Neues Geschäftsfeld

Sixt: Deutschlands größter Autovermieter startet neues Auto-Abo für Privatkunden. Lohnt es sich?

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Sixt sit hierzulande der Maktführer in der Mietwagenbranche. Doch die Coronakrise traf das Familienunternehmen hart. Um der Krise entgegenzusteuern, versucht sich Sixt an einem neuem Geschäftsfeld: einem Auto-Abo für Privatkunden.

  • Mit Sixt+ stellt das Familienunternehmen aus Pullach ein Auto-Abo für Privatkunden vor
  • Die Preise beginnen bei 349 Euro im Monat
  • Das Abo ist monatlich kündbar und umfasst Fahrzeugkategorien vom Kleinwagen bis zur Luxus-Limousine

Pullach im Isartal  – Neuland für Sixt: Erstmals musste das von der Coronakrise gebeutelte Unternehmen am 17. Juni 2020 seine Pressekonferenz virtuell durchführen. Und verkündete den Eintritt in ein anderes Neuland: ein Auto-Abo für Privatkunden namens Sixt+. Anders als das Sixt Flat-Abo, mit das Unternehmen bereits 2017 für Gewerbekunden die Lücke zwischen Langzeitmiete und Leasing schloss, richtet sich Sixt+ nun an jedermann. Es sei „wie Musikstreaming für die Straße“ beschrieb Constantin Sixt das neue Angebot, das in der aktuellen Situation wie ein Retter in der Not daherkommt.

Wegen des Markteinbruch in der Mietwagenbranche durch das Coronavirus ist Sixt hart getroffen. Im Kerngeschäft schreibt der Konzern aktuell rote Zahlen, will aber das Jahr dennoch mit Gewinn abschließen. Dazu soll jetzt auch Sixt+ beitragen. Das Auto-Abo bietet die bekannten Features: ein Rundum-Sorglos-Paket aus VersicherungKfz-Steuer, Zulassung, Wartung/Service, Hauptuntersuchung, Freikilometer und ganzjahrestaugliche Bereifung.

Sixt
BrancheMobilitätsdienstleister (Vermietung, Leasing, Carsharing)
SitzPullach im Isartal
Gründung1912
ChefErich Sixt (Vorstandsvorsitzender)
KonkurrentenEuropcar, Avis, Hertz, Buchbinder etc.

Sixt+: bei 349 Euro monatlich geht es los

Sixt+ ist ab sofort verfügbar. Die Preise beginnen bei 349 Euro monatlich für einen Kleinwagen wie zum Beispiel den VW Polo.

Mit Sixt Share und der App Sixt One ist das Unternehmen schon auf Digitalisierungskurs und auch das Auto-Abo ist über die App oder die Webseite buchbar. Bei Vertragsabschluss kommt auf die Kunden eine einmalige Startgebühr von 199 Euro zu. Sixt verspricht neue bis neuwertige Autos, maximal sollen sie zwölf Monate alt sein. Für die neuen Kunden sollen die Fahrzeuge an Mietstationen in über 30 deutschen Städten „innerhalb weniger Tage“ verfügbar sein. Die Kunden können jedoch – wie schon vom klassischen Mietwagen bekannt – lediglich eine Fahrzeugklasse buchen. Ein spezielle Marke oder gar ein bestimmtes Modell ist allerdings nicht wählbar, was alleine schon einige Kunden abschrecken dürfte. Einen Mietwagen fährt man meist nur kurz, ein Auto-Abo ist auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Um genau zu sein auf mindestens einen Monat, im Anschluss ist der Vertrag monatlich kündbar. 500 Freikilometer sind inklusive, jeder weitere gefahrene Kilometer kostet zusätzlich satte 20 Cent.

Sixt+: ist das Angebot gut genug?

Ein Fahrzeugtausch während der Vertragslaufzeit bei Sixt+ nicht möglich. Der einzige Weg lautet hier: der Abschluss eines neuen Abos. Doch dann wird auch wieder die Startgebühr fällig. Für alle, die einen häufigeren Fahrzeugwechsel bevorzugen, hat Sixt einen eigenen Service namens Sixt unlimited. Hier sind allerdings die Preise auch um einiges höher.

Das Kalkül bei Sixt ist nicht taufrisch: Immer mehr Menschen wollen ein Auto zu Verfügung haben, ohne die Aufgaben erledigen zu müssen, die der Besitz mit sich bringt. „Nutzen statt Besitzen“ sei derzeit im Begriff, den Automarkt zu revolutionieren, erklärte Vertriebsvorstand Konstantin Sixt auf der Pressekonferenz in Pullach und beschrieb Sixt+ als „konsequente Antwort auf die veränderten Mobilitätswünsche der Gesellschaft – weit über die Corona-Zeit hinaus“.

Neben den klassischen Vermietern sind auch die Autohersteller bereits ins Carsharing eingestiegen. Geschäftsleute nutzen Mietautos in der Regel nur zwei zwei bis drei Tage, für längere Zeiträume bieten die Autovermieter Langzeitmieten an. Diese kommen dem Auto-Abo in der Funktion schon sehr nahe. Privatkunden sind jedoch auf die Flatrate-Konzepte bislang nicht in gleichem Maße eingegangen. Einer Studie der Beratungsfirma Simon und Kucher brachte ein eher ernüchterndes Ergebnis hervor: Auto-Abos dürften demnach monatlich nicht mehr als 200 Euro kosten, um für Privatkunden reizvoll zu sein. Sixt liegt mit seinem neuen Angebot schon in der Kleinwagen-Klasse deutlich darüber.

Rubriklistenbild: © Sixt

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