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Missratener Aprilscherz: Volkswagen USA benennt sich nicht in Voltswagen um – PR-Ärger ohne Ende

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Von: Sebastian Oppenheimer

Aus der US-Sparte von Volkswagen wird selbstverständlich nicht Voltswagen. Wie bereits vermutet, war das Ganze lediglich ein Aprilscherz. Doch der schlägt hohe Wellen.

Update vom 31.03.2021, 8:29 Uhr: Es klang sehr stark nach verfrühtem Aprilscherz: Die US-Sparte von Volkswagen plante angeblich die Umbenennung in Voltswagen – in Anspielung auf die Elektro-Aktivitäten des Herstellers. Nun wurde die Aktion auch offiziell gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters als reiner PR-Stunt bestätigt. Ganz offensichtlich lief jedoch irgendetwas schief, schließlich macht man einen Aprilscherz, zumindest für gewöhnlich, am 1. April und nicht zwei Tage vorher, um dann auch noch einen Tag vor dem 1. April die Aktion als PR-Aktion zu enttarnen.

Erstmeldung vom 30.03.2021, 13:01 Uhr: Herndon (USA) – Der Wandel der Autoindustrie hin zu elektrischen Antrieben rüttelt die meisten Marken derzeit gehörig durch. Viele Hersteller wollen ihre Veränderung auch nach außen tragen und gestalten aktuell deshalb ihre Logos um. General Motors beispielsweise hat sich ein vermeintlich „umweltfreundlicheres“ Marken-Emblem zugelegt, worüber sich allerdings im Netz viele User lustig machen, weil es aussehe wie ein Baby-Elefant. Auch der neue Kia-Schriftzug, den viele als „KN“ lesen, bekam einigen Spott ab. Und auch Peugeot und Renault haben erst vor Kurzem ihre Logos erneuert. Und nun plant offenbar Volkswagen einen ähnlichen Schritt – zumindest in den USA. Der Autobauer will sich dort in „Voltswagen“ umbenennen – in Anspielung auf die Elektro-Aktivitäten des Unternehmens, jedenfalls behaupten das US-Medien. Und auch seinen Twitter-Account hat Volkswagen USA bereits umbenannt – aber ob‘s dabei bleibt?

Missratener Aprilscherz: Volkswagen USA benennt sich nicht in Voltswagen um – PR-Ärger ohne Ende

Ein Screenshot des Twitter-Headers von Volkswagen USA
Seinen Twitter-Account hat Volkswagen USA bereits in Voltswagen umbenannt. Ob‘s dabei bleibt? © Twitter (VW)

Den Berichten zufolge kam das geplante Rebranding von Volkswagen durch eine vermeintliche PR-Panne ans Licht. Laut US-Medien hatte der Wolfsburger Autobauer auf dem eigenen Medienportal eine Mitteilung zur Umbenennung veröffentlicht – und kurz darauf wieder gelöscht. Scheinbar war es beim Datum zu einer Verwechslung gekommen: Die Mitteilung war auf den 29. April datiert, demnach aber am 29. März veröffentlicht worden.

VW-Elektrosparte soll Voltswagen heißen – angebliche Bestätigung aus Konzernkreisen

Laut Online-Portal des US-Senders CNBC besagt die Mitteilung, dass die Namensänderung in Voltswagen voraussichtlich im Mai dieses Jahres in Kraft treten werde. Das Rebranding sei eine „öffentliche Erklärung der zukunftsorientierten Investitionen des Unternehmens in die Elektromobilität“. Volt ist die Einheit für elektrische Spannung. Demnach wird „Voltswagen“ als äußeres Emblem auf allen EV-Modellen platziert werden, während die Verbrenner-Modelle weiterhin das traditionelle VW-Emblem tragen sollen. Auch ein neuer Farbcode werde eingeführt: Während das Logo für die Verbrenner-Sparte dunkelblau daherkomme, werde das „EV-zentrierte Branding“ hellblau sein. Laut CNBC habe sogar jemand aus Konzernkreisen die „Authentizität der Veröffentlichung bestätigt“, nachdem ein Sprecher keine Stellungnahme dazu abgeben wollte. (Aktien-Boom: „VW ist das neue Tesla“ – setzen Reddit-Zocker jetzt voll auf Volkswagen?)

Ein rangezoomtes VW-Logo
In den USA soll Volkswagen angeblich in Voltswagen umbenannt werden. Doch kann das wirklich sein? © IMAGO / regios24

VW-Elektrosparte soll Voltswagen heißen – Citroën machte mal einen ähnlichen Scherz

Doch kann wirklich sein? Für eine Namensänderung spräche natürlich der schwere Image-Schaden, den Volkswagen durch den Diesel-Skandal vor allem in den USA erlitten hat. Doch wenn man das Datum der vermeintlichen PR-Panne betrachtet, dann ist ja der 1. April nicht mehr weit – und so ein Gag brächte natürlich jede Menge Gratis-Publicity. Die Mitteilung kann schon „authentisch“ sein, allerdings eben als geplanter Aprilscherz und nicht, was den Wahrheitsgehalt ihres Inhalts angeht. Und dass so ein wichtiges Thema „aus Versehen“ seinen Weg auf die Mediaplattform des Autobauers findet, ist schon relativ unwahrscheinlich. (Nachspiel im Diesel-Skandal: VW nimmt sich Ex-Bosse Winterkorn und Stadler vor)

Einen ähnlichen Scherz hatte übrigens die Marke Citroën vor rund zwei Jahren mal gemacht: Dabei wurde den Medien vorgegaukelt, man wolle Citroën in „Zitrön“ umbenennen, weil die Deutschen den Namen nicht richtig aussprechen könnten. Die Kampagne war aufwendig inszeniert, sogar gedruckte Karten wurden an Medienvertreter versandt. Das Ganze stellte sich schließlich als umstrittene PR-Aktion heraus – auf die allerdings kaum jemand herein fiel.

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