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Volkswagen hält am Verbrennungsmotor fest – ein teurer Fehler?

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Von: Marcus Efler

Während Europa den Verbrennungsmotor aussortiert, läuft er auf anderen Kontinenten weiter. Doch eine Studie warnt Autohersteller davor mitzumachen.

Bergisch Gladbach – Wir schreiben das Jahr 2035: In der EU werden nur noch emissionsfreie Autos verkauft. Der ganze VW-Konzern bietet nur noch Pkw mit Elektroantrieb an. Der ganze Konzern? Nein, es gibt Ausnahmen. Zwar hat Audi dem Verbrennungsmotor schon länger abgeschworen und Tochter Seat ist zur Stromermarke Cupra mutiert, doch das alles gilt nur für Europa. Auf anderen Kontinenten, vor allem in Asien und Südamerika, wollen die Käufer nach wie vor Autos mit Verbrennungsmotor. Und die bekommen sie. Von Volkswagen. (Gemeinde zahlt Bürgern Prämie – wenn sie Verbrenner abmelden)

Volkswagen hält am Verbrennungsmotor fest – ein teurer Fehler?

Denn der ganze Umschwung zur Elektromobilität ist derzeit vor allem in Europa, den USA und China ein Thema. Andere Teile der Welt sind längst noch nicht so weit. Und deutsche Hersteller, die dort aktiv sind, wollen verständlicherweise auch weiterhin Geschäfte machen. Das allerdings könnte sie am Ende des Tages mehr kosten als einbringen. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie des Center of Automotive Management im Auftrag von Greenpeace. (EU-Gerichtshof tadelt Regierung: Autos sollen noch weniger Schadstoffe ausstoßen)

VW Virtus, fahrend
Verbrenner für Südamerika: VW Virtus auf Polo-Basis © VW

Volkswagen hält am Verbrennungsmotor fest – Greenpeace warnt

Schon klar, Greenpeace hat sich in letzter Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, die Münchner Gleitschirm-Aktion zur Fußball-EM* war kein Ausweis von Seriosität. Doch die Studie des Auto-Instituts aus Bergisch Gladbach zeigt am Beispiel von Volkswagen durchaus einige interessante Aspekte auf, sollte sich die Autoindustrie nicht vollständig und weltweit vom Verbrennungsmotor lösen. Durch die von VW geplanten Investitionen von fünf bis acht Milliarden Euro in künftige Benzin- und Dieselmotoren käme nämlich die Elektromobilität zu kurz. (Porsche Macan Benziner: Letztes Facelift für den Verbrenner)

Volkswagen hält am Verbrennungsmotor fest – E-Mobile kommen zu kurz

Sollte die Nachfrage nach Akku-Autos weiterhin schnell steigen und würden die Elektro-Neuzulassungen in Europa, den USA und China 80 Prozent erreichen, würden Volkswagen fast drei Millionen Stromer fehlen. Dieses Defizit könnten die Verbrenner auf anderen Kontinenten nicht aufholen. In einem anderen Szenario wird ein moderates (also geringeres) Wachstum der Elektromobilität auf 65 Prozent angenommen: Selbst dann würden dem Autobauer noch immer 1,1 Millionen E-Fahrzeuge fehlen. Nur im dritten Szenario, wenn zum Beispiel die Lade-Infrastruktur weiterhin schwächelt und Autofahrer nur unwillig auf Elektro umsteigen, könnte VW mit seinen verbleibenden Verbrennern Gewinne einfahren. (Acht Autos mit Verbrenner haben das Zeug zum Klassiker – zwei Risiken bleiben)

Volkswagen hält am Verbrennungsmotor fest – BMW und Toyota sind auch gemeint

Die Empfehlung von Greenpeace ist daher nicht überraschend: Die Investitionen sind bei Elektroautos besser aufgehoben. Allerdings gehört VW ohnehin schon zu den Antreibern der Wende, andere Hersteller wie BMW oder Toyota sind da wesentlich zögerlicher. Sie setzen noch länger auf Hybrid-Modelle oder CO2-neutrale Kraftstoffe. Wer am Ende die richtige Entscheidung getroffen hat, wissen wir vielleicht im Jahre 2035 – oder noch später. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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