Volkswagen erhöht die Spannung

VW ID.3: Auslieferungsbeginn und Preise des Elektroautos stehen endlich fest

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Software-Probleme, Seuchenalarm und dann auch noch Stress im Vorstand – so ganz glatt ging es für VW nicht mit dem Start ins Elektrozeitalter. Doch nun steht der Termin für den Beginn der Auslieferungen des VW ID.3 fest.

  • Der Start des groß angekündigten VW ID.3 wurde vor allem durch Software-Probleme ausgebremst
  • Auch die Coronakrise verzögerte den Start des Elektroautos
  • Jetzt hat der neue Markenchef Ralf Brandstätter einen Termin für den Beginn der Auslieferungen verkündet

Update vom 17. Juni, 18:00 Uhr: Inzwischen stehen auch die genauen Preise für den ID.3 1st fest, also diejenige Edition, für die man sich bereits registrieren konnte. Sie liegen zwischen 39.955 Euro und 49.995 Euro je nach Ausstattung, aber immer mit 58-kWh-Akku für bis zu 420 km Reichweite. Volkswagen unterscheidet zwischen ID.3 1st, ID.3 1st Plus und ID.3 1st Max, wobei der ID.3 1st mit 39.955 Euro die Basis bildet, der Plus kostet 45.995 Euro und hat u. a. zusätzlich Rückfahrkamera und Exterieur-Style-Paket, der Max kommt auf 49.995 Euro und bietet mehrere Assistenzsysteme.

Wolfsburg – Der neue VW-Markenchef Ralf Brandstätter dreht am Regler und erhöht in Wolfsburg die Spannung. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat er jetzt endlich grünes Licht für die Vermarktung des VW ID.3 gegeben. Nachdem der elektrische Hoffnungsträger erst von Software-Problemen und dann von Corona ausgebremst wurde, soll in der kommenden Woche tatsächlich der Vorverkauf des Elektroautos beginnen, kündigte der frisch berufene Vorstand an.

Der Auslieferungstermin für den VW ID.3 steht nun fest.

Dabei kommen erst einmal die rund 35.000 Vorbesteller zum Zuge, die nun vier Wochen Vorsprung haben, um ihren Kaufvertrag für VW ID.3 zu unterschreiben. Danach werden die Bücher für alle Interessenten geöffnet. Diesen Zeitversatz wird es dann auch bei der Auslieferung der Fahrzeuge geben.

Der VW ID.3 wird für den europäischen Markt im Werk Zwickau gefertigt, auch andere Standorte baut VW für die Produktion reiner E-Modelle um. Auf dem Parkplatz des sächsischen Standorts reihten sich wegen der Software-Verzögerungen zuletzt viele Wagen, die zwischengelagert und erst später mit dem kompletten Programmumfang bespielt werden.

VW ID.3: Zunächst werden die Modelle der First Edition ausgeliefert

Los geht es beim VW ID.3 mit der First Edition für knappe 40.000 Euro, die mit der mittleren von drei Batteriegrößen vorfährt: 58 kWh und bis zu 420 Kilometer Reichweite verspricht Volkswagen den Erstkunden. Später gibt’s ein Einstiegsmodell mit 45 kWh und 330 Kilometern Reichweite für etwas weniger als 30.000 Euro und eine Top-Version mit 77 kWh für 550 Kilometer.

Allen Varianten gemein ist der Heckmotor mit 150 kW (204 PS) und 310 Nm maximalem Drehmoment, der Geschwindigkeiten bis 160 km/h ermöglicht. Aber auch dabei soll es nicht bleiben. Die R-GmbH arbeitet bereits an einem Sportmodell, das zwar ebenfalls bei Heckantrieb bleiben aber deutlich mehr Leistung bekommen soll. 

VW ID.3: Jetzt wurde bekannt gegeben, wann die Auslieferungen des E-Autos starten

Zwar hat VW schon vor dem Lockdown genügend Autos produziert, um in diesem Jahr noch ernsthafte Stückzahlen auf die Straße zu bringen und so auch die CO2-Ziele zu erreichen. Doch die Software-Probleme, die den Entwicklern den Endspurt erschwert haben, werden bis September nicht vollends gelöst sein, räumen die Niedersachsen ein: Eine Handvoll Funktionen im Head-Up-Display, im Infotainment und auch bei den Assistenzsystemen werden deshalb erst ein paar Wochen später als Update aufgespielt. „Dafür fahren die Kunden der ersten Stunde allerdings die ersten Monate ratenfrei in die Zukunft“, vertröstet der Vertrieb. Die Auslieferungen des ID.3 sollen laut Volkswagen im September beginnen.

Beim neuen Golf 8 gibt es ebenfalls Probleme mit der Elektronik und der Software. Hier liegt VW weit hinter den geplanten
Produktionszielen zurück. Der Betriebsrat ging auf Konfrontationskurs zu Konzernchef Herbert Diess (61) , der die Führung der Kernmarke abgibt. VW Golf 8 und VW ID.3 sind zwei Großprojekte zur selben Zeit – der eine gilt bis auf weiteres als wichtiges „Brot-und-Butter-Modell“ von Volkswagen, der andere soll langfristig diese Rolle übernehmen.

Anspruchsvoll ist bei den neuen Digitalausstattungen vor allem der Datenaustausch zwischen den Hauptsteuergeräten. Der Elektro-SUV VW ID.4 soll als zweites Modell der ID-Reihe ebenfalls noch 2020 starten

Mit Material von dpa und SP-X

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