Zum letzten Mal im TV

Kulttrucker Andreas Schubert († 45, „Asphalt Cowboys“): So lief seine letzte Fahrt

  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
    schließen

In der zweiten Episode der neuen zehnten Staffel der Trucker-Doku „Asphalt Cowboys“ war der Ende Juli verstorbene Andreas Schubert († 45) zum allerletzten Mal bei DMAX im TV zu sehen.

Gmund – Bei der Doku-Serie „Asphalt Cowboys“ des TV-Senders DMAX begleiten die Zuschauer regelmäßig Fernfahrer auf ihren langen und oftmals auch beschwerlichen Touren. Die „Könige der Autobahn“ steuern ihre tonnenschweren Trucks dabei quer durch Deutschland und Europa – von Italiens Stiefelspitze bis ganz hinauf nach Skandinavien.

In diesem Sommer wurden die Fans der Trucker-Doku von einer tragischen Nachricht erschüttert: Ihr Publikumsliebling Andreas Schubert (†) verstarb völlig überraschend mit nur 45 Jahren. Als Todesursache wurde von mehreren Medien ein Herzinfarkt vermutet – dass Schubert an einem Herzleiden litt, war bereits längere Zeit bekannt. Ein winziges Trostpflaster für die treuen Fans von Andreas Schubert gab es jedoch: Seine Anhänger durften ihn noch ein allerletztes Mal am Bildschirm verfolgen – bei einer seiner letzten Fahrten. Denn ihr „Schubi“ drehte noch wenige Wochen vor seinem Tod für die aktuelle zehnte Staffel der „Asphalt Cowboys“.

Kulttrucker Andreas Schubert sitzt im Führerhaus seines geliebten Scania-Lkw.

Andreas Schubert († 45): So war seine letzte TV-Fahrt für die „Asphalt Cowboys“

Bei der vorletzten Folge mit Andreas Schubert, die am 24. September auf DMAX ausgestrahlt wurde, beobachtete ihn die Kamera bereits beim Aufladen von Schnittholz in der Nähe der oberbayerischen Spargel-Hochburg Schrobenhausen. Anschließend durften die Zuseher dabei sein, wie Schubert die Fracht mit seinem Scania R 620 Highline (mit V8-Motor) nach Hessen kutschierte. (Andreas Schubert († 45, „Asphalt Cowboys“): So sagt das Netz dem Kulttrucker Servus)

Los ging Schuberts langer Tag mit einem Ladetermin in einem Holzwerk in Kühbach. Dann machte sich der TV-Trucker auf nach Ehrenberg in der Rhön. Die etwas mehr als 350 Kilometer lange Fahrt schaffte Schubert mit seinem Dreiachser allerdings nicht an einem Tag. Am Pendlerparkplatz Eisfeld Süd, direkt an der Grenze von Bayern zu Thüringen, machte er schließlich Rast. Jedoch nicht, ohne die in den ehemaligen DDR-Grenzanlagen eingerichtete Gedenkstätte zu besuchen und sich seine Gedanken dazu zu machen.

Andreas Schubert, der Kulttrucker mit dem großen Herzen, posiert vor seinem Truck.

In seiner letzten Folge „Asphalt Cowboys“ geht es am nächsten Morgen weiter. Zurück auf der Autobahn befördert Andreas Schubert seine 24 Tonnen schwere Fracht Richtung Osthessen. Dort angekommen wird von der Qualitätskontrolle des Sägewerks zunächst die exakte Holzfeuchte gemessen – dann kommt der Staplerfahrer zum Entladen. Vorher muss Andreas Schubert allerdings auf die Tücken beim Öffnen der beiden Seiten des Aufliegers achten. Nach 40 Minuten ist der Lkw leer und „Andal“ fährt vom Hof.

Anschließend geht es ins hessische Lauterbach, wo Andreas Schubert seine Rückladung aufnimmt. Mit vier Palettenklötzen an Bord beginnt er die Heimreise nach Bayern. Sein aufwendig gestalteter und durch die TV-Serie bekannt gewordener Scania-Truck fällt auf – sogar sogenannte „Truckspotter“ haben sich an Schuberts Fersen geheftet, um seinen geliebten LKW „Old School Bastard“ zu fotografieren. Zu diesen hat er seine ganz spezielle Meinung. („Asphalt Cowboys“: Kulttrucker Andreas Schubert († 45) – so berührt sagt seine Ehefrau Danke)

„Asphalt Cowboys“ (DMAX): Das verrät Andreas Schubert bei seinem letzten Dreh

Andreas Schubert erledigte seine Arbeit manchmal auch ganz entspannt vor seinem aufwendig gestalteten Scania R 620 Highline.

Auf seiner letzten Tour erzählt Andreas Schubert auch noch mal Weisheiten und Anekdoten aus seiner 25 Jahre langen Fernfahrer-Karriere, die ihn bis nach Griechenland und Norwegen führte – unter anderem über „alte Hunde“ und sein Credo: „Wenn ich weiß, dass ein Plan gut ist, dann wird der Plan auch durchgezogen – bis zum bitteren Ende“, so Schubert. Auch den feinen Unterschied zwischen „richtig austicken“ und der Verwendung „ganz normaler bayerischer Redewendungen“ erklärt er fachmännisch – und wie gewohnt schmunzelnd. Dazu würdigt er ausgiebig die Schönheit der deutschen Landschaften, die er während seiner Zeit als Trucker durchfahren durfte. Es klingt fast ein bisschen nach Abschiednehmen. („Asphalt Cowboys“: Familie von Andreas Schubert wegen Fans empört – „es geht um Respekt!“)

Andreas Schubert: Letzte Folge „Alte Hunde“ der „Asphalt Cowboys“ auf DMAX

Bei den Dreharbeiten zu den ersten beiden Episoden der neuen zehnten Staffel der „Asphalt Cowboys“ war Andreas Schubert noch mit von der Partie – es gibt ihn danach also kein weiteres Mal auf dem TV-Bildschirm zu sehen. Die letzte Folge mit Kulttrucker Andreas Schubert lief wiederum bei DMAX. Es gibt sie aber natürlich in der Mediathek. Die erste Folge der neuen Staffel sowie eine emotionale Hommage in Form eines eigenen „Schubi“-Specials gibt es ebenfalls in der Mediathek von DMAX.

Am Donnerstag (1.10.) lief bei DMAX die letzte Folge der „Asphalt Cowboys“ mit dem beliebten Andreas Schubert. Diese Einblendung würdigte ihn.

„Asphalt Cowboy“ Andreas Schubert: Familie, Fans und Freunde nahmen emotional Abschied

Die stetig angewachsene Fangemeinde des vor allem wegen seiner Authentizität und aufrichtigen Art äußerst beliebten Truckers hatte an dessen plötzlichem Tod großen Anteil genommen. Eindrücklich zu sehen war dies bei seiner Beerdigung, die Mitte August auf dem Gedenkwaldgarten-Friedhof in Au bei Bad Feilnbach stattfand. Bei der Beisetzung nahmen mehr als 200 Trauergäste Abschied von dem durch die Doku „Asphalt Cowboys“ zum TV-Star gewordenen Brummifahrer, der sein Herz stets auf der Zunge trug. („Asphalt Cowboys“ (DMAX): So emotional wurde Kulttrucker Andreas Schubert († 45) beerdigt)

Natürlich kam auch in diesem traurigen Rahmen Andreas Schuberts große Leidenschaft für Lkw und das Leben auf der Autobahn nicht zu kurz. So stand sein berühmter Scania-Truck mit Blumen geschmückt vor dem Friedhof. Ebenso erwiesen zahlreiche Trucker-Kollegen aus nah und fern dem „King of the Road“ die letzte Ehre. Für Andreas Schuberts letztes Geleit hatten diese sich mächtig was einfallen lassen: Am Ende waren es über 100 Trucks, die zwischen den Ortschaften Au und Gottschalling die Straßen säumten, Luftballons in den bayerischen Himmel steigen ließen und lautstark hupten. („Asphalt Cowboys“ (DMAX): Trucker Andreas Schubert († 45) kommt noch mal ins TV)

Rubriklistenbild: © DMAX

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema