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Porsche Vision Gran Turismo: Darum ist der Playstation-Renner so wichtig für die VW-Tochter

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Von: Marcus Efler

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Seinen spektakulärsten Rennwagen entwickelte Porsche exklusiv für das Game „Gran Turismo“. Darum ist der Aufwand gerechtfertigt – was Tesla damit zu tun hat.

Stuttgart – Was für ein Design: Flach und breit kommt dieser Porsche daher, mit tief nach unten gezogener Fronthaube, muskulösen Radkästen und einem knackig-schlanken Leuchtband am Heck. Quasi die Supersport-Version des Taycan. Stünde sie so beim Händler, könnte der sich vor Bestellungen wohl kaum retten.

Doch der Porsche Vision Gran Turismo ist zu schön, um wahr zu sein: Wie sein Name schon verrät, fährt er nur durch ein Videogame für die Playstation – nämlich die Renn-Simulation „Gran Turismo 7“, die ab nächstem Frühjahr für Sonys Playstation 4 und 5 zu haben sein wird. (Porsche Taycan GTS im Test: Lohnt sich der Aufpreis?)

Virtueller Porsche Vision Gran Turismo
Spektakulär, aber rein virtuell: Der Porsche Vision Gran Turismo. © Porsche

Porsche Vision Gran Turismo: Darum ist der Playstation-Renner so wichtig für die VW-Tochter

Doch für Porsche ist der Rennwagen weit mehr als eine Fingerübung, die seine Designer zusammen mit dem Videospiel-Entwicklungsstudio Polyphony Digital auf die Räder gestellt haben. Wie wichtig der Volkswagen-Tochter ihr Engagement in dem virtuellen Autorennen ist, zeigt schon die Tatsache, dass Chefdesigner Michael Mauer mitmischte: „Ein rein für den virtuellen Raum gestaltetes Fahrzeug eröffnet für uns spannende Freiräume, die in einem regulären Designprozess eines Serienfahrzeugs stark reglementiert sind“, erklärt der Leiter Style Porsche: „Projekte wie der Porsche Vision Gran Turismo sind für uns im kreativen Prozess besonders wertvoll“. (Porsche 718 Cayman GT4 RS: Noch schärfer und leichter)

Porsche Vision Gran Turismo: Ganz klar mit Elektroantrieb

Ausdrücklich betont Mauer die „klar definierten Porsche Design DNA“ des Spiele-Autos. Interieurdesign-Chef Markus Auerbach schuf den Innenraum aus „Carbon, Titan und veganen Materialien“. Beeindruckend natürlich die Leistungswerte, die Porsche seinem virtuellem Modell andichtet: Mit bis zu 1.292 PS beschleunigt der Allradler in 2,1 Sekunden auf Tempo 100, und weiter auf 350 km/h, alles natürlich mit „rein elektrischem Antrieb“.

Virtueller Porsche Vision Gran Turismo
Der Porsche Vision Gran Turismo zeigt Design-Anleihen an den Taycan. © Porsche

Genau hier liegt die Aufgabe des Renners aus dem Rechner: Wo der echte Prototyp Mission R die E-Mobilität vor allem bei Porsche-Fahrern und erwachsene Fans mit Emotion aufladen soll, da muss der Vision Gran Turismo bei der Generation Playstation ran. Der Ausbau der Gaming-Aktivitäten habe für Porsche „strategische Bedeutung“, so der Hersteller. „Wir holen junge und digitale Zielgruppen dort ab, wo ihre automobilen Träume entstehen: beim Spielen“, sagt Robert Ader, Vice President Marketing. (Porsche tüftelt an Fake-Sound: So sollen Elektro-Modelle bald „emotional“ klingen)

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Porsche Vision Gran Turismo: Aufholjagd gegen Tesla

Vor allem Jugendliche kommen hier, wie einstmals beim guten alten Auto-Quartett, erstmals mit Marken und Modellen in Kontakt. Von Nissan bis Lamborghini mag kein Autohersteller auf die Präsenz in der virtuellen Welt verzichten, viele zahlen für ihren werbewirksamen Auftritt an die Spiele-Studios.

Cockpit des virtuellen Porsche Vision Gran Turismo
Zwischen Realismus und Futurismus: Das Cockpit des Game-Porsche. © Porsche

Diese Imagepflege per Spielkonsole scheint heute wichtiger denn je. Für traditionsreiche Marken bahnt sich auf den Schulhöfen nämlich gerade ein massives Problem an. Wo früher über BMW, Porsche und Ferrari gefachsimpelt wurde, gilt derzeit nur eine Marke als cool: Tesla. Mit röhrenden Boxer- und V10-Motoren muss man also gar nicht erst kommen, wenn man die Kids auf der Playstation abfangen will – so verlockend das in einer Parallelwelt ohne EU-Gängelung und Emissionsvorgaben auch sein mag.

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