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Porsche 597 Jagdwagen: Seltener Prototyp könnte mehr als 700.000 Euro bringen

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Mit dem 597 Jagdwagen bewarb sich Porsche Mitte der 1950er-Jahre für einen Bundeswehr-Auftrag – einer der seltenen Prototypen wird nun versteigert.

Die Marke Porsche wird im Grunde von einem Modell verkörpert: dem Neunelfer. Als Nachfolger des Porsche 356 ist er bis heute quasi das Sinnbild des klassischen Sportwagens. Der Versuch, ihn Anfang der 1980er-Jahre durch den Porsche 928 abzulösen, scheiterte: Der V8-Gran-Turismo verschwand, der Neunelfer blieb. Auch Promis fuhren den 911 gerne – ein Exemplar aus dem Besitz der Fußball-Legende Diego Maradona (†) etwa übertraf bei einer Versteigerung alle Erwartungen. Anfang der 2000er-Jahre dann eine echte Revolution: Mit dem Cayenne kam ein SUV in die Sportwagen-Modellpalette des Stuttgarter Autobauers. Doch einen ersten Ausflug in die Welt geländegängiger Fahrzeuge machte Porsche bereits viel früher: Mitte der 1950er-Jahre entwickelte das Unternehmen den 597 Jagdwagen – im Rahmen einer Ausschreibung für die Bundeswehr. Nun wird einer der raren Prototypen versteigert.

Ein Porsche 597 Jagdwagen im Porsche-Museum.
Ein Prototyp des Porsche 597 Jagdwagen wird demnächst versteigert. (Symbolbild) © Arnulf Hettrich/Imago

Porsche 597 Jagdwagen: Seltener Prototyp könnte mehr als 700.000 Euro bringen

Bei dem Fahrzeug, das vom Auktionshaus RM Sotheby’s versteigert wird, handelt es sich um einen von nur 22 produzierten Militärprototypen. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 1,5-Liter-Boxermotor aus dem Porsche 356 – von dem kürzlich ein Exemplar aufwendig für eine Expedition umgebaut wurde – mit einer Leistung von 37 kW (50 PS).

Porsche 597 Jagdwagen: Prototypen zeigten in Bundeswehr-Tests zahlreiche Mängel

Eine Erprobung des Porsche 597 durch die Bundeswehr im Januar 1956 brachte jedoch zahlreiche Mängel zum Vorschein: Es kam unter anderem zu einem Riss am Aufbau, Anlasserdefekten, Achswellenbrüchen und Ölverlusten. Auch der erheblich zu laute Heckmotor, eine zu kleine Windschutzscheibe und klappernde Sitze wurden beanstandet. In Großserie für die Bundeswehr ging der Porsche 597 nie – auch weil für Porsche die Produktionskosten zu hoch gewesen wären und das Werk in der angesetzten Zeit nicht die geforderten Stückzahlen hätte liefern können. Der Großauftrag über rund 5.000 Exemplaren ging an die Auto Union in Ingolstadt – für den DKW Munga.

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Porsche 597 Jagdwagen: Vermutlich entstanden zwischen 70 und 100 Exemplare

Zu den Fertigungszahlen kursieren verschiedene Zahlen: Angeblich wurden insgesamt durch die Bundeswehr 50 Porsche 597 beschafft – für die Erprobung über den Test im Jahr 1956 hinaus. Das letzte Modell aus den Bundeswehrbeständen wurde im Jahr 1972 ausgemustert. Neben den Militär-Versionen wurden zwischen 1955 und 1958 jedoch auch noch rund 50 zivile Modelle bestellt. Insgesamt wären also rund 100 Exemplare gebaut worden. Andere Quellen berichten dagegen von nur 22 Prototypen und insgesamt nur 71 produzierten Fahrzeugen.

Porsche 597 Jagdwagen: Prototypen Nummer 5 wird in den USA versteigert

Das 597-Exemplar, das Mitte August auf einer Auktion in Monterey (Kalifornien) versteigert werden soll, trägt die Fahrgestell-Nummer 0005 und wurde zwischen Januar 1954 und Dezember 1955 produziert. Lackiert ist der Wagen im zeitgenössischen Bundeswehr-Olivgrün, auch die Innenausstattung folgt dieser Farbgebung. Das angebotene Exemplar wurde laut Angebotstext vollständig in Deutschland restauriert – das Aktionshaus rechnet mit einem Verkaufspreis zwischen 725.000 und 775.000 US-Dollar, umgerechnet zwischen 709.000 und 758.000 Euro (Stand Juli 2022). Ob der Preis hoch ist, ist übrigens lediglich eine Frage der Perspektive: Im Vergleich zum teuersten Auto der Welt – dem Mercedes 300 SLR Uhlenhaut Coupé – ist der Porsche ein echtes Schnäppchen. Der Mercedes wurde für 135 Millionen Euro versteigert.

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