Motorsport-Gemeinde in Trauer

Rennfahrerin und „Top Gear“-Star Sabine Schmitz ist tot: „Sie hat uns alle motiviert“

Rennfahrerin Sabine Schmitz im Jahr 2016
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Rennfahrerin Sabine Schmitz ist tot – sie verlor den Kampf gegen den Krebs. Das Bild zeigt sie im Jahr 2016.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Grenzenlose Trauer am Nürburgring: Die beliebte Rennfahrerin Sabine Schmitz (51) ist tot. Viele Menschen kannten sie aus einer legendären Folge der Sendung „Top Gear“.

Barweiler – Ihre Fahrkünste brachten ihr den Spitznamen „Königin der Nordschleife“ ein – nun ist Rennfahrerin Sabine Schmitz im Alter von nur 51 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte sie einen Facebook-Post veröffentlicht, der nichts Gutes verhieß: „Seit Ende 2017 kämpfe ich gegen einen äußerst hartnäckigen Krebs, dem mit den bisherigen Mitteln nicht der Garaus zu machen war“, teilte die Rennfahrerin damals mit. „Es wurde etwas besser – aber nun ist er mit voller Wucht zurück gekommen.“ Sie wolle nun versuchen, mit „aller Kraft“ die nächsten Therapien zu meistern. „Also verabschiede ich mich ,wahrscheinlich‘ erst mal für diese Saison“. Leider wurde es ein Abschied für immer. Wie nun bekannt wurde, hat die Rennfahrerin, die sich mit einem Auftritt in der TV-Sendung „Top Gear“ in die Herzen vieler Autofans fuhr, den Kampf gegen die tückische Krankheit verloren. Die Anteilnahme ist groß. („Top Gear“-Star und Rennfahrerin Sabine Schmitz: Krebs „mit voller Wucht“ zurück)

Rennfahrerin und „Top Gear“-Star Sabine Schmitz ist tot: „Sie hat uns alle motiviert“

Wie beliebt die Rennfahrerin war, zeigte sich schon an den unzähligen Reaktionen auf ihren Facebook-Post vom vergangenen Sommer: Fast 4.000 Kommentare fanden sich darunter, die Menschen wünschten der 51-Jährigen das Beste im Kampf gegen den Krebs. Die gelernte Hotelfachfrau und Sommelière war neben ihrer Tätigkeit als Rennfahrerin auch passionierte Reiterin und besaß sogar den Pilotenschein für Hubschrauber. Laut eigenen Aussagen absolvierte Sabine Schmitz mehr als 20.000 Runden auf der Nürburgring-Nordschleife. Nur wenige Rennfahrer verfügen auf dieser Strecke über ähnlich viel Erfahrung, die wegen ihres hohen Schwierigkeitsgrads auch oft als „Grüne Hölle“ bezeichnet wird. Diese enorme Runden-Anzahl ist auch der Tatsache geschuldet, dass sie lange als Fahrerin im Cockpit sogenannter Ringtaxis saß: Dabei können sich Motorsportbegeisterte von Profis in PS-starken Boliden wie etwa einem BMW M5 oder einem Porsche GT3 im Renntempo über die hochanspruchsvolle Strecke chauffieren lassen. (Vierjährige dreht 250 Runden auf dem Nürburgring – warum das Rekord sein dürfte)

Sabine Schmitz – hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2010 – galt vielen als die „Königin des Nürburgrings“.

Rennfahrerin Sabine Schmitz ist tot – erster Auftritt bei „Top Gear“ im Jahr 2004

Vielen weniger Rennsport-affinen Menschen wurde Sabine Schmitz Mitte der 2000er-Jahre durch die Sendung „Top Gear“ bekannt, die damals noch von Jeremy Clarkson (60), Richard Hammond (51) und James May (58) moderiert wurde. Erstmals trat sie dort 2004 auf, als sie Jeremy Clarkson mit ihrem Wissen und Können half, mit einem Jaguar S-Type Diesel, die „Grüne Hölle“ in unter zehn Minuten zu umrunden. Ein Jahr später war die Rennfahrerin erneut in der TV-Sendung zu sehen, als sie versuchte, mit einem Kleintransporter – einem Ford Transit Diesel – die Nürburgring-Nordschleife in unter zehn Minuten zu absolvieren. Ein Teil jener legendären Folge mit Sabine Schmitz aus dem Jahr 2005 ist unter diesem Link auf YouTube zu finden.

Über den Charakter von Sabine Schmitz sagt vor allem ein Video viel aus, in dem sie sich im vergangenen Sommer auf Facebook für die Genesungswünsche bedankte. Denn trotz ihres offensichtlich schlimmen Gesundheitszustands dachte sie darin auch noch an andere: „Und bitte drückt auch für Alex Zanardi die Daumen, den hat es, glaube ich, noch schlimmer erwischt als mich.“ Der ehemalige Formel-1-Fahrer Alessandro „Alex“ Zanardi (54) hatte 2001 bei einer Kollision in einem Champ-Car auf dem Lausitzring beide Beine verloren – wenige Wochen vor dem Video von Sabine Schmitz hatte der 54-Jährige dann erneut einen schweren Unfall: Bei einem Handbike-Rennen kollidierte er mit einem Lkw und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Mit den Folgen kämpft Alex Zanardi bis heute. (Gordon Murray: Extremer Supersportwagen wird nach Formel-1-Legende Niki Lauda (†) benannt)

Rennfahrerin Sabine Schmitz ist tot – „Wir sind unglaublich traurig“

Die Anteilnahme am Tod von Sabine Schmitz ist groß. So teilte die Rennstrecke Nürburgring in einem Facebook-Post, der hier zu finden ist, mit: „Der Nürburgring hat seine bekannteste Rennfahrerin verloren. Sabine Schmitz ist nach langer Krankheit viel zu früh von uns gegangen. Wir werden sie und ihre lebensfrohe Art vermissen. Ruhe in Frieden, Sabine!“ Auch ihr Rennstall „Frikadelli Racing“ verabschiedete sich emotional: „Sabine war die Seele von Frikadelli Racing und eine Ikone des Nürburgrings. Mit ihrer herzlichen und zugewandten Art, ihrem Humor und ihrer Lebenslust, ihrer unermüdlichen Tatkraft und ihrer positiven Einstellung war sie ein leuchtendes Vorbild für uns alle. Sie hat uns alle motiviert. Wir sind unglaublich traurig und dankbar für die tolle gemeinsame Zeit.“

Sogar Moderator Jeremy Clarkson meldete sich auf Instagram anlässlich des Todes von Sabine Schmitz: „Was für ein trauriger Tag. Sabine war ein wunderbarer und fröhlicher Mensch. Und schnell wie der Teufel.“

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