Erfolgreiche Flucht mit 15 km/h

Polizei jagt Streuwagen – doch der Verfolgte entkommt: „Hättet ihr mal Cobra 11 dazu geholt“

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Diese Verfolgungsjagd ist wirklich unglaublich: Ein Mann klaut einen Streuwagen, flieht im Schneckentempo vor der Polizei – und kann trotzdem entkommen. Ganz großes Kino.

Kiel – Dass die Polizei ausrücken muss, um Raser dingfest zu machen, kommt häufiger vor. Doch manchmal wollen Letztere einfach nicht stehen bleiben, wenn sie das Gefühl, ertappt worden zu sein, und geben dann erst richtig Gas. Zum Leidwesen der Beamten, die sich dann oftmals eine rasante Verfolgungsjagd liefern.

Polizei jagt Streuwagen – doch der Verfolgte entkommt: „Hättet ihr mal Cobra 11 dazu geholt“

Doch was sich jetzt die Polizei Kiel geleistet hat, ist für das Netz einfach nur zum Brüllen. Doch peinlich scheint es ihr nicht, hat sie das, was passiert ist, doch selbst auf ihrer Facebook-Seite gepostet. Dort ist zu lesen, dass Zeugen die Beamten kurz vor Mitternacht gerufen hatten, nachdem sie auf einem Betriebsgelände in der Hamburger Chaussee einen abgestellten Streuwagen entdeckten. Andere Polizisten wurden ebenfalls misstrauisch, als sie in einem anderen Fall zwei Jugendliche in einem mehr als 20 Jahre alten Auto rasen sahen, und lieferten sich am Ende mit ihnen ebenfalls eine irre Verfolgungsjagd.

Die Polizei macht sich auf den Weg und zwei Kollegen bemerken schließlich den Streuwagen, wie er in Richtung Molfsee fährt. Sie nehmen die „Verfolgung“ auf, wobei der Streuwagen nur eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h erreichen kann, geben dabei Zeichen und hupen. Doch der „Raser“ reagiert der Polizei zufolge nicht, weshalb die Beamten das Fahrzeug überholt und schließlich gestellt haben. (Mit 308 km/h: Jugendliche brettern über die Autobahn – in Papas Mercedes-AMG)

Aber der Fahrer des Streuwagens denkt gar nicht daran, stehen zu bleiben, und rammt den Streifenwagen. Anschließend prallt er selbst an der Einmündung Meimersdorfer Weg gegen eine Ampel. Auch in einem anderen Fall will ein Raser nicht klein beigeben und duelliert sich mit fast 100 km/h zu schnell mit der Polizei innerorts.

Polizei verfolgt Streuwagen: Sachschaden von 15.000 Euro – „peinlich obendrein“

Doch damit ist die irre Verfolgungsjagd noch lange nicht vorbei: Der Fahrer flüchtet schließlich zu Fuß weiter in Richtung Drachensee. Am Ende kann er aber entwischen und auch „im Rahmen einer anschließenden Fahndung nicht gestellt werden“, wie es weiter heißt. Auch in Hamburg ist ein junger Raser der Polizei entwischt – allerdings fuhr der mit Tempo 200.* In England dagegen konnte ein Raser zu Fuß von der Polizei gestellt werden, nachdem er in einer Güllegrube landete.

Während die zwei Beamten glücklicherweise nicht verletzt worden sind, soll an den beiden Fahrzeugen und der Ampel ein Sachschaden von sage und schreibe 15.000 Euro entstanden sein. Doch das scheint die zahlreichen User kaum zu interessieren. Stattdessen amüsieren sie sich über die „Verfolgungsjagd“ und die eingesetzten Beamten.

Hier eine Auswahl an Kommentaren:

  • „Da waren die Beamten aber wohl mächtig ge- oder überfordert, oder? Also bei einem Täter, der mit einer mörderischen Geschwindigkeit von 15 km/h flüchtete ... Wahnsinn, die Polizei hat es schon richtig schwer und hart.“
  • „Kiel in a Nutshell.“
  • „Kostet den Steuerzahler wieder richtig Geld, die Aktion – und peinlich obendrein.“
  • „Das Gehaltsvolumen war wohl schon aufgebraucht ... da wird mit mäßiger Geschwindigkeit gearbeitet.“
  • „Wird Zeit, dass unsere Polizei komplett mit E-Bikes ausgestattet wird .... Dann können die Beamten mit 25 km/h sogar Bobbycars einholen ...“
  • Hättet ihr mal die Kollegen von Cobra 11 dazu geholt ... die hätten den Sachschaden auch hinbekommen ... aber der Täter wäre gefasst.“
  • „Da fehlte nur noch der Hubschrauber-Einsatz mit Fallschirmspringer ...“

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Rubriklistenbild: © Polizeidirektion Kiel

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