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Mercedes-Raser flüchtet 120 Kilometer vor Polizei – darum kann er nicht gestoppt werden

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Von: Christian Schulz

Eine schwarze Mercedes-Benz E-Klasse fährt durch Regenwetter. (Symbolbild)
In einer schwarzen Mercedes-Benz E-Klasse brettert der Raser vor der Polizei davon – und bricht so gut wie alle Verkehrsregeln. (Symbolbild) © Imago / Pius Koller

Was für eine irre Verfolgungsjagd: Bei Graupelschauer und Starkregen rast ein Autofahrer 120 Kilometer lang vor der Polizei davon – und kann einfach nicht gestoppt werden.

Hildesheim – Szenen wie aus einem „Fast & Furious“-Streifen: Eine Wahnsinns-Hatz hat die niedersächsische Verkehrspolizei hinter sich – und das auch noch erfolglos. Bei einer versuchten Verkehrskontrolle tritt ein Mercedes-Fahrer voll aufs Gaspedal und rast davon. Die eingesetzten Beamten nehmen sofort die Verfolgung auf. Sie heften sich über 120 Kilometer an die Fersen des Flüchtenden – der mit immer waghalsigeren und lebensgefährlichen Manövern versucht, davon zu kommen. Schließlich gelingt es ihm: Den Polizisten wird das Tempo zu heiß – und die Gefahr für sich und andere bei Graupelschauern und starkem Regen zu groß. Sie verlieren den skrupellosen Verkehrs-Rowdy schließlich aus dem Blick. Wie kann es dazu kommen? (Lebensgefahr: Autobahn-Polizei entdeckt Teenager am Steuer – es folgt eine überraschende Verwandlung)

Mercedes-Raser flüchtet 120 Kilometer vor Polizei – darum ist er nicht zu stoppen

Alles beginnt um etwa halb neun am Morgen: Auf der Bundesstraße B1 im östlichen Hildesheimer Stadtteil Einum guckt sich eine Verkehrsstreife der örtlichen Polizei eine schwarze Mercedes E-Klasse aus – und möchte diese kontrollieren. Als die Beamten der edlen Limousine Signale geben anzuhalten, zieht der Benz davon – und flüchtet mit enorm überhöhter Geschwindigkeit. Ohne Rücksicht auf Verluste – und die aus dem schlechten Wetter resultierenden miesen Straßenverhältnisse. Der flüchtige Rowdy beschleunigt seinen Boliden dabei selbst in durchquerten Ortschaften auf mehr als 150 km/h – über die Landstraßen brettert er gar mit Tempo 200. Dennoch versucht die Funkstreife an dem unverantwortlichen Raser-König dranzubleiben. (Mercedes rast mit 200 km/h durch Tempolimit und entkommt Polizei – Freude währt nur kurz)

In der Ortschaft Dinklar kommt es zur absehbaren Gefährdung eines vollkommen Unbeteiligten. Der Mercedes-Raser missachtet die Vorfahrt eines roten Kastenwagens – weil er über die Gegenfahrbahn (!) linksseitig an einer Verkehrsinsel vorbeikurvt. Der verschreckte Verkehrsteilnehmer muss heftig in die Eisen steigen, um eine brutale Kollision zu vermeiden. Nach diesem mega-gefährlichen Manöver in Stunt-Manier düst der wild gewordene Autofahrer weiter über die B1 nach Hildesheim. Dort fährt er auf die Autobahn A7 auf. In Fahrtrichtung Hannover schraubt er seine Geschwindigkeit nochmals hoch – und treibt die Nadel auf 230 km/h. Wohlgemerkt bei Starkregen und Graupel. Auch Geschwindigkeitsbeschränkungen und Baustellen bremsen ihn nicht nennenswert. (Verfolgungsjagd, Brutalo-Crash und Elektroschocker: Skrupelloser Autodieb zieht alle Register)

Mercedes-Raser flüchtet 120 Kilometer vor Polizei: Verfolgung abgebrochen – zu gefährlich

Unterdessen sind zahlreiche Polizeistreifen an dem Einsatz beteiligt. Aus allen angrenzenden Dienststellen wird Verstärkung geschickt. Ein Glück, dass auf der Autobahn zu diesem Zeitpunkt kaum etwas los ist: Einzig und allein aufgrund des sehr geringen Verkehrsaufkommens kommt es zu keinem – möglicherweise fatalen – Unfall. Was der flüchtende Raser anstellt, grenzt jedoch an Wahnsinn – bei diesen Witterungsbedingungen erst recht. Nahe Soltau brechen die verfolgenden Polizeikräfte ihre Jagd auf den Verkehrs-Rowdy ab – aus Selbstschutz und aus Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer. (SUV-Raser klaut Radarfalle: Dreister Mercedes-Fahrer rächt sich kurz entschlossen an Blitzer)

Der irre Raser in der Mercedes-Benz E-Klasse kommt ungeschoren davon – doch das Ganze wird ein Nachspiel haben. Zumindest für den Halter der schwarzen Limousine: Denn das Kennzeichen des verfolgten Fahrzeugs konnten die Polizisten laut Angaben der Polizeiinspektion Hildesheim trotz des Schmuddelwetters erkennen. Die weiteren Ermittlungen laufen.

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