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Elon Musk attackiert Umweltverbände – „unseriös, verrückt oder beides“

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Von: Jasmin Pospiech

Vor dem Start der Tesla Gigafactory in Grünheide muss Elon Musk mit heftigen Widerständen kämpfen. Vor allem Umweltschützer hat der Tesla-Boss gefressen.

Grünheide (Brandenburg) – Die Umweltverbände Grüne Liga Brandenburg und NABU gehen weiter gerichtlich gegen den Bau der Tesla Gigafactory in Grünheide bei Berlin vor. Beide beklagen verheerende Rodungen, die im Rahmen des riesigen Bauprojekts stattgefunden hätten. Darüber hinaus sorgen sie sich, dass Tesla sowohl die Trinkwasserversorgung der Region gefährde als auch die Verkehrsanbindung überlaste. Aus diesem Grund haben die Verbände gemeinsam beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) eine sogenannte Anhörungsrüge eingereicht, wie OVG-Sprecherin Christine Scheerhorn bestätigt hat.

Elon Musk attackiert Umweltverbände – „unseriös, verrückt oder beides“

Darin bemängeln die Umweltverbände, dass das Gericht ihnen nicht ausreichend rechtliches Gehör verschafft habe. Die jüngste Stellungnahme der Verbände habe keinen Eingang in die Entscheidung des Gerichts gefunden, monieren sie weiter. Schließlich waren die Naturschutzverbände Mitte Juli mit einem Eilantrag gegen eine Vorab-Genehmigung beim Bau der Fabrik des US-Elektroautokonzerns in Grünheide erneut gescheitert. (Tesla: Energiemangel in Gigafactory? So klimaschädlich behilft sich Elon Musk)

Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eine Beschwerde der Verbände gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Oder) vom Juni zurückgewiesen. Das bedeutet konkret: Damit kann Tesla Anlagen und Aggregate in der Gießerei, der Lackiererei und im Karosseriebau testen sowie Tanks zu Spül- und Testzwecken bauen und nutzen. (Tesla Gigafactory Grünheide: Großkontrolle nach illegalem Bau – Bußgeld droht)

Grafische Darstellung der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg
Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide: So soll es dort bald aussehen. © Tesla

Elon Musk attackiert Umweltverbände – Klage vorm Bundesverfassungsgericht?

Doch genau hier halten die Umweltverbände dagegen. Schließlich passiere es, dass immer noch chemische Substanzen, die in der Fabrik zur Anwendung kommen sollen, nicht bekannt seien, kritisiert Steffen Schorcht von der Grünen Liga gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Aber: „Mittlerweile ist ein Zustand erreicht, der einen Rückbau der Fabrik nicht mehr ermöglicht.“ (Elektroautos doch nicht so sauber? Forscher sehen viel größere CO2-Belastung)

Außerdem behaupten sie, dass bereits zwei Störfallgutachten vorlägen, die für den Bau der Fabrik des US-Elektroautobauers derzeit keine positive Prognose abgäben und anders ausfielen als die Analyse, die Tesla seinen Anträgen beigelegt haben soll, so Schorcht. Diese sei aber Voraussetzung für Genehmigungen nach dem Immissionsschutzgesetz. (Tesla Gigafactory Grünheide: Geschwärzter Bauantrag – was verschweigt Elon Musk?)

Das Elektroauto-Portal „Teslamag“ geht hingegen davon aus, dass dies nur der Auftakt für eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht sein könnte. Doch auch Tesla-CEO Elon Musk (50) ist schon aufmerksam geworden und hat bereits entsprechend reagiert.

Elon Musk attackiert Umweltverbände – doch die wollen nicht klein beigeben

Er hat einen wütenden Tweet abgesetzt und wird beleidigend: „Diese Leute sind entweder unseriös, verrückt oder beides. Ich meine, ernsthaft, es gibt eine lange Liste von Unternehmen, auf denen man vor Tesla herumhacken könnte ...“ Wobei er „verrückt“ durch ein Erdnuss-Emoji symbolisiert, was im Englischen „nuts“, also „verrückt“ bedeutet. (Tesla-Boss Elon Musk verblüfft mit Bekenntnis: „Ich hasse meinen Job“)

Darüber hinaus ist der 50-Jährige in die Offensive gegangen und hat in einem von ihm selbst verfassten Brief an ein deutsches Gericht gefordert, dass Genehmigungsverfahren für Projekte, die wie Tesla dem Umweltschutz zugutekämen, schneller abgesegnet werden sollten.

Das ändert allerdings nichts daran, dass der Autofabrik für den Bau noch immer die umweltrechtliche Genehmigung über das Bundesimmissionsschutzgesetz fehlt. Tesla baut deshalb mit vorläufigen Zulassungen. Die endgültige Entscheidung steht weiter aus. (Mit Material der dpa)

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