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Tesla-Chef Elon Musk trifft CDU-Kanzlerkandidat Laschet: Wem nützt es mehr?

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Von: Jasmin Pospiech

Tesla-Boss Elon Musk hat erneut die Problem-Gigafactory in Grünheide besucht. Mit dabei im Glanz des Multimilliardärs: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

Grünheide (Brandenburg) – Elon Musk (50) und Armin Laschet (60) haben einiges gemeinsam: Sie müssen gerade Kritik von Gegnern einstecken, haben ein größeres Ziel und wollen gleichzeitig die Werbetrommel für sich rühren. Was passt da besser als ein gemeinsames Treffen vor laufender Kamera? Da trifft es sich gut, dass der Tesla-Chef wieder nach Berlin gejettet ist, um seiner Tesla Gigafactory in Grünheide einen Besuch abzustatten und zu schauen, wie die Arbeiten voranschreiten.

Schließlich war ursprünglich geplant, dass die riesige Fabrik des US-Elektroauto-Giganten bereits im Juli dieses Jahres ihre Tore öffnet, doch so schnell ging’s dann doch nicht.

Tesla-Chef Elon Musk trifft CDU-Kanzlerkandidat Laschet: Wem nützt es mehr?

Elon Musk hatte bereits im April das schleppende Genehmigungsverfahren bemängelt. Gleichzeitig hat er Ärger mit einigen Umweltverbänden, darunter die Grüne Liga Brandenburg und der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Deren Mitglieder haben bereits in der Vergangenheit mehrere Protest-Aktionen vor der Gigafactory veranstaltet. Zudem wollen sie weiter gerichtlich gegen den Bau der Tesla Gigafactory vorgehen, nachdem sie mit ihrem Eilantrag Mitte Juli gegen eine Vorab-Genehmigung beim Bau der Gigafactory in Grünheide erneut gescheitert waren.

Tesla hat hingegen in einem Brief an ein deutsches Gericht zu „Verbesserungen der rechtlichen Verfahren“ aufgefordert. Genehmigungsverfahren für Projekte, die wie die Tesla Gigafactory niedrigeren Emissionen zugutekämen, sollten doch bitte schneller abgesegnet werden. Rückenwind bekommt er von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60). Der hat sich nun bei einem Treffen mit dem 50-Jährigen auf der Baustelle in Grünheide ebenfalls dafür ausgesprochen und gut Wetter gemacht. Vor allem ist Armin Laschet ja selbst auf Wahlkampftour und hofft wahrscheinlich genauso, von einem Treffen mit dem selbst ernannten „Technoking“ zu profitieren.

Kanzlerkandidat Armin Laschet und Elon Musk besuchen gemeinsam die Tesla Gigafactory.
Tesla-Chef Elon Musk findet, dass CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet ein „großartiger Kerl“ ist. © Patrick Pleul/dpa

Dabei schreckt Armin Laschet auch nicht vor einem Seitenhieb gegen die Gigafactory-Kritiker zurück: „Es ist nicht akzeptabel, dass jemand, der nicht als Anwohner hier betroffen ist, sondern an der Nordsee oder den Bayerischen Alpen lebt, eine Klage einreichen kann, um solche Projekte zu stoppen.“ Stattdessen wirbt er dafür, Bürokratie abzubauen, wirtschaftliche Fesseln zu lösen und neue Möglichkeiten für Wirtschaftswachstum zu schaffen. Immerhin sei Tesla ihm zufolge mit seiner Investition ein enormes Risiko eingegangen. „Wenn die Genehmigung nicht erfolgt, müssen die hier alles wieder zurückbauen.“

Tesla-Boss Elon Musk trifft CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet – „großartiger Kerl“

Auch Tech-Milliardär Elon Musk (je nach Rechnung reichster oder drittreichster Mensch der Welt) stimmt mit ein und erklärt, dass es für große Probleme sorge, wenn jedes Jahr neue Vorschriften erlassen würden und diese ein Niveau erreichten, dass man gar nichts mehr unternehmen könne. Diese Vorschriften müssten daher regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden. Armin Laschet hingegen scheint es dem visionären Unternehmer mehr angetan zu haben. Auf die Frage, wie er den möglichen nächsten deutschen Bundeskanzler halte, antwortete er jovial: „Er scheint ein großartiger Kerl zu sein.“ (Tesla-Boss Elon Musk: Riesen-Ärger wegen TV-Beitrag über Grünheide – „Schande über ZDF Info!“)

Nicht sehr nett: Vor laufenden Kameras fragt Armin Laschet den Tesla-Chef: „What’s the future of cars? Hydrogen or elec...?“ (dt.: „Was ist die Zukunft des Autos? Wasserstoff oder Elek...?“), woraufhin ihm Akku-Auto-Verfechter Elon Musk direkt ins Wort fällt: „Definitely electric! Hydrogen is a waste of time.“ (dt.: „Auf jeden Fall elektrisch! Wasserstoff ist Zeitverschwendung.“). Danach lacht Elon Musk laut und langanhaltend.

Tesla baut die Gigafactory in der Nähe des Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER). Angekündigt wurde sie bereits im November 2019, kurz danach begannen die ersten Rodungen. Wenn sie fertig ist, sollen rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigt und circa 500.000 Autos im Jahr gebaut werden. Die Produktion sollte eigentlich im Juli beginnen, inzwischen steht aber das Jahresende als Termin im Raum. Tesla plant auch eine Batteriefabrik, was das Genehmigungsverfahren ebenfalls verzögert. Das Unternehmen baut bisher mit vorläufigen Zulassungen und rechnet mit Baukosten von über einer Milliarde Euro. Der Tesla-Chef zeigt sich aber zuversichtlich, dass das Genehmigungsverfahren noch im Oktober abgeschlossen werde. (Mit Material der dpa)

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