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Porsche verteidigt Verbrenner-Verbot – doch was wird aus 911-Baureihe?

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Von: Marcus Efler

Sportwagen-Hersteller Porsche hält nichts von Ausnahmen vom Verbrenner-Verbot ab 2035. Für seine ikonische Baureihe 911 arbeitet er an einer alternativen Lösung.

Stuttgart – Die Schlacht ist eröffnet: Wie viel bleibt übrig vom Beschluss der EU-Kommission, ab 2035 Verbrennungsmotoren mit Schadstoff-Emissionen zu verbieten? Schon fordert Italiens Umweltminister eine Ausnahme für Sportwagen-Hersteller wie Ferrari und Lamborghini, da sie ja nur in geringen Stückzahlen gefertigt würden. Frankreich will derweil den Verkauf von Autos mit Hybrid-Antrieben länger ermöglichen. (Ferrari: Misst dieses neue Modell die Körpertemperatur der Insassen?)

Porsche verteidigt Verbrenner-Verbot – was wird aus dem 911?

Nun bekommt die EU Schützenhilfe von unerwarteter Seite: Der Sportwagenbauer Porsche hält nichts von einer Aufweichung ihrer Klimapläne. „Elektroautos werden im nächsten Jahrzehnt unschlagbar sein“, erklärt Porsche-Chef Oliver Blume (53) im US-Sender „Bloomberg Television“. Zur Minderung der Kohlendioxid-Emissionen müsse „jeder beitragen“. Es wäre ein Fehler, gäbe die EU den Forderungen nach Ausnahmen nach. Auch wenn Blume Italien oder Ferrari nicht beim Namen nennt, dürfte klar sein, wem seine Ansage gilt.

Porsche Mission R
Star der IAA Mobility: der elektrische Porsche Mission R © Porsche

Dabei scheint mittlerweile auch gar nicht mehr klar, ob Ferrari über den Vorstoß seiner Regierung überhaupt so glücklich ist. Lässt er doch die Italiener als technisch rückständig dastehen. Und schließlich hat John Elkann, Aufsichtsratsvorsitzender von Ferrari und Stellantis, das Verbrenner-Verbot bereits als Chance bezeichnet – und für 2025 den ersten vollelektrischen Ferrari angekündigt. (Nächster Porsche Macan wird elektrisch – letzte Chance für den Benziner)

Porsche verteidigt Verbrenner-Verbot – und setzt voll auf Elektro

Konkurrent Porsche ist da freilich schon weiter. Die Volkswagen-Marke hat mit dem Taycan in verschiedenen Varianten schließlich schon einen Akku-Sportler im Programm und legt auf der Münchner IAA Mobility mit der Studie Mission R noch einmal nach. Mit dem Elektrokurs entspricht Porsche zwar der Strategie des VW-Konzerns, der sich klar pro batterieelektrische Autos positioniert hat. Trotzdem dürfte es für viele Fans der Marke etwas überraschend sein, dass der Sportwagenbauer nun so klar die EU-Pläne unterstützt: Schließlich ist sein ikonischer Image-Träger, die Baureihe 911, stark mit dem Boxermotor im Heck verknüpft.

Porsche 911 GT3, fahrend
Nur echt mit Boxermotor im Heck? Der Porsche 911 GT3 © Porsche

Auch wenn eine unvermeidliche Hybrid-Version bereits erprobt wird: Einen rein elektrischen Neunelfer mag sich wohl kaum jemand vorstellen. Porsche setzt hier denn auch eher auf synthetische und klimaneutrale E-Fuels und beteiligt sich in der chilenischen Pilot-Anlage „Haru Oni“ an deren Produktion. Das könnte auch ein Ansatz für italienische Autohersteller sein, die nicht vom Verbrenner lassen wollen.

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