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Früherer BMW-Designer ätzt über neuen iX: „Auto, das seine Seele verloren hat“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Oppenheimer

Ein BMW iX

Designer Frank Stephenson hat sich den BMW iX vorgenommen – und ziemlich hart kritisiert. © BMW

Das neue Design von BMW stößt auf harsche Kritik. Nun hat sich der frühere BMW-Designer Frank Stephenson den neuen iX vorgeknöpft – und lässt kein gutes Haar am Elektroauto.

London – Frank Stephenson (61) ist nicht irgendein Autodesigner – er gestaltete bereits Fahrzeuge für Mini, Fiat, Alfa Romeo, Ferrari und McLaren. Auch beim Münchner Autobauer BMW stand er schon in Diensten und entwarf dort die erste Generation des BMW X5. Auf seinem YouTube-Kanal nimmt sich der 61-Jährige unter anderem immer wieder Autos vor, die nicht aus seiner Feder stammen, und erklärt, was er daran gut findet – und was nicht. Nun hat sich Frank Stephenson die Studie des Elektroautos BMW iX vorgeknöpft. Und wer schon sein Video über das Design des BMW 4er gesehen hat, der ahnt: Auch das SUV der Bayern wird dabei alles andere als gut wegkommen.

Früherer BMW-Designer ätzt über neuen iX: „Auto, das seine Seele verloren hat“

Tatsächlich hat sich BMW in den sozialen Medien bezüglich des Designs ihrer neuen Autos schon einiges anhören müssen. Die ersten offiziellen Bilder und Videos von BMW M3 und M4 mit dem oft als „Hasenzahngrill“ geschmähten Frontdesign lösten einen regelrechten Shitstorm gegen den Autobauer aus. Und auch als die Münchner den BMW iX präsentierten, war das Echo bei Instagram und Twitter nicht gerade positiv. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. Dennoch ist es interessant, die Meinung eines Profis zu einem Auto zu hören, für dessen Hersteller er schon einmal gearbeitet hat – und mit dem BMW X5 sozusagen auch noch den Urahn des rein elektrisch angetriebenen BMW iX entworfen hat.

Kaum verwunderlich, dass Frank Stephenson bei seiner Design-Kritik bei der Front beginnt. Zunächst einmal findet er es gewöhnungsbedürftig, dass die Nieren nun „in der Mitte zusammengewachsen“ seien. „Als ich noch BMWs designt habe, hielten wir die getrennt“, sagt der 61-Jährige. Eigentlich sei das sowieso kein Grill mehr (braucht ein E-Auto ja nicht), sondern ein „intelligence panel“ (dt.: Informationsfeld), das Sensoren und Kameras beherberge. Zu groß sei der Grill ohnehin – und wenn dieser schon für ein SUV zu groß sei, dann beweise das, dass er erst recht „viel zu groß“ für einen normalen BMW 4er sei. Dazu kämen die schmalsten Scheinwerfer, die er je an einem BMW gesehen habe. Diese „zusammengekniffenen Augen“ ließen das Fahrzeug „verdächtig“ wirken – oder besser gesagt, als ob das Fahrzeug den Betrachter für verdächtig halten würde. Ganz allgemein kann Frank Stephenson der BMW-iX-Front nichts abgewinnen: „Nehmt diesen Grill weg und ich würde nicht wissen, dass das ein BMW ist.“ (BMW i4: Das E-Auto soll dieses Konkurrenzmodell in die Schranken weisen – so stehen die Chancen)

Ex-BMW-Designer nimmt iX auseinander: „Das ist wie, sich in einen Kühlschrank zu verlieben“

Doch es geht noch weiter: „Wenn man das Auto von der Seite betrachtet, dann bewegt es sich nicht“, findet der Designer. Für ihn sei dies der falsche Weg, ein sich bewegendes Objekt zu gestalten. „Das Fehlen von Linien kann ein Auto fast in etwas Statisches verwandeln. Und dieses Auto sieht ziemlich statisch von der Seite aus.“ Es sei fast „ein Auto, das seine Seele verloren hat“. Das Fahrzeug wirke wie von einem Designer für normales Produktdesign entworfen – und nicht wie von einem „Transportation Designer“. Er möchte dieses Auto mögen, sagt er, doch scheinbar gelingt es ihm nicht. „Das ist wie, sich in einen Kühlschrank zu verlieben.“ (Beinahe-Katastrophe im BMW M4: Vollbremsung bei Tempo 280 verhindert fatalen Unfall (Video))

Fahraufnahme eines BMW iX

Trotz des Einsatzes von Karbon und Alu bringt es der BMW iX auf ein stattliches Gewicht von 2,5 Tonnen. © BMW

Ex-BMW-Designer nimmt iX auseinander: Geteilte C-Säule – „das ist nicht mein Ding“

Und auch, dass der traditionelle Hofmeister-Knick verschwunden sei, passt dem 61-Jährigen nicht. Schließlich sei dieser ein charakteristisches Design-Merkmal eines BMW. Stattdessen setzten die Designer der Münchner Autobauers beim BMW iX nun auf eine horizontal geteilte C-Säule. Dieses Element sei aber nach Meinung von Frank Stephenson nicht stark genug, um in der Zukunft ein einprägsames Design-Merkmal zu werden: „Das ist nicht mein Ding.“

Kaufen würde er dieses Auto nicht, erklärt der 61-Jährige. Sein Rat: Bei BMW sollten sie sich mal ins Gedächtnis rufen, dass sie eine starke, ikonische Marke sind. Das Kind mit dem Bade auszuschütten sei keine gute Idee. Auf einer Design-Skala von 0 bis 10 bewertet Frank Stephenson den BMW iX mit einer 3 – aber auch nur weil ihm das Interieur gefällt. Das sei „fantastisch“. Man mag es kaum glauben, aber schließlich hat der Ex-BMW-Designer doch noch etwas Positives am iX entdeckt.

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