Unbeteiligtes Opfer verbrennt

Update: Illegales Autorennen auf A66: Tödliche Raserei – Männer wieder frei

  • Christian Schulz
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Wieder ist ein illegales Autorennen tödlich ausgegangen – auf der Autobahn A66, am helllichten Tag. Wieder hat es einen Unbeteiligten getroffen. Das Opfer verbrennt in seinem Fahrzeug. Die Polizei nimmt mehrere Raser fest.

Update vom 19. Oktober 2020, 15:33 Uhr: Auslöser des tödlichen Unfalls bei dem mutmaßlichen Autorennen auf der A66 bei Hofheim ist vermutlich der Spurwechsel eines unbeteiligten Wagens gewesen. Einer der Sportwagenfahrer, die bei dem Rennen mitgemacht haben sollen, habe bei hoher Geschwindigkeit wohl ausweichen müssen und die Kontrolle verloren, teilte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft mit. Das habe die Auswertung eines Videos ergeben. Das unbeteiligte Auto sei zum Überholen von der Mittelspur nach links ausgeschert. Nach seinem Ausweichmanöver dürfte der Sportwagenfahrer dann in die Mittelleitplanke und schließlich in einen weiteren Wagen gekracht sein. Die Fahrerin dieses Autos starb. (Mit Material der dpa)

Update vom 18. Oktober 2020, 12:02 Uhr: Kehrtwende nach mutmaßlichem Autorennen mit Todesopfer auf der A66. Die Ermittler haben den Mordvorwurf gegen die Fahrer von drei Sportwagen fallen gelassen. Die beiden Männer im Alter von 29 und 26 Jahren seien nach einer Woche in Untersuchungshaft wieder auf freiem Fuß, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadja Niesen, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Beide Männer hätten einen festen Wohnsitz und es bestehe keine Fluchtgefahr. Nach einem 34-Jährigen werde aber weiter gefahndet. Zunächst hatte der „Hessische Rundfunk“ berichtet. (Mit Material der dpa)

Update vom 13. Oktober 2020, 10:32 Uhr: Mittlerweile fahnden die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Kriminalpolizei Hofheim im Rahmen einer gerichtlich angeordneten Öffentlichkeitsfahndung nach dem mutmaßlichen Fahrer des sichergestellten Lamborghini. Bei dem gesuchten Tatverdächtigen handelt es sich um den 34-jährigen Ramsy Azakir. Der Gesuchte ist nach bisherigen Erkenntnissen ohne festen Wohnsitz und wird folgendermaßen beschrieben: 190cm groß, kräftig, schwarz, längere Haare (evtl. als Zopf getragen), schwarzer Bart, braune Augen.

Erstmeldung vom 12. Oktober 2020, 14:25 Uhr: Hofheim/Taunus – Bei einem illegalen Autorennen mit tödlichem Ausgang ist auf der Autobahn A66 zwischen Wiesbaden und Frankfurt ein unbeteiligter Autofahrer ums Leben gekommen. An der Raserei sollen gleich drei modifizierte Fahrzeuge beteiligt gewesen sein.

Illegales Autorennen auf A66: Tödliche Proll-Raserei – Haftbefehl wegen Mordverdacht

Laut den Ermittlern waren die drei Sportwagenein getunter Porsche 911 GT3 und zwei ebenfalls aufgemotzte Lamborghini – mittags gegen 13:30 Uhr auf der A66 in Richtung Frankfurt unterwegs. Zeugen zufolge lieferten sich die Fahrer ein erbittertes Rennen – ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei überholten sie mal links, mal rechts – und heizten auf der dichtbefahrenen Autobahn mehrfach nur haarscharf an anderen Verkehrsteilnehmern vorbei.

Bei den drei getunten Fahrzeugen handelte es sich um einen Porsche GT3 und zwei Lamborghini. Das Basismodell des hellblauen Porsche vom Typ 991 mit 500 PS und 318 km/h Höchstgeschwindigkeit gab es zur Markteinführung für einen Neupreis von 152.000 Euro. Der mit goldenen Felgen ausgestattete olivfarbene Aventador S (mattiert), der den tragischen Zusammenstoß verursachte, ist in der Grundversion 740 PS stark und für 335.000 Euro zu erstehen. Den anderen beteiligten Lamborghini, einen weißen Aventador Roadster mit 700 PS gibt es für einen Grundpreis von 321.500 Euro. Beide Lamborghini sind im Normalfall bei 350 km/h abgeregelt. (Raser können wegen Mordes verurteilt werden, wenn ...)

Illegales Autorennen auf A66: Lamborghini-Fahrer verliert Kontrolle – Person im Škoda verbrennt

Bei der Höchstgeschwindigkeits-Hatz verlor der 29-jährige Fahrer des Lamborghini Aventador S zwischen Diedenbergen und Hofheim die Kontrolle über seinen Boliden – mit fatalen Folgen: Der Wagen des im Rhein-Main-Gebiet wohnhaften Mannes schleuderte gegen die Mittelleitplanke und kollidierte mit voller Wucht mit einem unbeteiligten Škoda Kamiq, den er regelrecht von der Straße schoss. Daraufhin fingen beide Fahrzeuge sofort Feuer – und brannten völlig aus. Der Todesraser hatte noch Glück und konnte sich aus dem brennenden Autowrack retten – die unbeteiligte Person verbrannte in ihrem Kompakt-SUV. Sie konnte laut Angaben des Polizeipräsidiums Westhessen gegenüber 24auto.de bislang nicht identifiziert werden.

Mit diesem Lamborghini Aventador S tötete ein Raser eine Person am Steuer eines Škoda Kamiq – das Opfer verbrannte.

Drei weitere unbeteiligte Autofahrer wurden von den Rasern in den Unfall verwickelt. Der 47-jährige Fahrer eines Peugeot Expert Kleintransporters sowie ein 55-Jähriger am Steuer eines Opel Crossland X mussten leicht verletzt im Krankenhaus behandelt werden. Der 18-jährige Fahrer eines Audi A6 blieb glücklicherweise unverletzt. (98 km/h zu schnell: 39-jähriger Raser im BMW 7er duelliert sich mit Autobahn-Polizei)

Illegales Autorennen auf A66: Ein Lamborghini ist aus Dubai – doch wo steckt der Fahrer?

Der Fahrer des ausgebrannten Lamborghini Aventador S im Military-Look kam nach seiner Wahnsinnstat verletzt in die Klinik. Nach seiner Behandlung wurde der 29-Jährige vorläufig festgenommen. Die beiden anderen an dem Rennen beteiligten Highspeed-Junkies waren laut Polizei zunächst geflohen. Einer der Flüchtigen, ein 26-Jähriger aus dem Raum Aachen, stellte sich später samt seines Porsche 911 GT3 der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Gegen alle drei Raser wird laut Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen sowie mit gemeingefährlichen Mitteln ermittelt. 

Nach dem dritten Verdächtigen wird weiter mit Hochdruck gefahndet wie die FNP schreibt, nun auch öffentlich.* Bei dem Gesuchten handelt es sich nach Angaben der Polizei um den 34-jährigen Ramsy Azakir. Sein Lamborghini Roadster sei in einem Stadtteil von Hofheim am Taunus sichergestellt worden. Das hochgerüstete Auto sei im Gegensatz zu den beiden anderen Fahrzeugen in Dubai gemeldet, bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber 24auto.de. Ob der Sportwagen und sein flüchtiger Fahrer extra für das illegale Autorennen nach Deutschland geflogen wurden, steht noch nicht fest. (Im Opel Corsa: Teenager (13 und 16) liefern sich irre Verfolgungsjagd mit der Polizei)

Illegale Autorennen: Immer mehr verbotene Rasereien auf Deutschlands Straßen

Immer wieder kommt es auf Deutschlands Straßen zu verbotenen Autorennen. Zwar gibt es keine bundesweite Statistik, doch erst im August hatte eine dpa-Umfrage unter den Bundesländern ergeben: Die Zahl der erfassten Raser steigt. Es reicht ein Blick nach Hessen: Dort war im Juli bei einem illegalen Autorennen in Bad Soden eine unbeteiligte Autofahrerin leicht verletzt worden. Im August wurde ein 55-Jähriger in Hanau schwer verletzt, als ein 22-Jähriger mit ihm zusammenstieß, der sich ein Rennen mit einem anderen Autofahrer geliefert hatte. Im September erwischte die Polizei drei Männer, die in Wiesbaden um die Wette rasten. (Irre Wende bei JP Kraemer (142 km/h): Das macht er mit dem Bußgeldbescheid)

Bis vor drei Jahren wurden illegale Autorennen noch als Ordnungswidrigkeit bestraft – sofern es zu keinem Unfall kam. Doch nachdem 2016 in Berlin ein unbeteiligter 69-Jähriger bei einer Innenstadt-Raserei getötet wurde, reagierte der Bundestag. Er verabschiedete im Oktober 2017 ein Gesetz zur Ahndung illegaler Straßenrennen und schuf einen neuen Straftatbestand. Demnach droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren, wenn bei den Hochgeschwindigkeits-Verbrechen ein Mensch ums Leben kommt. (JP Kraemer zu schnell: 142 km/h – Staatsanwalt verkündet Hammer-Entscheidung)

So verheerend sah es nach dem schrecklichen Unfall aus, den die „Ku’damm-Raser“ 2016 in der Berliner Tauentzienstraße verursacht hatten.

Illegale Autorennen: „Ku’damm-Raser“ wegen gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht

Unterdessen hat in Berlin rund viereinhalb Jahre nach dem zu trauriger Berühmtheit gelangten tödlichen Autorennen auf dem Kurfürstendamm ein neuer Prozess begonnen. Vor Gericht steht zum mittlerweile vierten Mal ein 28-Jähriger. Er hatte sich mit seinem Mercedes-AMG mit einem inzwischen rechtskräftig wegen Mordes verurteilten Raser in einem getunten Audi A6 ein Rennen mit bis zu 170 km/h geliefert. (Streckenradar rechtmäßig: Kommen die Abschnittsblitzer jetzt bundesweit?)

An einer Kreuzung kam es zu einem Unfall, bei dem ein vollkommen unbeteiligter 69 Jahre alter Fahrer eines Jeeps sein Leben verlor. Der Fall beschäftigt die Justiz seit Jahren. Der Vorsitzende Richter im jetzigen Prozess vor dem Berliner Landgericht erklärte, es gebe „eine ausgesprochen große Bandbreite möglicher Ausgänge“ für das Verfahren gegen den 28-Jährigen, der seit März 2016 in Untersuchungshaft sitzt. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Mord. (Mit Material der dpa) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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