1. 24auto
  2. News
  3. Politik & Wirtschaft

VW-Plan gegen Tesla: So will Herbert Diess an Elon Musk vorbeiziehen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

VW-Boss Herbert Diess hat Großes vor: Mit seinem Plan will er an Tesla und Elon Musk vorbeiziehen – und Volkswagen zur Nummer Eins bei E-Autos machen.

Wolfsburg – Eigentlich verstehen sie sich persönlich sehr gut: Die Chefs von Volkswagen und Tesla, Herbert Diess (62) und Elon Musk (50). Wenn der Wahl-Kalifornier in Deutschland weilt, schaut er gerne mal auf eine Testfahrt in Wolfsburg vorbei, und angeblich war Diess sogar schon mal als künftiger Tesla-CEO im Gespräch. Doch wenn es ums Business geht, kämpfen die beiden Bosse knallhart gegeneinander. (VW-Chef Herbert Diess erteilt diesem alternativen Antrieb eine knallharte Absage)

VW-Plan gegen Tesla: So will Herbert Diess an Elon Musk vorbeiziehen

Mit seinem vorzeitig bis 2025 verlängerten Vertrag im Rücken, konzentriert sich Herbert Diess jetzt darauf, Volkswagen technologisch und wirtschaftlich zur Nummer eins unter den Autokonzernen zu machen. Und ihm ist klar, wen es dafür zu schlagen gilt: Tesla. Das geht aus seiner jetzt vorgestellten, bis 2030 ausgerichteten Strategie mit dem Namen „New Auto“ hervor. Die fokussiert auf die beiden Disziplinen, die in den kommenden Jahren entscheidend sein werden: Elektroantrieb und die Fahrzeug-Software, die etwa für das autonomes Fahren extrem wichtig ist. Auf beiden Feldern gibt Tesla derzeit den Ton an. (Tesla verliert Geld mit E-Autos: Trotzdem Rekordgewinn – so bessert Elon Musk die Bilanz auf)

Herbert Diess am Steuer des Golf 8 (Symbolbild)
Will Volkswagen zur Nummer eins machen: Herbert Diess (Symbolbild) © Jan Huebner/Imago

VW gegen Tesla: Marktführer bei Elektroautos schon 2025

Das muss sich ändern, findet Diess. „Volkswagen wird bis 2025 Marktführer bei Elektrofahrzeugen sein“, gibt er sich optimistisch. Dieses Ziel habe man sich schon vor sechs Jahren gesetzt und bislang liege man gut im Rennen. 20 Prozent der verkauften Autos sollen dann rein elektrisch fahren. Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB), auf dem die weitaus meisten Akku-Modelle aus dem Konzern basieren werden. (Elektroautos und kein Zurück: EU macht Schluss mit Verbrennern ab 2035)

VW gegen Tesla: Auf die Software kommt es an

Bis dahin soll auch eine konzernweite einheitliche Software verfügbar sein. Gerade hier hat Tesla einen Vorsprung, der schwer einzuholen sein wird und der (neben den Akkus) einer der Schlüssel für große Reichweite, schnelles Laden und weitere Auto-Fähigkeiten wie Entertainment-Updates ist. Gerade hier haben die VW-Marken noch mächtig Aufholbedarf, wie etwa dieses Beispiel von Porsche zeigt. Diess beschwört jetzt, was Musk von Anfang an berücksichtigt hat: In der Branche gilt nun „die Logik der Smartphone-Industrie“. Die Software ist es heute, die Autos immer sicherer macht. Und natürlich ist sie nahezu im Alleingang verantwortlich für das autonome Fahren. (VW startet Over-the-Air-Updates für ID-Modelle: Holt Volkswagen damit Tesla ein?)

VW gegen Tesla: Autonomes Fahren dauert noch bis 2030

Das werde zum Massenmarkt, meint Diess, sieht dafür aber noch viel Arbeit vor sich und seinem Konzern. Systeme für komplett autonome Autos, die etwa als Roboter-Taxis sicher Leute transportieren, wird VW also wohl erst bis 2030 entwickeln. Das alles natürlich nicht nur aus Freude an der Technik, sondern auch zum Wohl der Aktionäre: Die operative Rendite soll von derzeit sieben bis acht Prozent auf acht bis neun Prozent steigen.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare