1. 24auto
  2. News
  3. Politik & Wirtschaft

Spanien führt Tempo 30 ein: Saftige Bußgelder drohen – auch Touristen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmin Pospiech

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr hat Spanien in Städten Tempo 30 eingeführt. Wer sich nicht daran hält, muss mit happigen Bußgeldern rechnen. Das gilt natürlich auch für Touristen.

Madrid – Während hierzulande über Tempolimits auf Autobahnen diskutiert wird, geht Spanien innerorts einen Schritt weiter in Richtung Verkehrssicherheit. Auf zweispurigen Stadtstraßen dürfen Fahrzeuge fortan nicht mehr 50 km/h fahren, sondern es gilt eine fixe Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h.

In Altstädten, die oftmals sehr eng gebaut sind und zudem meist nur einen „Fahrstreifen“ aufweisen, sind sogar nur noch 20 km/h erlaubt. Wer sich nicht an das neue Tempolimit hält, muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen.

Spanien führt Tempo 30 auf Straßen ein: Diese Bußgelder drohen – auch Touristen

Und auch Touristen, die in Barcelona, Madrid & Co. unterwegs sind, werden davon ebenfalls nicht verschont. Allein in Barcelona sollen von dem neuen Tempolimit 75 Prozent aller Straßen betroffen sein, wie die spanische Tageszeitung „La Vanguardia“ berichtet. Der Grund für das Anziehen des Tempolimits in Spaniens Städten: Das Land will die Sicherheit auf den Straßen verbessern und damit tödliche Verkehrsunfälle verhindern. (Kilometerweite Suff-Fahrt einer Frau endet auf Bahnschienen – war das Navi schuld? (mit Video))

Besonders die spanische Generaldirektion für Verkehr (Dirección General de Tráfico; DGT) unter der Leitung von Pere Navarro begrüßt das neue Gesetz. Das kürzlich noch geltende Tempolimit von 50 Stundenkilometern innerorts war seiner Meinung nach „Unsinn“. (Bald auch bei uns? Österreich will Raser-Autos einkassieren – doch es gibt ein Problem)

Das Tempolimit auf einer Straße in Madrid liegt bei 30 km/h. (Symbolbild)

Auf den meisten Straßen in spanischen Städten gilt ab sofort Tempo 30, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. (Symbolbild) © A. Pérez Meca/dpa

Mit den neuen Höchstgeschwindigkeiten soll sich das Risiko um 80 Prozent verringern, dass ein von einem Auto erfasster Fußgänger stirbt. Aber: Auf Straßen innerorts, die mindestens zwei Fahrstreifen in beiden Richtungen aufweisen, darf auch weiterhin 50 km/h gefahren werden. (Audi A6 Avant braust durch Belvedere Schlossgarten – Augenzeuge hat Verdacht)

Spanien führt Tempo 30 auf Straßen ein: Wie soll das Ganze kontrolliert werden?

Die Bußgelder sollen sich zwischen 100 und 600 Euro bewegen. Doch das ist noch längst nicht alles: Fahranfängern, die gegen das neue Tempolimit verstoßen, drohen zudem sechs Punkte Abzug von ihrem Punktekonto. Das ist eine Menge, wenn man bedenkt, dass dieses bei Fahranfängern mit gerade einmal acht Punkten gefüllt ist (ansonsten zwölf). Mit der Folge, dass nach zweimaliger Zuwiderhandlung bereits der Führerschein weg ist. (Mehrheit der Deutschen will angeblich Tempolimit 130 km/h: Kommt es nach der Bundestagswahl?)

Und auch Touristen können trotz (angeblicher) Unwissenheit zur Kasse gebeten werden, denn oftmals lassen sie sich auch hierzulande durchsetzen, wie der „Spiegel“ schreibt. Dennoch stellt sich die Frage, wie das Ganze kontrolliert werden soll – und von wem. Denn bis dato werden Radarfallen nur auf Fernstraßen eingesetzt. Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant