Unter dem Radar

Kein Führerschein: So viele Jahre war eine Rentnerin ohne Fahrerlaubnis unterwegs

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Manchmal ist es reine Glückssache, ob man von Verkehrskontrollen verschont bleibt – oder eben nicht. Für eine Frau aus Stuttgart ging das Fahren ohne Führerschein ziemlich lange gut.

  • Eine Frau aus Stuttgart schaffte es, jahrelang ohne Führerschein mit dem Auto unterwegs zu sein
  • Sie flog schließlich wegen eines Missgeschicks auf
  • Jetzt ermittelt die Polizei gegen die 69-Jährige

Stuttgart – Die Welt ist nicht immer gerecht: Der eine bekommt einen Strafzettel, weil die Parkzeit um fünf Minuten überschritten wurde, eine andere fährt jahrelang ohne Führerschein, ohne in diesem Zeitraum auch nur ein einziges Mal in eine Kontrolle zu geraten. So geschehen in Stuttgart. Eine 69-Jährige machte hier nach knapp 40 Jahren unbehelligten Fahrens ohne Führerschein erst durch einen kleinen Unfall auf sich aufmerksam. Ende April beschädigte sie beim Parken ein anderes Auto an der Adalbert-Stifter-Straße. Laut Stuttgarter Polizei sprach sie zwar mit dem Unfallgegner, verließ dann aber den Parkplatz, ohne ihre Personalien beim 31 Jahre alten Geschädigten zu hinterlassen. Der Mann verständigte daraufhin die Polizei. Die Beamten konnten die Frau ausfindig machen und stellten schnell fest, dass diese schon lange nicht mehr im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war. Diese war ihr bereits 1981 (!) entzogen worden. Die Behörden ermitteln nun gegen die Frau wegen Fahrerflucht und Fahrens ohne Fahrerlaubnis (78-Jähriger kauft sich McLaren 720S Spider: „Du hast ja immer ein Bremspedal“).

Erst im Mai dieses Jahres ertappte die Polizei in Würzburg einen Mann, der ebenfalls unterwegs war, ohne im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu sein. Er hatte seinen Führerschein bereits 2005 wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verloren. Als die Polizei ihn nun stoppte, war er mit einem Blutalkoholwert von 0,7 Promille und 134 km/h in einer 70er-Zone unterwegs. So auffällig war die Dame aus Stuttgart in ihren 40 Jahren wohl nicht gefahren.

Führerschein: Kuriose Geschichten, dreiste Tricksereien

Ins Gefängnis musste zuletzte der selbsternannte „Führerscheinkönig“ aus Detmold. Laut den Ermittlungen der Polizei soll Rolf H. (52) tausendfach dabei geholfen haben, dass Autofahrer, denen in Deutschland der Führerschein entzogen wurde, einen Ersatz im EU-Ausland bekommen.

Kraftfahrt-Bundesamt
SitzFlensburg
Gründung1951
LeitungRichard Damm
Mitarbeiter1.040 (Stand 2017)
Haushaltsvolumen93 Millionen (2019)

Wie merkur.de berichtet, sollen zahlreiche seiner „Kunden“ aus dem ganzen Bundesgebiet laut Anklage trotz geleisteter Zahlungen leer ausgegangen sein. H. muss nun wegen Betruges in 37 Fällen und versuchten Betruges in neun Fällen für vier Jahre und drei Monate hinter Gitter (Bußgeldkatalog-Chaos: Darum raten Experten, sofort Einspruch einzulegen).

Richtiges Pech hatten zuletzte auch Zwillinge beim dem Versuch, die theoretische Führerscheinprüfung durch Tricksereien zu bestehen. Statt zu lernen, ließen sie sich die Antworten von Freunden soufflieren. Die standen in einem geparkten Auto vor der Prüfstelle in Unterhaching bei München – mit einem Funkgerät. Dem Prüfer fiel das verdächtige Verhalten der beidem 27-Jährigen jedoch auf und er verständigte die Polizei. Diese machte sich laut merkur.de auf den Weg, um die Lage an der Prüfstelle zu erkunden (Wird die MPU bald abgeschafft? Das fordern jetzt Experten). Dabei fiel ihnen der geparkte VW der Komplizen auf, bei dessen Kontrolle die ganze Aktion aufflog.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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