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Porsche Taycan bleiben einfach stehen – doch Tesla-Fahrer lästern über etwas anderes

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Von: Marcus Efler

Zehntausende elektrische Porsche Taycan erhalten ein Update, weil einige Fahrzeuge liegen bleiben. Die Art der Fehlerbehebung sorgt im Netz für Kopfschütteln.

Stuttgart – Ein Rückruf kommt in den besten Konzernen vor. Auch – aber vor allem – bei den mit Software vollgestopften Elektroautos. So wurde kürzlich Tesla in China verdonnert, alle Model 3 und Y mit einem Update zu versehen, weil sich nach Ansicht der Behörden der „Autopilot“ zu leicht und damit auch versehentlich aktivieren lässt. Allerdings musste keines des insgesamt 285.520 Fahrzeuge deshalb in eine Werkstatt rollen: Über das Mobilfunknetz, also mittels „Over-the-Air-Update“ (OTA), wurde ein warnender Gong-Ton hinzu programmiert. Das Ganze dauerte drei Tage, die Tesla-Besitzer registrierten es mit einem Schulterzucken. Wenn überhaupt. (Zieht Tesla-Boss Elon Musk echt in so einen „Tiny House“-Container?)

Porsche Taycan bleiben einfach stehen – aber Tesla-Fahrer spotten über etwas anderes

Nun hat es Porsche erwischt: Der Sportwagen-Hersteller muss sein Elektromodell Taycan updaten. Denn manche Autos bleiben während Fahrt einfach mal so stehen. Das fiel Porsche nach eigener Aussage bei internen Erprobungen auf. Allerdings meldeten auch US-Kunden schon derartige Zwangs-Stopps. Neun Taycan-Fahrer der Modelljahre 2020 und 2021 gaben an, dass ihr Wagen einfach ausgegangen sein, und zwar ohne Warnung oder Fehlermeldung. Immerhin: Drei konnten nach einem Neustart einfach weiterfahren. So berichtet es die Verkehrssicherheits-Behörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) und fasst zusammen: „Verlust der Antriebskraft während der Fahrt bei jeder Geschwindigkeit.“ (Porsche: Taycan stellt Tesla in den Schatten - Elon Musk selbst hat das möglich gemacht)

Porsche Taycan, stehend
Benötigt ein Update: der Porsche Taycan (hier in der Farbe Frozen Berry) © Porsche AG

Porsche Taycan bleiben einfach stehen – kleiner Bug, große Wirkung

Laut der Weissacher Entwicklungs-Abteilung von Porsche handelt es sich um ein Software-Problem, das auch schon identifiziert worden sei. Der Bug in der Kommunikation verschiedener Antriebskomponenten sei aber so selten, dass er während der regulären Vorserien-Erprobungsfahrten einfach nicht aufgetreten sei. Erst bei den Zigmillionen Kilometern in Kundenhand schlägt jetzt die Statistik zu. Die Sicherheit sei aber nicht beeinträchtigt, beruhigt Porsche: Alle Systeme wie ABS oder ESC arbeiteten weiter und aus Autobahntempo 140 bis 150 km/h blieben dem Fahrer etwa anderthalb Minuten Zeit, den Taycan auf den Pannenstreifen zu steuern. (Tesla-Fan besorgt sich Porsche Taycan – und lässt Frust raus: „Wie bei einem billigen Wagen“)

Porsche Taycan bleiben einfach stehen – Audi e-tron GT ist nicht betroffen

Der auf dem Porsche basierende Audi e-tron GT ist von dem Problem nicht betroffen. Er hat nämlich schon das, was der Taycan jetzt bekommt: die neueste Version der entsprechenden Software. Obwohl angeblich nur 0,3 Prozent der bislang 43.000 weltweit verkauften Taycan (inklusive der Version Cross Turismo) betroffen sind, hat Porsche in Deutschland das Kraftfahrt-Bundesamt informiert. Und ruft sämtliche Autos zum Update in die Werkstätten. (Nächster Porsche Macan wird elektrisch – letzte Chance für den Benziner)

Porsche Taycan bleiben einfach stehen – und muss in die Werkstatt

Denn anders als Tesla nehmen die Schwaben den Ausdruck „Rückruf“ wörtlich. Da offenbar auch das elektronische Steuergerät kalibriert, also Hand an die Hardware gelegt werden soll, funktioniert das Update eben gerade nicht „Over The Air“. Obwohl es eigentlich technisch möglich sein sollte. Theoretisch. Praktisch sind die Tesla-Fahrer, die das Ganze mitbekommen, mal wieder einigermaßen fassungslos. „Porsche schafft keinen Online-Rückruf“, ätzt etwa das Online-Magazin teslamag. „Nennt sich OTW“, kommentierte ein User hämisch: „Over the Werkstatt.“

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