Begehrter Gelände-Mini

Suzuki Jimny: Wucher-Preise für Tageszulassungen – „was ist bei euch los?“

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Die einen werden ihre Autos nicht los, Suzuki kann sich vor Anfragen kaum retten. Zumindest beim aktuellen Jimny. Doch der Gelände-Mini ist mehr als rar. Händler verlangen teils Wucherpreise, die Wut im Netz ist groß. Bringt eine neue Version die Wende?

Bensheim – „Lust auf eine Spritztour?“ So wirbt Suzuki Deutschland in einem Instagram-Post für den Gelände-Mini Jimny. Viele Kunden bringt das mächtig auf die Palme, denn sie hätten durchaus Lust und würden auch gerne einen Suzuki Jimny kaufen, nur ist das alles andere als einfach. Denn das Auto ist als Neuwagen kaum zu bekommen. Und wenn man auf ein Angebot stößt, liegt der Preis meist exorbitant überm Listenpreis. Teils kann man auch schon von Wucher-Angeboten sprechen. In den sozialen Medien häufen sich wütende Kommentare.

Suzuki Jimny: „Wir haben weltweit einen Produktengpass“

Die Flut an rundgelutschten SUV, von denen sich viele stark ähneln, ist groß. Der Suzuki Jimny dagegen setzt auf klare Kante – und wirklich teuer ist er eigentlich auch nicht. Der offizielle Listenpreis beginnt laut Konfigurator aktuell bei 20.373 Euro. Jedenfalls haben die Japaner mit dem Gefährt bei Autofans voll ins Schwarze getroffen. Seit der Einführung wurden in Deutschland rund 11.000 Einheiten verkauft. Die Leute rennen den Händler die Bude ein, doch viele können keinen Jimny anbieten. „Wir haben weltweit einen Produktengpass“, erklärt Suzuki-Sprecherin Katarina Horst gegenüber 24auto.de. Und Deutschland sei davon ganz besonders stark betroffen. Was viele Kunden wütend macht: Die wenigen verfügbaren Suzuki Jimny werden von Händlern teils zu Wucher-Preisen angeboten. (Suzuki Across: Der Zwilling des Toyota RAV4 hat jetzt schon diese Top-Motorisierung)

Der Suzuki Jimny ist extrem begehrt – und wird teils deutlich über dem Listenpreis gehandelt.

Suzuki Jimny: Tageszulassung für exorbitante 33.990 Euro

Die teuerste von uns entdeckte Tageszulassung (!) für einen Suzuki Jimny 1,5 Comfort mit Automatik eines Händlers lag bei satten 33.990 Euro – für einen Vierzylinder! Fairerweise muss man sagen, dass nicht alle Händler derart zulangen. Dennoch machen solche überzogenen Angebote die ohnehin schon angesäuerten potenziellen Käufer nur noch wütender. Auch beim Hersteller selbst kommen diese exorbitanten Preise nicht gut an. Doch dort gibt man sich machtlos. „Wir befinden uns regelmäßig im Austausch mit unseren Händlern und empfehlen immer, solche Spekulationen zu vermeiden“, betont Suzuki-Sprecherin Katarina Horst. Der Listenpreis sei nur eine Empfehlung. „Da die Händler jedoch selbstständige Unternehmer sind, dürfen diese ihre Preise frei gestalten und können sich lediglich an unserer Empfehlung orientieren.“ (Suzuki SX4 S-Cross: Der Hybrid bietet viel fürs Geld, aber diese Sicherheits-Extras fehlen)

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Suzuki Jimny: „Die Werbetrommel rühren, aber nicht liefern können“

Im Internet machen viele Fans des Jimny ihrer Wut Luft (Neuer BMW M3 und M4: Design tritt Shitstorm los – „Was habt ihr getan?“). Etwas verwunderlich ist auch, dass beispielsweise der Konfigurator noch aufrufbar ist. „Da es noch einen Restbestand gibt, können Kunden auf unserer Website die beiden verfügbaren Ausstattungslinien konfigurieren, um einen Einblick in das Produkt zu erhalten“, erklärt Katarina Horst. „Jedoch wird der Jimny noch dieses Jahr von der Website entfernt.“ Auf wenig Verständnis stößt bei den Nutzern aber auch, dass Suzuki auf Instagram zumindest bis vor Kurzem immer noch Werbung für den Gelände-Mini machte, obwohl er ja kaum bis gar nicht zu haben ist. Hier einige Kommentare vom Suzuki-Deutschland-Instagram-Kanal:

  • „Schon wieder ... Werbung für ein nicht verfügbares Produkt.“
  • „Einfach mal anschauen!? WO denn? Gibt ja keine!“
  • „Ich würde ja gerne eins kaufen, aber nach allen Anschein gibt der Markt gerade nichts her. Einige Händler versuchen sogar, in der Verknappung sich ’ne goldene Nase zu verdienen.“
  • „Cooles Auto. Kann man leider nicht kaufen, weil nicht verfügbar ... schade um die Werbung.“
  • „Es kommen keine mehr für Deutschland, soviel ich weiß. Hab meinen sofort bekommen, weil vorbestellt, bevor er überhaupt vorgestellt wurde.“
  • „Hallo @suzukideutschland, warum kann ich das Auto nicht kaufen? Was ist bei euch los?
  • „Sagt mir, wo ich bestellen kann, ich mach’s sofort.“
  • „Das ist das Problem: Die Werbetrommel rühren, aber nicht liefern können.“
  • „Witzbolde. In Deutschland nicht zu haben.“

Suzuki Jimny: Nutzfahrzeug-Version lässt höheren CO2-Ausstoß zu

Allerdings wird auch spekuliert, dass Suzuki den Jimny möglicherweise absichtlich verknappt. Denn der Gelände-Mini überschreitet das 95-Gramm-CO2-Limit mit mindestens 154 g/km deutlich. Dem japanischen Hersteller drohen deshalb Strafzahlungen. Vermutlich ist dies auch der Grund, warum der Suzuki Jimny im nächsten Jahr in einer Nutzfahrzeug-Version auf den Markt kommen soll – so darf der Japaner dann legal immerhin 147 g/km ausstoßen. Der Vierzylinder-Motor bleibt der gleiche, allerdings fliegt in dieser Variante die Rücksitzbank raus. Hinter Fahrer und Beifahrer entsteht so ein 863 Liter großer Laderaum, der durch ein Metallgitter abgetrennt wird. Laut Suzuki-Sprecherin Katarina Horst würden die meisten Kunden die hinteren Sitzplätze ohnehin nicht nutzen, hätten interne Analysen ergeben. Bestellbar soll die neue Variante ab März 2021 sein. Wie viel die Nutzfahrzeug-Version kosten soll, ist bislang noch nicht bekannt. Und ob dann mehr Fahrzeuge in Deutschland verfügbar sein werden, auch nicht.

Rubriklistenbild: © Suzuki

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