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Gummi war gestern: Michelin will seine Reifen aus diesem Wegwerf-Artikel backen

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Von: Marcus Efler

Autoreifen müssen in erster Linie sicher sein. Michelin will sie auch nachhaltig produzieren – und setzt dabei auf ein alltägliches Material, das wir von zu Hause kennen.

Clermont-Ferrand (Frankreich) – Auto-Experten sind sich einig: Die wichtigsten Teile an einem Fahrzeug sind die Bremsen und – die Reifen. Nur sie halten den Kontakt zur Straße; taugen sie nichts, kann ein Auto weder sicher bremsen, Kurven durchfahren noch beschleunigen. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an ihr Material, aus denen Reifenbäcker wie Michelin Pneus für jede Anforderung fertigen. Der französische Hersteller hat sich dazu noch eine andere Anforderung selbst auferlegt: Seine Reifen sollen aus nachhaltigem Material bestehen – zu 40 Prozent bis zum Jahr 2030, und vollständig bis 2050. (Rollerfahrer benutzt Kind als Felgenbaum zum Autoreifen-Transport: „Das ist das Michelin-Männchen“)

Nahaufnahme eines Reifen

Soll nachhaltiger werden: Michelin-Reifen, hier ein Pneu für Elektro-Sportwagen. (Symbolbild) © Michelin

Gummi war gestern: Michelin backt seine Reifen bald aus einem Wegwerf-Artikel

Diesem Ziel scheint Michelin nun einen Schritt näher gekommen zu sein – ausgerechnet mit Hilfe von recycelten Plastikflaschen. Das wiederverwertbare Material trägt die wissenschaftliche Bezeichnung Polyethylenterephthalat, aber fast jeder kennt es unter seinem Kurznamen PET. Daraus fertigt beispielsweise Audi schon hochwertige Sitzbezüge für seine Elektroautos (lesen Sie hier den Fahrbericht zum Audi Q4 E-tron). Aber Reifen, die dann doch deutlich stärker beansprucht werden? (Frostige Temperaturen: Schon Sommerreifen aufgezogen? Darum gilt die O-bis-O-Regel nicht mehr)

Gummi war gestern: neues Leben für alte Flaschen

Möglich macht‘s ein aufwendiges Verfahren des Biochemie-Spezialisten Carbos. Mit dessen Hilfe entstehen hochfeste Fasern, die Michelin für seine Pneu-Mischung verwenden kann. „Das zähe Polyester ist dann aufgrund seiner Bruchfestigkeit, Widerstandsfähigkeit, Robustheit und thermischen Stabilität besonders geeignet für Reifen“, erklärt Michelin. Wann die ersten Autos auf recycelten PET-Flaschen rollen, ist noch offen.

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