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„Bei 1,99 ist Schluss“: Alte Tankstelle kann bei hohen Spritpreisen nicht mithalten

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Von: Simon Mones

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An der Tankstelle von Hans Brunner werden Benzin und Diesel halbliterweise abgerechnet. Das hat gute Gründe.

Oberviechtach – Noch lässt der heftig kritisierte Tankrabatt von Finanzminister Christian Lindner auf sich warten. Dafür sinken die Rohölpreise wieder und auch die Spritpreise sind etwas günstiger geworden. Dennoch kosten Benzin und Diesel immer noch mehr als zwei Euro. Allerdings nicht überall: An einer kleinen freien Tankstelle im bayrischen Overviechtach scheint die Tankwelt für die Autofahrer noch in Ordnung. Die marktüblichen Preise findet man hier nicht.

Doch der Schein trügt, wie bei genauem Hinsehen schnell klar wird. Denn die Spritpreise sind hier nicht (mehr) für den Liter ausgezeichnet, sondern nur noch für die Hälfte. Der Grund: die Zapfsäulen der Tankstelle von Tankwart Hans Brunner (73) kommen bei den aktuellen Preisen für Diesel und Benzin nicht mehr mit.

Hohe Spritpreise: Tankstelle berechnet halben Liter

So wie der Tankwart sind auch die Zapfsäulen der Tankstellen nicht mit die jüngsten. So stammt das Getriebe für die Preis- und Liter-Anzeigen noch aus Zeiten von D-Mark und Pfennig, als der Sprit noch deutlich günstiger war. „Bei 1,99 ist Schluss“,  erklärt Brunner, der die Tankstelle 1966 zusammen mit seinem Bruder eröffnet hatte.

Tankwart Hans Brunner steht neben einer Zapfsäule.
Die Tankstelle von Hans Brunner bietet Benzin und Diesel halbliterweise an. © Armin Weigel/dpa

Seit 1978 sei es eine Freie Tankstelle, daher habe er die Zapfsäulen zusammen mit seiner Frau fliederfarben lackiert. Das technische Problem nimmt Brunner mit Gelassenheit – genauso wie seine Kunden, die von der Lösung begeistert seien, auch wenn sie den Sprit nicht zu halben Preis bekämen.

Hohe Spritpreise: Neuen Zapfsäulen lohnen nicht

Neue Zapfsäulen will er jedoch nicht anschaffen. Das lohne sich nicht mehr, sagt Brunner und verweist auf sein hohes Alter. Ans Aufhören denken er und seine Frau jedoch nicht. Damit entsprechen sie dem Wunsch ihrer Kunden, denn, so erzählt der Tankwart, „die wollen, dass wir nicht aufhören“.

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Deshalb hätten sie den Preis jetzt einfach je halben Liter eingestellt und das Dilemma auf Schildern an den Zapfsäulen erklärt. „Da muss man halt mal zwei rechnen, da müssen wir wieder das Kopfrechnen üben.“ Und wenn die Spritpreise weiter sinken, kann der 73-Jährige sich auch das sparen und wieder pro Liter abrechnen. (Mit Material der dpa)

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