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Shell trifft harte Entscheidung: Verkauf von Diesel eingeschränkt

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Von: Simon Mones

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Die Spritpreise in Deutschland schießen durch die Decke. Shell schränkt den Dieselverkauf jetzt sogar ein.

Amsterdam (Niederlande) – Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sind auch in Deutschland immer mehr zu spüren. Die ohnehin schon stark gestiegen Spritpreise sind noch weiter gestiegen und erreichen beinahe täglich neue Rekordwerte. Der Grund: Der Angriffskrieg der Russen lässt die Rohölpreise in die Höhe schießen.

Als Reaktion darauf haben bereits einige Länder, darunter auch Deutschland, Teile ihre Reserven freigegeben. Für eine Entspannung hat das jedoch nicht gesorgt. Im Gegenteil: Mancherorts ist Diesel inzwischen sogar schon teurer als Benzin. Shell geht jetzt sogar so weit, und schränkt den Verkauf von Diesel und Heizöl in Deutschland ein.

Shell trifft harte Entscheidung: Verkauf von Diesel eingeschränkt

Für Autofahrer besteht jedoch erst einmal kein Grund zur Sorge, denn die Entscheidung betrifft nur Großkunden, wie aus einem Schreiben von Shell Deutschland hervorgeht. Als Grund nennt der Konzern die  „massive Verwerfungen und Verknappungen auf den Energiemärkten“ infolge des Ukraine-Kriegs sowie den Sanktionen und der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemieflaute. Damit man die vertraglich zugesagten Verpflichtungen weiterhin einhalten kann, schränkt Shell nun die sogenannten Spotverkäufe – den Verkauf von Öl, Diesel und anderen Produkten ohne vorherige Vereinbarungen – ein.

Die Preistafel einer Shell-Tankstelle. (Symbolbild)
Shell schränkt den Verkauf von Diesel und Heizöl in Deutschland ein. (Symbolbild) © Michael Weber/Imago

Entsprechend müssen Diesel-Fahrer zunächst einmal keine leeren Zapfsäulen befürchten, da Erdölprodukte in der Regel über langfristige Verträge gehandelt werden. Die Möglichkeit der Händler täglich weitere Mengen hinzuzukaufen ist jetzt jedoch eingeschränkt.

Shell trifft harte Entscheidung: Einnahmen aus russischen Öl kommen Ukraine zugute.

Doch der Mineralölkonzern geht sogar noch einen Schritt weiter, wie aus einer Pressemitteilung der Shell PLC hervorgeht. Demnach will sich das Unternehmen „schrittweise aus allen russischen Kohlenwasserstoffgeschäften, einschließlich Rohöl, Erdölprodukten, Gas und Flüssigerdgas (LNG), zurückzuziehen“. Zudem werden alle Spotverkäufe mit russischem Erdöl eingestellt.

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„Wir sind uns darüber im Klaren, dass unsere Entscheidung von letzter Woche, eine Ladung russisches Rohöl zu kaufen, um es zu Produkten wie Benzin und Diesel zu raffinieren, nicht richtig war - auch wenn sie unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit getroffen wurde - und es tut uns leid“, betonte der Vorstandsvorsitzende von Shell, Ben van Beurden. Die Gewinne aus den begrenzten verbleibenden Mengen russischen Öls sollen in spezielle Hilfsfonds einfließen, die den Menschen in der Ukraine zugutekommen sollen. „Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen mit unseren Hilfspartnern und humanitären Organisationen zusammenarbeiten, um festzustellen, wo die Gelder aus diesem Fonds am besten eingesetzt werden können, um die schrecklichen Folgen dieses Krieges für die Menschen in der Ukraine zu lindern“, versprach van Beurden.

Zudem machte der Shell-Chef noch einmal klar, wie wichtig es sei, dass Europa unabhängiger von den russischen Energieträgern werde. Das habe die Drohung, die Pipelines nach Europa zuzudrehen, einmal mehr gezeigt. Seine Partnerschaft mit Gazprom und die Beteiligung an der umstrittenen Pipeline Nord Stream 2 hatte Shell bereits beendet.

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