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Porsche tüftelt an Fake-Sound: So sollen Elektro-Modelle bald „emotional“ klingen

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Von: Marcus Efler

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Klingen Elektroautos steril und langweilig? Vor allem Sportwagen-Fans sind oft dieser Meinung. Mit dieser technisch aufwendigen Lösung will Porsche Abhilfe schaffen.

Stuttgart – Die Geschmäcker sind verschieden  –  auch und vor allem beim Design von Autos. Und natürlich bei den Geräuschen: Während die einen fasziniert sind von der leisen Souveränität, mit der ein Tesla seine beeindruckende Motorleistung entwickelt, wollen andere den kräftigen Sound eines Verbrennungsmotors nicht missen. Denn es ist seit Jahrzehnten gelernte Erfahrung, dass hohe Fahrleistungen mit lautem Geräusch verbunden sind. (YouTuber prahlt mit Sound von Tesla Model S – Netz macht sich lustig)

Porsche tüftelt an Fake-Sound: So sollen Elektro-Modelle bald „emotional“ klingen

Für Porsche könnte sich das zu einem Problem entwickeln. Denn vor allem Sportwagen müssen nach Meinung vieler Fans nicht nur schnittig aussehen, sondern sich auch „emotional“ anhören. Nur der Imageträger 911 soll aber einen Verbrennungsmotor behalten und saubere E-Fuels tanken. Fast allen anderen künftigen Modellen, der nächste Macan ebenso wie Boxster oder Cayman, werden zu reinen Stromern. (Porsche verteidigt Verbrenner-Verbot – doch was wird aus 911-Baureihe?)

Gerade die reifere Kundschaft in Europa und den USA könnte dann den gewohnten Klang eines Boxermotors oder V6 vermissen. Als Problem betrachtet der Sportwagenbauer neben der Lautlosigkeit des Elektromotors offenbar, dass schon bei Stadttempo die Abrollgeräusche der Reifen die Soundkulisse dominieren (bei höheren Geschwindigkeiten ist das ohnehin der Fall). (Porsche 718 Cayman GT4 RS: Noch schärfer und leichter)

Porsche tüftelt an Fake-Sound: Lauter als das vorgeschriebene Warngeräusch

Aber schließlich beschäftigt Porsche in seiner Entwicklungsabteilung in Weissach eine besonders große Abteilung von Sound-Ingenieuren. Die hatten bislang vor allem die Aufgabe, den Verbrennersound lauter klingen zu lassen, als er eigentlich ist und sein darf, und den modernen Turbomotoren noch ein wenig nach hochdrehendem Sauger klingen zu lassen. Jetzt aber tüfteln sie an einem typischen, charakterstarken Geräusch für die E-Modelle.

Porsche Mission R (Symbolbild)
Künftig vielleicht mit Verbrenner-Sound: Elektrische Porsche wie diese Studie Mission R. (Symbolbild) © Porsche

Dies soll weit über das gesetzlich vorgeschriebene Warngeräusch AVAS (Acoustic Vehicle Alert System) hinausgehen, wie das US-Autoportal Carbuzz erfahren haben will, und an das gewohnte Geräusch aus der Abgas-Anlage erinnern. Dabei soll der Fake-Sound nicht einfach, wie bei Elektroautos bislang üblich, über Lautsprecher erzeugt werden, da Porsche diese Technik angeblich bei Sound-Qualität und Lautstärke für „limitiert“ hält. (Porsche Macan GTS: Neues Topmodell mit Leistungsplus – so fährt es sich)

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Porsche tüftelt an Fake-Sound: Geräusch-Box am Wagenheck

Vielmehr soll auch künftig bei elektrischen Modellen das Resonanzprinzip zum Einsatz kommen, das schon bei klassischen Auspuffanlagen für „emotionale“ Geräusche bürgt. Dafür entwickelt Porsche angeblich eigens an einem Sound-Simulator aus Edelstahl, der auch optisch an die Abgas-Anlagen klassischer Verbrenner-Autos erinnert.

Diese Geräusch-Box würde wohl auch im Heckbereich installiert und könnte sogar ein optisches Merkmal künftiger Elektro-Porsche werden. Obwohl der Fake-Sound dann einen elektrisch erzeugten Ursprung hätte, könnte er so voll und kräftig tönen, wie es die Kunden von heutigen Sportwagen gewohnt sind.

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