1. 24auto
  2. News
  3. Politik & Wirtschaft

VW wehrt sich gegen Vorwürfe von Greenpeace: „ID.3-Verkauf wird ...“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Oppenheimer

Die Umweltorganisation Greenpeace behauptet, Volkswagen bremse den Verkauf der eigenen E-Autos – der Autohersteller tritt dem nun entschieden entgegen.

Wolfsburg/Hamburg – Greenpeace hat gegen den Autobauer Volkswagen schwere Vorwürfe erhoben: Laut einer Recherche der Umweltorganisation verkaufen VW-Händler Elektroautos eher ungern. Für die Untersuchung hatten Greenpeace-Ehrenamtliche 50 VW-Händler besucht und sich als potenzielle Kunden ausgegeben, zu denen ein VW ID.3 angeblich gut passen würde. Doch in 27 Fällen empfahlen die Verkäufer – trotz des laut der Umweltorganisation typischen ID.3-Käuferprofils – statt des E-Autos einen Verbrenner. Nach Angaben von Greenpeace habe dies mit den finanziellen Nachteilen für den VW-Händler beim Verkauf von E-Autos zu tun. Auf Anfrage von 24auto.de hat sich VW nun zu den Vorwürfen geäußert.

Produktion des VW ID.3 in Zwickau

Volkswagen tritt den Greenpeace-Vorwürfen entgegen: Man fördere den ID.3-Verkauf sogar mit einem speziellen Programm. © Hendrik Schmidt/dpa

VW wehrt sich gegen Greenpeace-Vorwürfe: „ID.3-Verkauf wird ...“

Dass man beim Verkauf von Elektroautos auf der Bremse stehe, will man bei Volkswagen nicht auf sich sitzen lassen. „Kein anderer Automobilhersteller fördert die Transformation in Richtung Elektromobilität so massiv wie Volkswagen“, teilt der Wolfsburger Autobauer mit. „Allein die Marke Volkswagen investiert zwischen 2020 und 2024 11 Milliarden Euro in E-Mobilität.“ Schon heute sei jedes zehnte ausgelieferte Fahrzeug der Marke VW ein reines E-Auto. (VW ID.3 mit nagelneuer „ID-Software 2.0“ – doch Bestandskunden müssen sich gedulden)

VW wehrt sich gegen Greenpeace-Vorwürfe – nennt aber keine Zahlen zu Händlermargen

Die Vorbereitung auf die E-Mobilität sei trotz Corona-Krise die „intensivste Marktvorbereitung“ bislang gewesen. „Der Handel mit seinen direkten Kundenkontakten ist eine zentrale Säule unserer E-Offensive“, betont Volkswagen gegenüber 24auto.de. Die Autohändler seien dabei eigenständige Unternehmer, die in eigener Verantwortung entscheiden, wie sie ihre Mitarbeiter und Verkäufer entlohnen. „Typischerweise unterscheiden die Händler bei der Bezahlung ihrer Verkäufer nicht zwischen Verbrenner oder BEV [Battery Electric Vehicle = Elektroauto; Anm. d. Red.].“

Zudem gebe es seitens Volkswagen extra ein eigenes Programm, welches den Verkauf sowohl der Verbrenner als auch der Elektrofahrzeuge mit Verkäufer-Prämien incentiviere – also mit Anreizen versehe. „Der ID.3-Verkauf wird in diesem Programm sogar überproportional gefördert“, erklärt der Autobauer. Genauer will man darauf aber nicht eingehen: „Wir bitten in dem Zusammenhang um Verständnis, dass wir zur Frage der Händlermargen aus Wettbewerbsgründen keine internen Zahlen nennen können.“ (VW ID.4 im Test: Viel Platz, sehr gutes Fahrverhalten – die Start-Versionen sind allerdings teuer)

Bis spätestens 2025 will Volkswagen Weltmarktführer in der E-Mobilität sein. Ende November verzeichnete der Wolfsburger Autobauer laut eigenen Angaben europaweit insgesamt über 54.000 Auftragseingänge für den VW ID.3 – mehr als 28.000 Fahrzeuge wurden bereits ausgeliefert. In diesen Tagen erscheint zudem der VW ID.4, also der Elektro-Crossover von Volkswagen.

Auch interessant