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E-Auto mit Feststoff-Akku von Toyota: Extrem kurzes Laden für hunderte Kilometer Reichweite

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Von: Christian Schulz

Toyota will der erste Autohersteller der Welt sein, der Elektroautos mit Feststoff-Akkus anbietet. Denn diese versprechen höhere Reichweiten und kürzere Ladezeiten. Ist es schon 2021 soweit?

Tokyo – Der japanische Automobilhersteller Toyota denkt um – und zwar in Richtung E-Mobilität. Das ist durchaus eine Kehrtwende, denn bis dato war der Konzern nicht gerade für seine Aktivitäten in diesem Bereich bekannt. Im Gegenteil: Hochrangige Toyota-Manager fielen regelmäßig mit geringschätzigen Bemerkungen zum Thema E-Autos auf.

So wurde von Seiten der Japaner zum Beispiel mehrfach vor einer Art „Elektro-Armageddon“ gewarnt – dabei hieß es, dass es keine Nachfrage nach Elektrofahrzeugen gebe und niemand ein Elektroauto profitabel verkaufen könne. Nicht zuletzt der Erfolg von Elon Musks US-Unternehmen Telsa dürfte hier für einen Meinungswandel gesorgt haben. (Altmaier sagt Tesla „beträchtliche Förderung“ zu: Wie viele Steuermillionen kassiert Elon Musk?)

Der Toyota-Stand auf der 18.  Guangzhou International Automobilausstellung.
Der japanische Autogigant Toyota will noch 2021 ein E-Auto mit neuartigem Feststoff-Akku vorstellen. © imago images / VCG

Toyota-E-Auto mit Feststoff-Akku: Extrem kurzes Laden für hunderte Kilometer Reichweite

Nun könnte es zu einer faustdicken Überraschung auf dem Automarkt kommen. Denn wie das Portal „Nikkei Asia“ berichtet, will Toyota schon im kommenden Jahr 2021 ein eigenes Elektroauto präsentieren, welches auf Grundlage vielversprechender Feststoff-Akkus konzipiert wurde. Mit diesen soll es dem E-Toyota möglich sein, nach einer Ladedauer von lediglich 10 Minuten eine stattliche Reichweite von 500 Kilometern zu erreichen. (Tesla stoppt Produktion von Model S und Model X – der Grund sorgt für Spekulationen)

Auf nähere technische Details geht der Bericht leider nicht ein. Grundsätzliches Ziel von Toyota sei es, sich auf die neuen Markterfordernisse und die Gegebenheiten der E-Mobilität einzustellen. Daher sei auch die komplette Kette an Zulieferern des Konzerns, die sich querbeet durch die japanische Wirtschaft zieht, im Umbruch begriffen. Wie es heißt, wolle Toyota mit seinem überraschenden Vorstoß in Sachen E-Mobility der weltweit erste Autohersteller werden, der E-Autos mit Feststoff-Akkus verkauft. (VW-Chef Herbert Diess wegen Tesla unter massivem Druck – so will er das Steuer rumreißen)

Der Toyota-Stand auf der 18.  Guangzhou International Automobilausstellung.
Toyota will sein E-Auto mit Feststoff-Akku 2021 vorstellen – und schon bald darauf auch zum Verkauf anbieten. © imago images / VCG

Was den Marktstart angeht, gibt man sich bei Toyota ebenso selbstbewusst wie ambitioniert: Dieser sei bereits für die erste Hälfte der 2020er-Jahre geplant. Sollte dies gelingen, wäre es in diesem Feld wohl gleichbedeutend mit einem technologischen Vorsprung der Japaner vor der Konkurrenz. Andere Autobauer und Batterie-Hersteller rechnen erst gegen Ende der Dekade mit entsprechenden Produktionskapazitäten in Sachen Feststoff-Akkus. Ob es Toyota aber gelingt, seinen ehrgeizigen Plan innerhalb des gesteckten Zeitplanes zu verwirklichen, steht auf einem anderen Blatt. (Aus für Verbrennungsmotor schon 2025? Die deutsche Autoindustrie fürchtet sich)

Toyota will E-Auto mit Feststoff-Akku vorstellen – als erster Autohersteller weltweit

Feststoff-Akkus gelten als richtungsweisend für die Zukunft der Elektromobilität. Sie sollen über bessere Effizienz und höhere Sicherheit eine größere Reichweite und längere Lebensdauer des Akkus garantieren. Den wichtigsten Vorteil sollen sie aber durch eine wesentliche schnellere Ladegeschwindigkeit erzielen. (Elektroauto im Winter: Kälte frisst Reichweite – so können Sie Ihren Akkus helfen)

Der flüssige Elektrolyt, der in heutigen Akkus den Lithium-Ionen ermöglicht, sich zwischen den Elektroden zu bewegen, wird bei Feststoff-Akkus durch festes Material ersetzt. Auf diese Art und Weise sollen Energiespeicher produziert werden, die einerseits sicherer sind – und andererseits eine höhere Energiedichte pro Kilogramm aufweisen. Damit wären gleich zwei problematische Umstände entschärft: Denn das flüssige Elektrolyt in aktuellen Akkus lässt zum einen die Energiedichte sinken – und erhöht zum anderen die Entzündbarkeit der Batterie.

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