen also gegeben – allerdings glaubte der Versicherer der Frau nicht recht. (Autoversicherung: Kosten, Umfang, Typklassen – alles, was man wissen sollte)

Ausgebrannte Autos stehen am 07.07.2017 in Hamburg im Stadtteil Blankenese an der Straße.
Anfang Juli 2017 brannten in Hamburg reihenweise Autos – nicht alle aufgrund der Proteste rund um den G20-Gipfel. © Axel Heimken/dpa

Frau zündet eigenes Auto an: Staatlicher Hilfsfond zahlt fast 15.000 Euro

Da Trick A nicht funktionierte, soll die Frau es mit Trick B probiert haben: Angeblich meldete sie den vermeintlichen Brandschaden am 31. Juli 2017 bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg). Dort war ein vom Staat finanzierter Härtefallfonds für Entschädigungszahlungen eingerichtet worden. Dieser sollte die finanziellen Folgen des umstrittenen G20-Gipfels für geschädigte Privatpersonen abmildern. (Mann soll von Corona-Staatshilfen diesen Lamborghini gekauft haben)

Bei dieser Gelegenheit gab die Frau zusätzlich an, dass im Kofferraum der Mercedes-Benz E-Klasse auch ein Perserteppich im Wert von 2.700 Euro verbrannt sei. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft Hamburg gegenüber 24auto.de. Auf diese Weise sei es ihr gelungen, zunächst 14.958 Euro von der IFB Hamburg zu ergaunern (11.606 Euro für die E-Klasse, 150 Euro Selbstbeteiligung und 3.202 Euro für Gegenstände im Fahrzeug). (SUV von YouTuber attackiert: Reifen zerstochen, komplett mit Lack besprüht)

Die ausgebrannten Reste eines Mercedes-Benz Pkw. (Symbolbild)
Nichts als Schrott und Kohle: Nach Brandstiftung am Auto stellt sich die Frage, wer den Schaden bezahlt. (Symbolbild) © Jörg Carstensen/dpa

Frau zündet eigenes Auto an: 37-Jährige Frau steht vor Gericht

Durch ein Gutachten der Dekra im Zuge der Plausibilitätsprüfung für die beantragten Leistungen flog der gesamte Schwindel schließlich auf. Die Analyse der Sachverständigen ergab, dass es gleich drei verschiedene Brandherde gegeben hatte – ein eher ungewöhnlicher Fakt. Auch ein technischer Defekt konnte ausgeschlossen werden. Erschwerend kam hinzu, dass der Autobrand offenbar durch einen Schlüsselinhaber gelegt worden sein muss – Aufbruchspuren wurden an der Mercedes-Benz E-Klasse nämlich nicht festgestellt. (Ferrari fängt Feuer: Hier fackelt ein Einfamilienhaus ab)

Statt den Geldsegen auszukosten, darf sich die 37-Jährige nun vor dem Hamburger Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hamburg wirft ihr Brandstiftung, versuchten Versicherungsbetrug sowie vollendeten Betrug vor. Welches exakte Strafmaß die Angeklagte zu erwarten hat, falls sie schuldig gesprochen wird, ist bislang unklar.

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