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Geheimnisvolles E-Auto-Projekt „Trinity“: VW macht klare Kampfansage an Tesla

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Von: Sebastian Oppenheimer

Unter dem Projektnamen „Trinity“ will VW will ein neues Elektro-Flaggschiff auf den Weg bringen. Es ist vor allem eine klare Kampfansage an Tesla.

Wolfsburg – Das geplante neue Elektro-Volumenmodell für das Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg nimmt Form an. Kernmarken-Chef Ralf Brandstätter (52) verriet nun den Namen und einige Details zu dem Fahrzeug, das ab etwa 2026 am Firmenhauptsitz gefertigt werden soll. Der Wagen wird „Trinity“ (Dreifaltigkeit) heißen – eine Anspielung auf drei zentrale Trends, auf die der VW-Konzern dabei setzen will: eine zusätzliche eigene Elektro-Plattform, noch mehr Vernetzung im Auto sowie „voll vernetzte Produktionsprozesse“ in der Fabrik. Vor allem ist das Projekt aber eine Kampfansage an Tesla. (VW-Boss Herbert Diess brutal unter Druck – wegen Tesla und Elon Musk: So will er das Steuer rumreißen)

Geheimnisvolles E-Auto-Projekt „Trinity“: VW-Chef Herbert Diess spricht von „Revolution“

Selbst VW-Chef Herbert Diess (62) – der seit Neuestem auch auf Twitter aktiv ist – hat sich bereits dazu geäußert. In diesem Tweet teilt er mit: Trinity werde Volkswagen und speziell Wolfsburg noch mehr revolutionieren als das NEO-Projekt (unter diesem Namen wurde die VW-ID-Familie entwickelt). „Eine große Herausforderung für unseren traditionsreichsten Standort mit einer grünen Wiese in Grünheide zu konkurrieren“, erklärte der VW-Chef. (Sicherheitsmängel bei Tesla: Behörde fordert Rückruf von 158.000 E-Autos – was bedeutet das für Elon Musk?)

Dieser Satz ist natürlich eine direkte Anspielung auf den kalifornischen E-Autobauer Tesla, der aktuell nahe Berlin ein Werk errichtet. Herbert Diess macht keinen Hehl daraus, dass Volkswagen bei den Elektroautos im Vergleich zu den Fahrzeugen von Tesla-Chef Elon Musk Nachholbedarf habe. „Aber wir nehmen die Herausforderung an!“ (Tesla-Flotte mit gravierenden Mängeln: Taxi-Unternehmen verlangt Riesen-Entschädigung)

Hände umrahmen ein VW-Emblem eines VW ID.4.

Volkswagen arbeitet unter dem Projektnamen „Trinity“ an einem E-Auto-Flaggschiff. © Hendrik Schmidt/dpa

Geheimnisvolles E-Auto-Projekt „Trinity“: Auf Druck des VW-Betriebsrats früher als geplant

Der Aufsichtsrat des weltgrößten Autoherstellers hatte Ende 2020 auch auf Druck aus dem Betriebsrat beschlossen, dass die Planungen für das „Elektro-Flaggschiff“ der wichtigsten Marke bereits früher anlaufen sollen als zunächst vorgesehen. Der Konzern will dabei Expertise aus mehreren Bereichen zusammenziehen – ähnlich wie die Töchter Audi, Porsche und Bentley mit ihrem „Tesla-Fighter“ (Projektname „Artemis“) für die Oberklasse. Das Projekt ist auch für die Heimatstandorte von Volkswagen in Niedersachsen und die internen Zulieferwerke bedeutend. (VW wehrt sich gegen Vorwürfe von Greenpeace: „ID.3-Verkauf wird ...“)

Der „Trinity“, für den bisher der Arbeitstitel „Aeroliner“ kursierte, soll auf einem Baukasten-System entstehen, das noch über die aktuelle Variante des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) hinausgeht. Der MEB kommt etwa bei der elektrischen ID-Familie zum Einsatz. Auf der ergänzenden Plattform könnten dann auch Ausführungen für andere Konzernmarken gebaut werden. (VW ID.4 im Test: Viel Platz, sehr gutes Fahrverhalten – die Start-Versionen sind allerdings teuer)

Ein blauer VW ID.3

Der VW ID.3 war das erste Auto im Volkswagen-Konzern, das auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) basierte. © Silas Stein / dpa

Geheimnisvolles E-Auto-Projekt „Trinity“: VW-Betriebsratschef rechnet mit hohen Stückzahlen

Außerdem ist geplant, in dem Fahrzeug die aktuellste Generation der eigenen Software einzusetzen, deren Entwicklung in der IT-Sparte der Gruppe vorangetrieben wird. Es soll mit anderen Autos und der Verkehrsinfrastruktur kommunizieren. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh (64) hatte kürzlich erklärt, er rechne mit einer „deutlich sechsstelligen Stückzahl pro Jahr“ für den Wagen. Das Unternehmen wollte sich zu möglichen konkreten Produktionsvolumina bisher nicht äußern. Der VW-Konzern investiert bis einschließlich 2025 rund 73 Milliarden Euro in neue Technologie-Themen. (Mit Material der dpa)

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