Stadtluft wird besser

Stickoxide: 25 Städte immer noch dreckig – ist Ihre dabei?

  • Jan Schmidt
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In vielen deutschen Städten sind die Stickoxidbelastungen 2019 zurückgegangen. Grenzwertüberschreitungen gab es laut Umweltbundesamt nur noch in 25 Städten. Ein Jahr zuvor waren es 57.

  • Grenzwerte von Stickstoffoxid nur noch in 25 Städten erhöht
  • Corona-Lockdown hat zu deutlicher Verbesserung der Luftqualität gesorgt
  • Auch die CO2-Emissionen sind stark zurück gegangen

Die in den sogenannten Diesel-Gipfeln 2018 beschlossenen Maßnahmen zur kurzfristigen Senkung von Stickstoffoxid-Emissionen (NO2) in deutschen Städten zeigen Wirkung. Wie das Umweltbundesamt (UBA) mitteilt, wurde vergangenes Jahr in nur noch 25 Städten der Luftqualitätsgrenzwert von 40 Mikrogramm NO2 im Jahresmittel überschritten. Ein Jahr zuvor war dies in 57 Städten der Fall. Zugleich weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 für eine weitere, zum Teil deutliche Verbesserung der Luftqualität gesorgt haben.

Die Einrichtung von Umweltzonen macht sich bemerkbar.

Nur 20 Prozent der Messstationen mit erhöhten Werten

Als Hauptursache für hohe NO2-Belastungen werden vom UBA der Straßenverkehr allgemein sowie Diesel-Pkw im speziellen genannt, weshalb sich in Ballungsräumen und an viel befahrenen Straßen besonders hohe Werte feststellen lassen. In 2018 wurden die 40 Mikrogramm an 42 Prozent aller verkehrsnahen Messstationen überschritten, 2019 waren dies bei nur noch jeder fünften Messtation der Fall.

Als Gründe für die lokalen Rückgange der Emissionen nennt das UBA einerseits Tempolimits und Fahrverbote sowie andererseits Verbesserungen bei der Antriebstechnik von Fahrzeugen. Dazu gehören schadstoffärmere Busse, Softwareupdates bei Bestandsfahrzeugen sowie die Erneuerung des Fahrzeugbestands mit Autos, die auch im Realbetrieb für niedrige NO2-Emissionen sorgen.

Vor diesem Hintergrund rechnet das UBA auch für 2020 mit einem weiteren Rückgang von NO2-Emissionen und Grenzwertüberschreitungen. Allerdings kommt in diesem Jahr noch ein besonderer Corona-Effekt hinzu, der zwischenzeitlich für ein stark verringertes Verkehrsaufkommen aufgrund von Lockdown-Maßnahmen und damit auch für stark verminderte Emissionen gesorgt hat. Wie sich dieses Phänomen auf NO2-Jahresmittelgrenzwerte auswirken, bleibt allerdings abzuwarten.

Corona-Lockdown macht sich durch bessere Luft bemerkbar

Neben den verkehrsbedingten NO2-Emissionen sind laut einer von Statista veröffentlichten Schätzung des Global Carbon Projects auch die CO2-Emissionen weltweit aufgrund von Lockdown-Maßnahmen in vielen Ländern stark zurückgegangen. Der größte Anteil an diesem Rückgang wird nach dieser Studie dem Landverkehr zugeschrieben. Am 8. April sollen die CO2-Emissionen dieses Bereichs um 7,5 Millionen Tonnen geringer als am Vergleichstag 2019 ausgefallen sein. Auch in anderen Sektoren wie Industrie (-4,2 Mio. t), Energie (-3,2 Mio. t.), Luftfahrt (-1,7 Mio. t.) und der öffentliche Sektor (-0,9 Mio. t.) waren demnach die CO2-Emissionen rückläufig. Einzig die Emissionen im Gebäudesektor sollen laut dieser Schätzung im Vergleich zugenommen haben, am 8. April etwa um 0,2 Millionen Tonnen CO2.

MessstationNO2-Jahresmittelwert 2019 (Mikrogramm/Kubikmeter Luft)
München63
Darmstadt55
Stuttgart53
Limburg a.d. Lahn52
Frankfurt am Main51
Kiel49
Berlin48
Düsseldorf48
Hamburg48
Heilbronn47
Reutlingen46
Dortmund45
Hagen45
Offenbach am Main45
Wiesbaden45
Köln44
Osnabrück44
Essen43
Hannover43
Oberhausen43
Wuppertal43
Alsfeld42
Mainz42
Mannheim42
Gelsenkirchen41

Mario Hommen (SP-X)

Rubriklistenbild: © Fredrik von Erichsen/dpa

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