Neue Einstufungen

Kfz-Versicherung bis zu 33 Prozent teurer: Ausgerechnet ein E-Auto trifft’s am härtesten

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Das kann teuer werden: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat neue Typklassen für mehr als 30.000 Automodelle veröffentlicht.

Berlin – Die neuen Einstufungen können im Extremfall für einen Anstieg der Kfz-Versicherungsprämie um 33 Prozent sorgen, wie Berechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen. (Meistgeklaute Autos in Deutschland: Die Plätze 5 und 8 überraschen)

Neue Typklassen: Ausgerechnet ein E-Auto wird deutlich teurer

16 Typklassen gibt es in der Haftpflichtversicherung (von 10 bis 25). Das Model S von Tesla wurde gleich um vier Stufen auf die Typklasse 23 hochgestuft. Das bedeutet, dass ein Tesla-Fahrer für den Haftpflicht-Anteil an seiner Kfz-Versicherung 33 Prozent mehr bezahlen muss, wie die Modellrechnung zeigt. Auf Nachfrage von 24auto.de beim GDV ist für die radikale Hochstufung des Tesla Model S die „zunehmende Schadenshäufigkeit verantwortlich“, so eine Sprecherin des Verbands. Bei der Vollkasko-Einstufung gibt es 25 Typklassen (von 10 bis 34). Auch hier klettert das Tesla Model S von der 30 eine Klasse höher auf die 31. Lediglich die Teilkasko-Einstufung (von 10 bis 33) sinkt um eine Klasse von 28 auf 27. Damit zählt das Model S von Tesla bei den Versicherungsklassen zu den teuersten (!) Automodellen. (Kfz-Versicherung: Für 4,8 Millionen Autobesitzer wird’s teurer – auch Trick hilft nicht)

Auch der Mitsubishi Outlander 2.0 AWD Hybrid klettert um drei Typklassen in der Vollkasko, zwei in der Teilkasko und eine in der Haftpflicht. Der Beitrag steigt damit um 22 Prozent. In der Modellrechnung macht das 206 Euro aus.

Neue Typklassen: Einige Modelle werden nun günstiger eingestuft

Günstiger fahren Besitzer eines Suzuki Jimny 1.5 Allrad und eines VW Golf VI 2.0 R TSI, die dank neuer Vollkasko-Typklassen 29 beziehungsweise 19 Prozent weniger zahlen. Fahrer eines BMW 640i Coupé xDrive können sich auf einen sinkenden Beitrag in der Haftpflicht freuen. Sie zahlen im kommenden Jahr rund ein Viertel weniger. (Autobesitzer fährt absichtlich in Überschwemmung – was jetzt zu tun ist)

„Für bestehende Verträge gelten diese Veränderungen meist zum 1. Januar. Autofahrer, für die sich die Kfz-Prämie durch die Neueinstufung verteuert, haben ein Sonderkündigungsrecht“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer von Verivox Versicherungsvergleich. (Telematik-Tarife: Nur wenn diese Kriterien zutreffen, lässt sich wirklich Geld sparen)

Neue Typklassen: Bei der Haftpflicht sind 26 Prozent betroffen

Insgesamt ändert sich die Einstufung in der Typklasse der Haftpflicht für mehr als ein Viertel aller Versicherten. Rund 6,1 Millionen Versicherte (15 Prozent) rutschen im Vorjahresvergleich in eine höhere Klasse, rund 4,6 Millionen (11 Prozent) kommen in eine niedrigere. Für fast drei Viertel (74 Prozent) der Versicherten ändert sich nichts, rund 30,6 Millionen behalten ihre bisherige Typklasse. (Auto im Urlaub gestohlen? So gehen Sie jetzt Schritt für Schritt vor)

Neue Typklassen: Auch viele Kasko-Einstufungen ändern sich

Bei der Vollkaskoversicherung bleibt mehr als die Hälfte der Versicherten (53 Prozent) in derselben Klasse. 41 Prozent können von einer niedrigeren Einstufung profitieren, während rund 6 Prozent in eine höhere Klasse rutschen. In der Teilkasko bleibt es für 64 Prozent bei der Vorjahreseinstufung. Rund jeder Dritte (32 Prozent) rutscht in eine günstigere Klasse, für 4 Prozent geht es nach oben. (Autoversicherung: Kosten, Umfang, Typklassen – alles, was man wissen sollte)

Die einzelnen Typklassen berechnen sich nach den Schäden und Reparaturkosten, die ein Automodell verursacht. Fallen diese gering aus, kommt es in eine niedrige Klasse. Hohe oder häufige Schäden und Leistungen der Versicherungen führen dagegen zu einer Hochstufung. (Mit Material von mid und dpa)

Rubriklistenbild: © Inga Kjer/dpa

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