Kein Witz

Präsidentschaftswahl 2020: Richtig makaber – Bestatter bringen Wähler zur Urne

Blick in den Heck eines Leichenwagens mit US-Flagge
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In den USA können sich Wähler von Bestattungsunternehmen kostenlos zum Wahllokal chauffieren lassen (Symbolbild).
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Es klingt richtig makaber, ist aber kein Witz: In den USA können sich Wähler in einigen Städten von Bestattungsunternehmen zum Wahllokal chauffieren lassen.

Union City (USA) – In Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie sind die Menschen wohl heilfroh, wenn sie gerade nicht mit einem Bestattungsunternehmen in Kontakt treten müssen. Doch ironischerweise gibt es in den USA aktuell ein Angebot von Bestattern, das älteren Bürgern in diesen schweren Zeiten den Gang zur Wahlurne ermöglichen soll – denn am 3. November wird der neue US-Präsident gewählt. Statt sich in vollen Bussen auf dem Weg zum Wahllokal der Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus aussetzen zu müssen, können sich die Wähler auf Anfrage vom Fahrzeug eines Bestattungsunternehmens abholen lassen – und das gratis.

Präsidentschaftswahl 2020: Total makaber – Bestatter bringen Wähler zur Urne

Interessenten für eine solche Shuttle-Fahrt zum Wahllokal können ein Online-Formular ausfüllen. Dort gibt man Namen und Adresse an – außerdem den gewünschten Abholort und das Ziel der Fahrt. Zudem kann man sich das Fahrzeug aussuchen: SUV, Limousine und Van sind im Angebot. Ein Leichenwagen ist nicht darunter – das wäre wohl dann doch etwas zu makaber. Laut Berichten verschiedener US-Medien, die sich auf „The Baltimore Sun“ berufen, rechnet „The National Funeral Directors & Morticians Association“ damit, bis zu 300.000 Menschen eine Gratis-Mitfahrgelegenheit anbieten zu können. Das Angebot gibt es demnach unter anderem in den Städten Baltimore, Miami, Los Angeles und Kansas City. (Inoffizielles GTI-Treffen am Wörthersee: Null Rücksicht auf Corona – „Massenansturm“)

Den Service können entweder Einzelpersonen oder Gruppen aus demselben Haushalt in Anspruch nehmen. Vor jeder Fahrt werden die Fahrzeuge desinfiziert, die Chauffeure sind angewiesen, Masken zu tragen. Gedacht ist das Angebot für Menschen ab 55 Jahren – dennoch sollen auch Anfragen von jüngeren Personen nicht abgewiesen werden. (Auto richtig desinfizieren: So wird es in nur 15 Minuten keimfrei wie beim Profi)

Mit dem Bestatter zur Urne: Angebot soll den Menschen die Angst vor Ansteckung nehmen

Wie Hari P. Close, Inhaber des Hari P. Close Funeral Service in Baltimore, gegenüber der Zeitung erklärte, gebe es das Konzept der Wahl-Shuttles bereits seit mehr als 25 Jahren. Besonders in den Jahren 2008 und 2012 – als Barack Obama (59) zum US-Präsidenten gewählt wurde – sei der Service gut angenommen worden. In Zeiten, in denen Menschen Angst hätten, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, sei das Angebot nun wichtiger als jemals zuvor. (Video: Furioser Abschied von Dragster-Fahrerin – So spektakulär wurde ihre Asche verstreut)

Auch in Detroit wollten sich einige Bestattungsunternehmen an der Shuttle-Aktion zu den Wahllokalen beteiligen – doch wie „The Detroit News“ berichten, wird sie in diesem Jahr wohl ein Gerichtsbeschluss davon abhalten. Die Republikaner haben sich kürzlich erfolgreich für die Wiedereinführung eines Verbots für Drittorganisationen eingesetzt, die Fahrer bezahlen, um Wähler zu den Urnen bringen zu lassen.

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