„Königin der Nordschleife“

Rennfahrerin Sabine Schmitz († 51): Zehntausende wollen besondere Ehrung – per Petition

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der Tod von Rennfahrerin Sabine Schmitz († 51) hat Bestürzung bei Motorsport-Fans auf der ganzen Welt ausgelöst. Zehntausende fordern jetzt eine besondere Ehrung – per Petition.

Barweiler – Ihr Leben war fest verbunden mit der Nordschleife: Hier am Nürburgring wuchs Sabine Schmitz auf, hier feierte sie ihre größten Rennsport-Erfolge. Als bislang einzige Frau gewann sie das anspruchsvolle 24-Stunden-Rennen – und das sogar gleich zweimal: 1996 und 1997. Und ebenfalls durch die „Grüne Hölle“ wurde Sabine Schmitz auch einem weniger Rennsport-affinen Publikum bekannt – und zwar Mitte der 2000er-Jahre bei Auftritten in der TV-Sendung „Top Gear“.

Ihr Versuch, in einem Ford Transit Diesel, die Nordschleife in einer Zeit unterhalb von zehn Minuten zu umrunden, ist legendär – auch wenn sie am Ende ganz knapp scheiterte: Trotz eines völlig irren Ritts am Limit, der hier auf YouTube zu sehen ist, blieb sie acht Sekunden über der geforderten Zeit. Dennoch war nicht nur das Moderatoren-Trio um Jeremy Clarkson (61) von ihrer Leistung schwerstbegeistert. TV-Host Richard Hammond (51) machte sich in jener Sendung über Möchtegern-Rennfahrer lustig, die Sabine Schmitz auf ihrer heißen Ford-Transit-Runde deklassiert hatte: „Überholt von einem Van, gelenkt von einem Mädchen.“ Nun erlag die „Königin der Nordschleife“ einem langjährigen Krebsleiden. („Sie hat uns alle motiviert“ – Rennfahrerin und „Top Gear“-Star Sabine Schmitz ist tot)

Rennfahrerin Sabine Schmitz († 51): Zehntausende fordern besondere Ehrung – per Petition

Viele Menschen waren nicht nur von den Fahrkünsten von Sabine Schmitz fasziniert, sondern besonders von ihrer absolut sympathischen Art – weshalb sich nun die Frage stellt, wie man das Andenken an die beliebte Rennfahrerin bewahren kann. Die Antwort darauf gibt möglicherweise eine nun gestartete Petition auf der Plattform change.org. Ins Leben gerufen hat diese Dale Lomas von dem auf den Nürburgring spezialisierten Blog „Bridge to Gantry“. Sein Vorschlag: der verstorbenen Rennfahrerin eine Kurve in der „Grünen Hölle“ zu widmen. (Vierjährige dreht 250 Runden auf dem Nürburgring – warum das Rekord sein dürfte)

Eine Online-Petition fordert, eine Kurve der Nürburgring-Nordschleife nach Sabine Schmitz († 51) zu benennen.

Rennfahrerin Sabine Schmitz († 51) – „Sie ist der Grund, warum ich die Strecke kenne“

„Die Nürburgring Nordschleife hat zwischen 73 und 170 Kurven, je nachdem wie man sie zählt. Viele davon sind unbenannt“, schreibt Dale Lomas. „Ich glaube, dass ihr Einfluss auf die Geschichte des Nürburgrings (und des Motorsports) es rechtfertigt, wie Stefan Bellof einen Abschnitt der Nordschleife offiziell nach ihr zu benennen.“ Der im September 1985 bei einem Rennunfall in Belgien tödlich verunglückte Formel-1-Fahrer Stefan Bellof († 27) galt als eines der größten deutschen Motorsporttalente. 2013 wurde ein Streckenabschnitt der Nürburgring-Nordschleife in „Stefan-Bellof-S“ benannt, in Erinnerung an seinen Rundenrekord von 6:11,13 Minuten vom 28. Mai 1983, der sich 2013 zum 30. Mal jährte und bis 2018 Bestand hatte.

Die Idee, eine Kurve beziehungsweise einen Streckenabschnitt nach Sabine Schmitz zu benennen, findet großen Anklang. Die Online-Petition, die hier zu finden ist, hat bereits weit mehr als 46.000 Unterschriften gesammelt. In den Kommentaren äußern sich viele Unterzeichner dazu, weshalb sie die Aktion unterstützen. Hier ein paar Beispiele:

  • „Sie ist der Grund, warum ich die Strecke kenne.“
  • „Eine sehr schöne Idee zum Andenken an Sabine Schmitz!“
  • „Diese Frau war eine Ikone und ist dieser großartigen Geste würdig. Macht es einfach.“
  • „Sie sollte für immer an dem Ort in Erinnerung bleiben, dem sie ihr Leben gewidmet hat.“
  • „Wenn man an die Nürburgring-Nordschleife denkt, kommt einem definitiv Sabine in den Sinn. Eine echte Legende!“
Rennfahrerin Sabine Schmitz – hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2010 – erlag am 16. März 2010 einem Krebsleiden.

Rennfahrerin Sabine Schmitz († 51) – Betreiber der Rennstrecke Nürburgring bitten um Geduld

Auch die Betreiber der Nürburgring-Rennstrecke haben bereits von der Online-Petition Kenntnis genommen und sich in einem Facebook-Post, der hier zu finden ist, zu dem Anliegen geäußert. „Das überwältigende Echo und die weltweite Anteilnahme bestätigen, wie bedeutend Sabine für den Nürburgring war und ist. Deshalb steht es außer Frage, dass ihr eine besondere Ehre am Nürburgring zu Teil werden wird. Bitte habt jedoch Verständnis dafür, dass heute noch nicht der richtige Zeitpunkt ist, über die Form der Ehrung zu sprechen“, schreiben die Betreiber. „Wir möchten den Menschen, insbesondere den Angehörigen und Freunden, das Recht einräumen, das Ganze in Ruhe zu verarbeiten.“

Im Sommer 2020 hatte sich die beliebte Rennfahrerin mit einem bewegenden Facebook-Beitrag an ihre Fans gewandt. Darin berichtete sie offen von ihrer Krebskrankheit, mit der sie demnach bereits seit Ende 2017 kämpfte – und die sich zwischenzeitlich scheinbar auch gebessert hatte. Doch nun sei der Krebs „mit voller Wucht“ zurückgekehrt, schrieb sie damals. Deshalb wolle sie sich für die aktuelle Saison verabschieden. Tausende Menschen wünschten ihr daraufhin das Beste im Kampf gegen die tückische Krankheit. Leider vergeblich: Am 16. März 2021 erlag Sabine Schmitz ihrer schweren Erkrankung. Doch vielleicht wird sie bald unsterblich: mit einer nach ihr benannten Kurve auf der Nürburgring-Nordschleife. Jener Rennstrecke, die ihr ganzes Leben prägte – und die auch durch Sabine Schmitz entscheidend geprägt wurde.

Rubriklistenbild: © IMAGO/HochZwei/Suer, Thomas Frey/dpa

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