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Tesla Gigafactory in Grünheide: E-Autobauer bekommt finale Genehmigung

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Von: Simon Mones

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Seine Gigafactory in Grünheide hatte Tesla bislang mit vorläufigen Genehmigungen errichtet. Damit ist nun Schluss – der Autobauer bekam endgültig grünes Licht.

Update vom 4. März, 15.55 Uhr: Nicht immer laufen die Dinge nach Plan: Eigentlich hatte Tesla-Chef Elon Musk (50) schon im Sommer 2021 in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin mit der Produktion von Fahrzeugen starten wollen. Doch der Anlauf verzögerte sich immer weiter. Einer der Gründe war, dass das Unternehmen den Antrag um die Errichtung und den Betrieb einer Batteriefabrik ergänzt hatte. Um Zeit zu sparen, hatte Tesla bislang mit vorläufigen Genehmigungen gebaut. Doch nun gibt es für den Tesla-CEO Grund zur Freude.

Tesla-Chef Elon Musk besucht Fabrik-Baustelle in Grünheide (Symbolbild)
Tesla-Chef Elon Musk kann sich freuen: Seine Gigafabrik in Grünheide hat endlich die finale Genehmigung erhalten. (Symbolbild) © Christophe Gateau/dpa

Tesla Gigafactory in Grünheide: E-Autobauer bekommt finale Genehmigung

Rund zwei Jahre nach dem Baubeginn in Grünheide erhält Tesla nun endlich grünes Licht „Der Genehmigungsbescheid für dieses große Verfahren ist heute an Tesla übergeben worden“, sagte der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf einer Pressekonferenz. Er sehe die Entscheidung als „kleinen Sonnenstrahl in schwierigen Zeiten – aber als ganz wichtigen Schritt für die Entwicklung des Landes Brandenburg.“ Nun würden wieder Wertschöpfungsketten aufgebaut – man sei nicht mehr die „Werkbank des Westens“.

Das Genehmigungsverfahren sei eine „Mammutaufgabe“ gewesen, so Woidke. Man habe gerade den 600-seitigen Genehmigungsbescheid an Tesla symbolisch übergeben. Einen kleinen Dämpfer gibt es für Elon Musk dennoch: Die Bänder können nicht sofort hochgefahren werden. Der Produktionsstart könne erst nach der Abnahme erfolgen, erklärte der Ministerpräsident – und dazu müssten zuerst die im Genehmigungsbescheid genannten Aufgaben erfüllt werden.

Update vom 21. Dezember, 12:07 Uhr: Rund um den Bau und die Eröffnung der Tesla Gigafactory gab es für den Autobauer viele Rückschläge. So sorgten mehrere Umweltverbände dafür, dass eine Online-Erörterung wiederholt werden musste. Zudem fehlen Tesla noch immer wichtige Genehmigungen, dabei sollten in Grünheide längst Elektroautos gebaut werden.

Und auch das von Tesla-Boss gesetzte Ziel, die Produktion noch im Dezember aufzunehmen, wurde nicht erreicht. Lediglich einige wenige Fahrzeuge durften bislang zu Testzwecken gebaut werden. Doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels, denn Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geht davon aus, dass die endgültige Genehmigung Anfang 2022 erteilt wird.

„Da wird die Genehmigung irgendwann kommen“, erklärte Woidke laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in einem Pressegespräch zum Jahresende. „Ich weiß jetzt nicht genau an welchem Wochentag - aber es ist absehbar: Anfang des Jahres wird es wahrscheinlich sein.“

Tesla Gigafactory: Erörterung endet – aber neuer Ärger droht

Update vom 24. November, 14:00 Uhr: Auch rund zwei Jahre nach der Ankündigung der Tesla-Ansiedlung in Grünheide bei Berlin rollen in der Gigafactory noch immer keine Autos vom Band. Dabei ist eigentlich alles angerichtet, doch eines fehlt noch, die finale Genehmigungen. Doch diese könnte bald kommen, denn am 22. November wurde eine erneute Online-Erörterung von über 800 Einwänden abgeschlossen. Bevor Tesla jedoch endlich grünes Licht bekommt, muss die Erörterung noch ausgewertet werden.

Diese war veranlasst worden, nachdem mehrere Umweltverbände dem Land nach der Online-Konsultation im Oktober vorgeworfen hatten, diese zu spät bekannt gemacht zu haben. Beim zweiten Anlauf wurden die Fristen nun eingehalten. Entsprechend optimistisch zeigte sich auch  Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach.

Tesla Gigafactory: Erörterung endet – aber neuer Ärger droht

Der SPD-Politiker glaubt – wie auch Elon Musk – weiterhin daran, dass Tesla die Produktion noch im Dezember aufnehmen kann. Eine Garantie konnte er laut der dpa jedoch nicht geben. Dennoch sei Steinbach optimistisch, dass aus der erneuten Online-Erörterung keine „Riesenprobleme“ erwachsen werden.

Tesla Giga Factory aus der Luft.
In der Gigafactory in Grünheide will Tesla ab Dezember das Model Y produzieren. © Jochen Eckel/Imago

Möglicherweise könnte sich das jedoch als Fehleinschätzung entpuppen, denn es droht bereits neuer Ärger. Die Umweltverbände Nabu Brandenburg, Grüne Liga Brandenburg; BUND und Naturfreunde fordern erneut eine weitere Wiederholung, wie die Märkische Onlinezeitung berichtet.

Tesla Gigafactory: Umweltschützer äußern Kritik – Unterlagen fehlen

Die Umweltschützer kritisieren, dass Stellungnahmen der Behörden fehlen und auf den PDF-Seiten im Netz nicht alle Einwendungen veröffentlicht wurden. „Es wird nicht der aktuelle Verfahrensstand abgebildet“, erklärte Michael Ganschow von der Grünen Liga.

Zudem sei die veröffentlichte Zusammenfassung aller Kritikpunkte und Entgegnungen identisch mit der ersten Online-Erörterung im September. Dabei lägen inzwischen weitere Unterlagen vor, wie ein Gutachten zu Störfällen, das das Landesamt für Umwelt angefordert hatte. Daher fordern die Umweltschützer eine Neuauslegung der Unterlagen sowie eine inhaltliche Überarbeitung.

Erstmeldung vom 21. Oktober, 17:10 Uhr: Grünheide – Für Tesla könnte es aktuell eigentlich kaum besser laufen. Nicht nur hätte das Model 3 in Deutschland fast den Golf vom Thron gestoßen, nein, der Autobauer aus den USA konnte auch einmal mehr ein Rekordquartal mit 1,6 Milliarden US-Dollar (ca. 1,37 Milliarden Euro) Gewinn vermelden. Doch es läuft längst nicht alles so glatt wie von Elon Musk erhofft.

Insbesondere ein Projekt dürfte dem Tesla-Gründer dabei Kopfschmerzen bereiten: die Gigafactory in Grünheide bei Berlin. Bei einem großen Tag der offenen Tür hatte Musk zuletzt angekündigt, ab Dezember mit der Produktion des Model Y beginnen zu wollen. Dabei liegen noch immer nicht alle Genehmigungen vor.

Tesla Gigafactory in Grünheide: Nächster Rückschlag für Elon Musk

Und nun folgt auch noch ein weiterer Rückschlag für das Prestigeprojekt: Wie das Brandenburger Umweltministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wird die Online-Erörterung von mehr als 800 Einwänden gegen den Bau der Tesla-Fabrik wiederholt. Das ist deshalb spannend, weil Tesla nach wie vor auf der Grundlage vorzeitiger Zulassungen baut. Eine abschließende Genehmigung vom Land fehlt jedoch noch immer. (Tesla kämpft mit Cybertruck – Produktion von Elektro-Pick-up erneut verschoben)

Grafische Darstellung der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg
Ab Dezember soll in Grünheide das Tesla Model Y vom Band rollen – zumindest wenn es nach Elon Musk geht. © Tesla

Die neue Online-Erörterung habe das Landesamt für Umwelt aus Gründen der Rechtssicherheit veranlasst, wie das Umweltministerium erklärte. Zuvor gab es massive Kritik der Umweltverbände Naturschutzbund (Nabu), Grüne Liga Brandenburg, Bund für Naturschutz und Umwelt (BUND) sowie Naturfreunde in Brandenburg. Demnach habe das Umweltamt die Frist zur Bekanntmachung der Internet-Konsultation nicht eingehalten. Dies hätte mindestens eine Woche vorher geschehen müssen. Die Umweltverbände beziehen sich auf einen Beispielfall um Wasserrechte für den Tagebau Hambach. (Tesla-Fahrer erhebt Klage: Versprechungen zu Superchargern nur heiße Luft?)

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Tesla Gigafactory in Grünheide: Neues Verfahren startet im November

Das Ministerium erklärte, dass dem Beispielfall eine Rechtsauffassung zugrunde liege, die sich von der bisherigen Auslegung unterscheiden würde. Es sei jedoch unklar, wie die Verwaltungsgerichte im Fall einer Klage entscheiden würden. Daher werde die Online-Erörterung wiederholt. (Tesla gegen Pick-up-Truck – wie sicher sind Elektroautos?)

Das neue Verfahren soll am 2. November starten. Ob es also bei dem von Elon Musk angekündigten Produktionsstart im Dezember bleibt, steht in den Sternen.

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