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Blitzer-Warn-Apps bei deutschen Autofahrern beliebt – trotz Verbot

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Der Einsatz von Radar-Warnern ist in Deutschland verboten. Eine Umfrage zeigt nun aber: Vielen Autofahrern hierzulande ist das egal.

Berlin – Beim Thema Blitzer kochen die Gemüter erfahrungsgemäß schnell hoch. Klar, mag die ein oder andere Radarfalle fies platziert sein – und manchmal liegen Blitzer auch daneben, wie ein Fall aus Frankreich zeigt. Doch an vielen Stellen sind Tempolimits wichtig für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer – speziell etwa vor Schulen oder Kindergärten. Und dort stehen Blitzer sicherlich auch zurecht. Dennoch entwickeln manche Zeitgenossen einen regelrechten Hass auf Radarfallen: So haben kürzlich in Nordrhein-Westfalen Unbekannte einen Blitzer mit Benzin übergossen und angezündet und auf der A4 wurde gar eine Radarfalle in die Luft gesprengt. Und um einem Strafzettel wegen einer Geschwindigkeitsübertretung zu entgehen, nehmen es viele Deutsche offenbar mit dem Gesetz nicht ganz so genau: Sie benutzen einer Umfrage zufolge Blitzer-Warn-Apps oder andere Radar-Warngeräte – obwohl diese verboten sind.

Der Einsatz von Radar-Warnern in Deutschland verboten. Eine Umfrage zeigt nun aber: Vielen Autofahrern hierzulande ist das egal.
Laut einer Umfrage verwenden viele Deutsche trotz Verbots Radar-Warner. (Symbolbild) © Michael Gstettenbauer/Imago

Blitzer-Warn-Apps bei deutschen Autofahrern hoch im Kurs – trotz Verbot

Laut ADAC ist in Deutschland jede automatisierte Warnung vor Geschwindigkeitsmessanlagen verboten. So darf man entsprechende Technik (etwa Radarwarner) weder betreiben noch betriebsbereit mitführen. Und auch Navis, die Blitzer anzeigen sowie Blitzer-Warn-Apps auf Smartphones dürfen nicht verwendet werden. Dem Automobilklub zufolge droht bei einem Verstoß gegen das Verbot ein Bußgeld von 75 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Allgemeine Blitzermeldungen im Radio sind dagegen erlaubt.

49 Prozent der deutschen Autofahrer setzen laut einer Umfrage Radar-Warner ein

Doch wie nun eine Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbands bitkom ergab, setzen trotz Verbots 49 Prozent der deutschen Autofahrer Radar-Warner ein. Rund ein Viertel (27 Prozent) nutzt Blitzer-Warn-Apps auf dem Smartphone, 14 Prozent verwenden ein spezielles Radar-Warngerät und 13 Prozent lassen sich Blitzer von ihrem Navi anzeigen. In Deutschland gibt es übrigens in Sachen Tempoverstöße deutliche regionale Unterschiede.

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Nur ein Viertel der Benutzer von Radar-Warnern halten ihre Geräte für zuverlässig

Interessant: Nur rund ein Viertel (26 Prozent) derjenigen, die einen Radar-Warner benutzen, sagen auch, dass die Warnung zuverlässig funktioniert. Dennoch verwendet ein Drittel (36 Prozent) den Blitzer-Warner auf jeder Fahrt. Rund die Hälfte (46 Prozent) derjenigen, die entsprechende Technik nutzen, hat dadurch schon Strafzettel vermieden. Ob man seinen Radar-Warner auch mit ins Ausland nimmt, sollte man sich aber gut überlegen: Denn zumindest in vielen europäischen Ländern ist schon das Mitführen verboten – und die Strafen können um ein Vielfaches höher ausfallen als hierzulande.

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