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Selbstjustiz oder legale Notwehr? Anwohner bremsen Raser mit diesem Trick

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Von: Marcus Efler

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Anwohner in einem Dorf waren genervt von eilig durchfahrenden Pendlern – und erfanden eine besondere Schikane, um sie zu bremsen. Über deren Legalität streitet das Netz.

Berlin – Wer an einer viel befahrenen Durchgangsstraße wohnt oder auch in einem Wohngebiet, das viele Pendler als besonders clevere Abkürzung ins Büro und zurück ausgemacht haben, kennt das Problem: Von frühmorgens bis zum Vormittag und dann wieder ab Nachmittags brausen die Autos durch, machen Lärm und gefährden Kinder, die auf dem Rad unterwegs sind. Ans Tempolimit halten sie sich selten, schon gar nicht, wenn 20 oder 30 km/h geboten sind. Und dass jemand in verkehrsberuhigten Zonen („Spielstraßen“) tatsächlich das vorgeschriebene Schritttempo fährt, ist sowieso eine Wunschvorstellung. (Skandal am Zebrastreifen: Sind Fahrer teurer Autos besonders rücksichtslos?)

Was also tun? Eltern eines hessischen Dorfes haben eine ganz eigene Lösung gefunden, um besonders eilige Pendler zu bremsen: Sie haben zusammengelegt, ein altes, gerade noch fahrtüchtiges Auto gekauft und parken es nun so auf ihrer Straße, dass es zwar legal steht – aber genau dort, wo vorher noch freie Bahn war. Die Durchfahrenden müssen bremsen und um die Schikane herumkurven. (Boris Palmer setzt sich durch – so teuer wird Anwohner-Parken für SUV-Besitzer)

Geparktes Auto im Wohnviertel (Symbolbild)
Schikane auf Rädern: geparktes Auto im Wohnviertel (Symbolbild) © Marcus Efler

Selbstjustiz oder legale Notwehr? Anwohner bremsen Raser mit diesem Trick

Clever, besonders frech, schon am Rande der Legalität oder darüber? Um diese Frage ist auf Twitter ein reger Streit entbrannt, nachdem eine Userin die Aktion gepostet hatte. Hier ein paar Reaktionen:

Gerade die rechtliche Frage wird viel diskutiert. Und tatsächlich gab es, wie die Tweet-Erstellerin berichtet, schon 40 Beschwerden beim örtlichen Ordnungsamt. Wahrscheinlich aber vorerst folgenlos: Tatsächlich existiert kein Gesetz, das dauerhaftes Parken grundsätzlich verbietet – außer in verkehrsberuhigten Zonen, wo das Abstellen auf die dafür ausgewiesenen Flächen beschränkt ist.

Selbstjustiz oder legale Notwehr? Auto ist zugelassen und versichert

Grundsätzlich müssen parkende Autos natürlich zugelassen und versichert sein und genug Platz auf der Fahrbahn lassen, sodass Autos und Lkw passieren können (ca. drei Meter). Wer sich gerade noch legal, aber doch unnötig breit hinstellt, riskiert ein Knöllchen wegen nicht-platzsparenden Parkens. (Porsche parkt mitten auf Gehweg – Netz rätselt: „Was zur Hölle?“)

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Außerdem kann eine Gemeinde nach Bedarf (eingeschränkte) Halteverbote ausweisen: Ein übliches Verfahren, wenn sich bestimmte Straßen zu Abstellplätzen für Lkw-Hänger oder Wohnmobile entwickeln. Auch wenn eine Parkscheibe verlangt wird, wäre es natürlich verboten, immer mal wieder ein paar Meter vor oder zurückzurollen und die Scheibe neu einzustellen. Man müsste schon eine richtige Runde drehen – aber das würde ja für mehr Verkehr im Viertel sorgen statt weniger.

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