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Currywurst aus Volkswagen-Kantine verbannt – jetzt schaltet sich der Altkanzler ein

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Von: Marcus Efler

Aus für die berühmte Kult-Currywurst: In der Kantine von Volkswagen gibt es künftig kein Fleisch mehr. Jetzt schaltet sich sogar der Altkanzler ein.

Update vom 11.08.2021, 20:01 Uhr: Jetzt sieht sich sogar Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (77) veranlasst, seine Liebe zur Currywurst öffentlich zu bekräftigen – wegen der Veggie-Offensive „seines“ alten Unternehmens Volkswagen, das er während seiner Zeit als Ministerpräsident von 1990 bis 1998 mit kontrollierte.

„Wenn ich noch im Aufsichtsrat von VW säße, hätte es so etwas nicht gegeben“, monierte Schröder auf der Online-Plattform LinkedIn. Als einstiger Vertreter des Landes Niedersachsen, dem zweitwichtigsten Anteilseigner der Volkswagen AG, ärgere er sich über die Abschaffung der berühmten VW-Currywurst in einer Werkskantine. „Vegetarische Ernährung ist gut, ich selbst mache das phasenweise auch“, so Schröder. „Aber grundsätzlich keine Currywurst? Nein!“

Ob die Kritik vollkommen ernst gemeint ist, sei dahingestellt. Der SPD-Altkanzler warf jedoch die Frage auf, ob das Aus wirklich im Interesse der Beschäftigten sei: „Currywurst mit Pommes ist einer der Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters in der Produktion. Das soll so bleiben.“ (Mit Material der dpa)

Erstmeldung vom 10. August 2021, 11:48 Uhr: Wolfsburg – Die Grünen und VW, das scheint mittlerweile eine sehr fruchtbare Beziehung zu sein. Was immer die Öko-Partei fordert – der Autobauer setzt es um, noch bevor es Gesetz werden kann. Beispiel Tempolimit: Diese urgrüne Forderung scheint schon gar nicht mehr notwendig, nachdem Audi-Chef Markus Duesmann signalisiert hat, dass die Zeiten möglichst schneller Autos ohnehin vorbei seien, und sich Konzernchef Herbert Diess mittlerweile ähnlich äußert. Oder ein Verbot des Verbrennungsmotors: Noch vor der EU beschlossen Audi und kurz danach auch die Kernmarke VW den Umstieg aufs Elektroauto. (Tempolimit 120 auf Autobahn: Wie die Chancen dafür wirklich stehen)

Currywurst aus Volkswagen-Kantine verbannt – steht VW jetzt für Veggie-Werke?

Und nun der Veggie-Day. Der von den Grünen angeregte Verzicht von Fleisch in öffentlichen Kantinen belebte vor acht Jahren den Wahlkampf. Und nun verbannt Volkswagen Fleisch, unter anderem aus seiner Hauptkantine im VW-Markenhochhaus. Und zwar nicht nur für einen Tag pro Woche, wie es die Grünen und einige Umweltverbände vorgeschlagen hatten, sondern grundsätzlich und täglich. Also in etwa so, als würde VW nicht nur Tempo 130 unterstützen, sondern gleich mal alle Modelle bei 90 km/h abregeln. (VW ID.4 in China: Elektro-SUV sorgt für Ernüchterung in Wolfsburg)

VW-Hochhaus mit Marken-Emblem
Im Marken-Hochhaus von VW soll die Kantine künftig fleischlos sein. © Darius Simka/Imago

Currywurst aus Volkswagen-Kantine verbannt – Mitarbeiter wünschen Alternativen zu Fleisch

Die 150 Rezepte, die im Wolfsburger Betriebsrestaurant rotieren, sollen dann ohne Fleisch auskommen, manchmal steht allerdings Fisch auf dem Menüzettel. Viele Mitarbeiter wünschten sich vegetarische und vegane Alternativen, so begründet Volkswagen den Veggie-Wandel in einem internen Info-Schreiben. Am Standort Hannover, wo die Nutzfahrzeug-Sparte residiert, gilt Ähnliches. (VW Taigo schon da: Neues SUV-Coupé fährt längst in Brasilien)

Currywurst aus Volkswagen-Kantine verbannt – Lieblingsessen ist VWs meistverkauftes Modell

Die Mitarbeiter, die eher nicht so auf „vegetarische und vegane Alternativen“ stehen, werden wohl vor allem ein Gericht vermissen: die legendäre Currywurst (vollständige Bezeichnung „Currybockwurst“ und sozusagen VWs meistverkauftes Modell). Mit Pommes oder ohne. Nicht erst, seitdem der frühere niedersächsische Ministerpräsident und spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder sie zu einem seiner Leibgerichte erkor, gilt diese Mahlzeit als kulinarischer Ausweis von Bodenständigkeit und Nahrhaftigkeit. (VW-Boss Herbert Diess – widerspricht er hier Daimler-Chef Ola Källenius?)

Currywurst aus Volkswagen-Kantine verbannt – was machen ihre treuen Fans jetzt?

Im Vor-Corona-Jahr 2019 verbriet VW für seine 60.500 Wolfsburger Mitarbeiter denn auch sieben Millionen Currywürste und servierte über 550 Tonnen Ketchup. Allerdings müssen Veggie-Muffel unter den VW-Angestellten im Markenhochhaus auf dieses schmackhafte Vergnügen nicht komplett verzichten: Ein paar Meter weiter, einmal über die Straße, gibt es eine weitere Kantine. Die serviert weiterhin Fleischgerichte. Noch.

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