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Immer mehr Autos in den Städten – aber ausgerechnet hier werden es weniger

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Von: Marcus Efler

Die Verkehrswende muss offenbar noch warten: Derzeit steigt die Zahl der Autos in den Städten. Gesunken ist sie ausgerechnet in drei Orten, in denen man es nicht unbedingt erwartet.

Duisburg – Mehr Rad und U-Bahn nutzen, das Auto auch mal stehen lassen oder mit anderen teilen – was war das noch mal? Richtig, die Vision einer Verkehrswende in der Stadt, die Staus vermindert, die Luft- und Lebensqualität erhöht und das Klima entlastet. Doch aktuell scheint der motorisierte Individualverkehr wieder mehr Anhänger zu gewinnen. (Autofahrer mit Corvette rollt an Ampel nach hinten auf Yamaha-Motorrad: „Dummer, alter Mann“)

Immer mehr Autos in den Städten – doch ausgerechnet hier werden’s weniger

Das jedenfalls legen die Zahlen nahe, die der Duisburger „Auto-Professor“ Ferdinand Dudenhöffer nach Auswertung der Daten von Kraftfahrt-Bundesamt und Statistischem Bundesamt ermittelt hat. Die Zahl der registrierten Autos ist im vorigen Jahr in 22 von 25 analysierten Städten gestiegen: So lag das Plus in Berlin und Leipzig bei jeweils 1,1 Prozent, in Hannover bei 1,2 Prozent, in Dortmund und in Freiburg bei 1,7 Prozent. Mit 2,2 Prozent legte der Auto-Verkehr in Bochum am stärksten zu. (Mann steht in Tunnel im Stau – plötzlich steigt er aus: Seine Frau erteilt ihm Lektion fürs Leben)

Stau auf dem Kaiserdamm in Berlin (Symbolbild)
Immer mehr Autos in der Stadt – hier in Berlin (Symbolbild) © Michael Kappeler/dpa

Immer mehr Autos in den Städten – Angst vor Ansteckung schlägt Lockdown

„Der oft behauptete Trend ‚Weg vom Auto‘ ist nicht zu erkennen“, interpretiert daher der Chef des Center Automotive Research (CAR) die Zahlen. Insgesamt hat sich die städtische Autodichte je 1.000 Einwohner im Jahresverlauf 2020 leicht von 450 auf 451 erhöht. Dass viele Pendler in der Corona-Krise aus Sorge vor Ansteckungen in öffentlichen Verkehrsmitteln auf das eigene Auto ausweichen würden, war ja zu erwarten. Dem standen allerdings auch Schätzungen gegenüber, wonach wegen Lockdown und Home-Office die individuelle Mobilität deutlich zurückgehen würde. (Sich nach Corona-Impfung ans Steuer setzen? Was Sie beachten sollten)

Immer mehr Autos in den Städten – in Wolfsburg fahren weniger Autos

Immerhin sank der Pkw-Bestand in den drei Städten Wolfsburg (minus 1,7 Prozent), Ingolstadt (minus 3,4) und München (minus 1,1) – wahrscheinlich nicht zufällig die Heimatorte von Volkswagen, Audi und BMW. Möglicherweise wurden hier besonders viele Firmenwagen kurzfristig aus dem Verkehr gezogen. „Man kann im Verlauf des Jahres 2021 damit rechnen, dass der Schwund wieder ersetzt wird“, schreibt Branchenexperte Dudenhöffer. Im bundesweiten Schnitt legte die Autodichte bis zum Jahreswechsel laut CAR-Berechnungen leicht auf 580 Fahrzeuge je 1.000 Einwohner zu. Anfang 2020 hatte der Wert noch bei 575 gelegen. Auch in den Vorjahren gab es kontinuierliche Steigerungen – bei parallel abnehmender Gesamt-Fahrstrecke pro Autobesitzer. Dudenhöffer leitet daraus ab: „Das eigene Auto vor der Haustür scheint in Großstädten unschlagbar.“ (Mit Material der dpa)

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