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Sebastian Vettel verkauft Ferrari-Sammlung: Rechnet der Formel-1-Pilot mit Maranello ab?

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Von: Sebastian Oppenheimer

Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel hat fantastische Ferrari-Highlights zum Kauf angeboten – will der Formel-1-Pilot die Erinnerung an den italienischen Edel-Hersteller tilgen?

Maranello – Es gibt Fahrzeuge, da wäre so mancher Autofan schon über eine Mitfahrt glücklich. Und dann gibt es Menschen, die besitzen nicht nur einen dieser automobilen Leckerbissen – sondern gleich eine ganze Sammlung. So zum Beispiel Formel-1-Pilot Sebastian Vettel (33). Der gebürtige Heppenheimer hat nun einige seiner extrem exquisiten Sportwagen zum Verkauf angeboten – und die fanden blitzschnell neue Besitzer. (Porsche 911 Cabrio von Fußball-Legende (†) kommt in Paris unter den Hammer)

Sebastian Vettel verhökert Ferrari-Sammlung: Rechnet der Formel-1-Pilot mit Maranello ab?

Wenn jemand wie Sebastian Vettel einen Teil seines noblen Fuhrparks veräußert, dann stellt sich natürlich sofort die Frage nach dem Warum: Braucht der Mann etwa Geld? Oder will er einfach nur Platz in der Garage schaffen? Betrachtet man sich die Palette der nun angebotenen Fahrzeuge, so liegt zumindest der Verdacht nahe, dass der Formel-1-Rennfahrer das Kapitel Ferrari endgültig abschließen möchte: Schließlich handelt es sich bei fünf der acht Fahrzeuge um Boliden aus Maranello. Fünf Jahre war der inzwischen 33-Jährige nun für den italienischen Rennstall im Einsatz – doch an den ganz großen Erfolg wie mit Red Bull – der Rennstall, mit dem er vier Weltmeistertitel errang – konnte er dort nicht anknüpfen. In der neuen Saison fährt Sebastian Vettel für Aston Martin.

Angeboten wurden die Vettel-Autos über den britischen Luxusfahrzeug-Verkäufer Tom Hartley Jnr. – schon nach kurzer Zeit waren laut Website fast alle Autos weg. Die endgültigen Preise wurden nicht verraten. Alle Autos befinden sich in der Schweiz und sind auch dort zugelassen. Und das sind die Fahrzeuge, von denen sich Sebastian Vettel trennt:

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel verkauft Autosammlung – Ferrari LaFerrari (Baujahr 2016)

Ein roter Ferrari LaFerrari
Dieser Ferrari LaFerrari von Sebastian Vettel aus dem Jahr 2016 mit einer Laufleistung von nur 490 Kilometern wurde bereits verkauft. © Instagram (@tomhartleyjunior)

Eines der Highlights im Angebot ist ein roter Ferrari LaFerrari aus dem Jahr 2016 mit einer Laufleistung von lediglich 490 Kilometern. Der Supersportwagen wurde neu an Sebastian Vettel ausgeliefert. Zu den besonderen Extras gehört – neben dem schwarzen Dach, einem Innenkamera-Kit für die Rennstrecke und Kohlefaser-Scheinwerfern – unter anderem ein mit rotem Faden gesticktes „Vettel-Logo“ auf den Kopfstützen.

Der Ferrari LaFerrari wurde von 2013 bis 2018 gebaut und markierte für den Supersportwagenhersteller aus Maranello einen echten Meilenstein – er war der erste Serien-Ferrari mit Hybridantrieb. Als Spitzenmodell der Marke war der LaFerrari der Nachfolger des vorherigen Topmodells Ferrari Enzo. Beim LaFerrari kombinierten die Italiener einen 6,3-Liter-V12-Motor mit einem Elektromotor an der Hinterachse – insgesamt kam der Bolide so auf eine Systemleistung von 708 kW (963 PS). Damit beschleunigt der Bolide in unter sieben Sekunden auf Tempo 200. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Ferrari mit „mehr als 350 km/h“ an – dem Formel-1-Piloten Sebastian Vettel würde man natürlich zutrauen, dass er das auch getestet hat. Allerdings spricht der extrem geringe Kilometerstand dagegen.

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel verkauft Autosammlung – Ferrari Enzo (Baujahr 2004)

Ein roter Ferrari Enzo
Auch von diesem Ferrari Enzo mit nur 1.790 Kilometern auf der Uhr will sich Sebastian Vettel trennen. © Instagram (@tomhartleyjunior)

Auch den Vorgänger des Ferrari LaFerrari – den Ferrari Enzo – hatte der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel in seinem Besitz, mit einer Laufleistung von nur 1.790 Kilometern. Der Ferrari Enzo, ausgestattet mit einem 6,0-Liter-V12-Motor und einer Leistung von 485 kW (660 PS) wurde von 2002 bis 2004 gebaut – es entstanden lediglich 399 Exemplare. Geplant waren eigentlich nur 349 Fahrzeuge – doch die Nachfrage war riesig. Alle Exemplare waren verkauft, bevor die Produktion startete – und das, obwohl nur ausgewählte Personen (meist langjährige Kunden) den Supersportwagen überhaupt kaufen durften. Also entschied sich Ferrari, weitere 50 Enzo zu bauen. Der Grundpreis lag bei rund 662.000 Euro – eine Investition, die sich für die Besitzer sicherlich über die Jahre rechnen dürfte. (Selbst gebauter Ferrari: Diese Kopie eines 488 GTB kann tatsächlich fahren, hat aber nur ...)

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel verkauft Autosammlung – Ferrari F50 (Baujahr 1996)

Ein roter Ferrari F50
Ebenfalls aus der Sammlung von Sebastian Vettel stammt dieser Ferrari F50 aus dem Jahr 1996. © Instagram (@tomhartleyjunior)

Der Ferrari F50 aus dem Jahr 1996 wurde neu an einen Kunden in Dänemark ausgeliefert. Sebastian Vettel kaufte ihn 2015, seinem ersten Jahr als Nummer-eins-Fahrer bei Ferrari. Auch in diesem Fall ist die Laufleistung mit 6.940 Kilometern sehr gering. Produziert wurde der Ferrari F50 von 1995 bis 1997 anlässlich des 50-jährigen Bestehen des Supersportwagenbauers aus Maranello. Nur 349 Exemplare wurden gebaut und an besondere Kunden ausgeliefert. Angetrieben wird der Ferrari F50 von einem 4,7-Liter-V12-Mittelmotor mit einer Leistung von 382 kW (520 PS). Neu kostete das Fahrzeug rund 380.000 Euro.

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel verkauft Autosammlung – Ferrari F12tdf (Baujahr 2016)

Ein gelber Ferrari F12tdf
Dieser Ferrari F12tdf von Formel-1-Pilot Sebastian Vettel stammt aus dem Jahr 2015. © Instagram (@tomhartleyjunior)

Bei Ferrari F12 handelt es sich um einen Gran Turismo der italienischen Supersportwagenschiede. Gebaut wurde der Nachfolger des Ferrari 599 von 2012 bis 2017. Beim gelben Ferrari F12tdf von Sebastian Vettel handelt es sich um ein auf 799 Exemplare limitiertes Sondermodell. Das Kürzel „tdf“ steht für „Tour de France“, die es von 1899 bis 1986 auch für Automobile gab – und nicht nur als Radrennen, wie man sie heute kennt. Der Ferrari F12tdf wird von einem V12-Frontmotor mit einer Leistung von 574 kW (780 PS) angetrieben – es war der erste Ferrari mit einer Allradlenkung. Der Grundpreis lag bei 379.000 Euro. Das Fahrzeug wurde 2016 direkt an Sebastian Vettel ausgeliefert – zu den besonderen Extras gehört das gelbe in die Kopfstützen eingestickte „Vettel“-Logo.

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel verkauft Autosammlung – Ferrari 458 Speciale (Baujahr 2015)

Ein Ferrari 458 Speciale
Auch dieser Ferrari 458 Speciale von Sebastian Vettel steht zum Verkauf. Laufleistung: ca. 3.000 Kilometer. © Instagram (@tomhartleyjunior)

Der Ferrari 458 ist der Nachfolger des Ferrari F430 und wurde von 2009 bis 2016 produziert. Bei der Markteinführung kostete der Supersportwagen mit dem V8-Mittelmotor in der Basis 197.00 Euro. Beim Ferrari 458 Speciale, der nun von Sebastian Vettel veräußert wurde, handelt es sich um die sportlichere Variante. Während der Motor im 458 Italia „nur“ 419 kW (570 PS) leistet, so sind es im Speciale, der auf der IAA 2013 vorgestellt wurde, 445 kW (605 PS). Beim Ferrari 458 Speciale handelt es sich um den ersten Ferrari, den Sebastian Vettel neu bestellte – auch dieses Exemplar hat das „Vettel“-Logo in die Kopfstützen eingestickt. Mit diesem Auto scheint der Formel-1-Pilot zumindest gelegentlich unterwegs gewesen zu sein – wobei die Laufleistung von 3.077 Kilometern ebenfalls sehr gering ist.

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel verkauft Autosammlung – Mercedes-Benz SL 65 AMG Black Series (2009)

Ein Mercedes-Benz SL65 AMG Black Series
Nicht nur die Ferrari müssen gehen: Auch diesen Mercedes-Benz SL65 AMG Black Series will Sebastian Vettel loswerden. © Instagram (@tomhartleyjunior)

Wer sich nun wundert, wie bei so vielen Ferrari ein Mercedes in die Sammlung kommt: Der Mercedes-Benz SL 65 AMG Black Series war ein Geschenk zu seinem Sieg beim ersten Großen Preis von Abu Dhabi. Auch dieses Fahrzeug ist ein ganz besonderes: Nur 350 Exemplare des Fahrzeugs wurden hergestellt. Als es im November 2008 auf den Markt kam, war es mit einer Leistung von 493 kW (670 PS) das bis dato stärkste AMG-Modell. Die Black-Series-Version baut auf der Zwölfzylinder-Variante des SL AMG auf (SL 65, im SL 63 werkelt ein V8), verfügt aber über einige Modifikationen – beispielsweise ein CFK-Dach mit eingebautem Überrollbügel. Auch dieses Auto wurde von Sebastian Vettel offenbar nicht oft bewegt: Der Bolide ist gerade mal 2.800 Kilometer gelaufen. (Mercedes-Benz AMG G 63 6x6: Seltener Gelände-Gigant als Gebrauchtwagen für eine Million Euro)

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel verkauft Autosammlung – Mercedes-Benz SLS AMG (Baujahr 2010)

Ein Mercedes-Benz SLS AMG
Dieser Mercedes-Benz SLS AMG von Sebastian Vettel steht ebenfalls zum Verkauf. © Instagram (@tomhartleyjunior)

Und noch von einem weiteren Mercedes trennt sich der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel: einem Mercedes-Benz SLS AMG. In diesem Fall wurde der Flügeltürer aber vom Rennfahrer selbst bestellt – und im Jahr 2010 ausgeliefert. Mit diesem Fahrzeug war der 33-Jährige offenbar gerne mal unterwegs – im Vergleich zu den anderen Autos aus seiner Sammlung hat dieser Benz mit 6.928 Kilometern fast schon eine hohe Laufleistung. Der Flügeltürer Mercedes-Benz SLS AMG wurde von 2009 bis 2014 gebaut. Der verbaute V8 leistet 420 kW (571 PS) und beschleunigt das Auto in 3,8 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 317 km/h. Eine Besonderheit des Mercedes-Benz SLS AMG ist die sogenannte Transaxle-Bauweise: Dabei sitzt der Motor vorn, das Getriebe (in diesem Fall ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe) an der Hinterachse – durch diese Bauweise soll die Gewichtsverteilung verbessert werden.

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel verkauft Autosammlung – BMW Z8 Roadster (Baujahr 2002)

Ein BMW Z8 Roadster
Sogar einen BMW hat Sebastian Vettel im Angebot: diesen Z8 Roadster aus dem Jahr 2002. © Instagram (@tomhartleyjunior)

Auch ein BMW, Baujahr 2002, hat es in die Sammlung von Sebastian Vettel geschafft: Der BMW Z8 Roadster – bekannt vor allem aus dem James-Bond-Film „Die Welt ist nicht genug“ (1999) – hatte schon zwei Vorbesitzer, als ihn sich der Formel-1-Fahrer im Jahr 2015 zulegte. Der Münchner Roadster, der an den legendären BMW 507 erinnern soll, wurde von 2000 bis 2003 gebaut. Für den Vortrieb sorgt ein 5,0-Liter-V8-Motor mit einer Leistung von 294 kW (400 PS). Die sechs Gänge werden manuell geschaltet. Die Laufleistung des BMW Z8 Roadster von Sebastian Vettel liegt bei 21.700 Kilometern.

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